MIni Traveller, Crossover Christian Schulte

Mini-Zukunft bis 2030: Neue E-Modelle mit Great Wall

Mini-Zukunft bis 2030 Kooperation mit Great Wall bringt neue E-Modelle

Transformation trifft Emanzipation. Mini will wachsen, kooperiert dazu mit Great Wall in China. Von dort kommen kleine E-Modelle. Der Rest bleibt trotz gezielter Reduziertheit vielfältig, etwa bei den Antrieben.

Mini transformiert sich. Nicht radikal, aber nachhaltig mit klarer Strategie bis 2030. Ob man es nun "Power of Choice" nennt oder "Für jeden das Passende": Fakt ist, Mini wird elektrischer, pflegt dennoch den Verbrenner. Und seine eigenen Wurzeln, die Neuen kommen klarer, reduzierter. Mancher Auswuchs verschwindet, Mini reduziert Varianten und Ausstattungen wo möglich, paketiert die Vielfalt Richtung Stimmigkeit, behält sich exklusive Kleinserien vor. Hauptziel: Weltweites Wachstum.

Wie das geht? Mit passenden Modellen und Antrieben für den jeweiligen Markt, so Markenchef Bernd Körber. Einen wesentlichen Aufschlag legt Mini dabei in China hin. Ab 2023 produziert man dort gemeinsam mit Great Wall auf einer gemeinsamen reinen Elektro-Plattform einen kleinen Zweitürer und ein viertüriges Crossover. "Mini ist prädestiniert für BEV, wir erwarten schon 2025 einen Anteil von 50 Prozent, wenn auch mit Unterschieden zwischen den Regionen", orakelt Körber.

Mini E-Hatchback, Koop mit Great Wall
Christian Schulte
E-Hatchback: Der kleine elektrische Mini aus China.

Überraschend, nicht nur für ihn: selbst Russland entdeckt man ganz langsam die Elektromobilität. Was dort dennoch Nische bleibt, soll in China durchstarten. Momentan gehen 10 Prozent der Produktion dorthin, in Zukunft werden dort E-Modelle produziert, verkauft und: exportiert. Schließlich dürften die Verkäufe in Europa mit der Elektrifizierung wachsen. Das gilt auch für die USA, selbst wenn dort bestimmte Regionen auf absehbare Zeit ein guter Markt für Verbrenner bleiben.

Neue Displays treffen auf markentypische Features

Insgesamt gilt, dass Mini zwar stückzahlmäßig wachsen will, das Größenwachstum seiner Modelle aber bremst. "Wir haben gute Chancen beim Downsizing/Downgrading, bei Mini kann so etwas funktionieren, allein schon wegen unserer Historie. Deshalb werden die Nachfolger höchstens gleich groß wie die aktuellen, wirken gefühlt sogar kompakter", verspricht Körber. Wichtiger Bestandteil der neuen Linie sind die reduzierten, klarer gestalteten Innenräume. Sie wirken zwar deutlich anders, bleiben jedoch durchgängig als Mini erkennbar.

Im Lauf der Zeit fliegen nicht nur Leder und Chrom raus und werden durch umweltfreundliche Materialien, wie etwa Stoff, Wolle und Recycling-Material ersetzt, es gibt insgesamt weniger Elemente, weniger Schmuck. Die nächste Generation setzt intensiver auf digitale Inszenierung, die Möglichkeiten neuer Displays. Keine Angst, markentypische Features wie etwa die Kippschalter (Toggles) bleiben. Nicht nur hier erinnert man gern an die Wurzeln der Marke, schließlich entstand der erste Mini 1959 in einer Zeit wirtschaftlicher Probleme als clevere Minimal-Motorisierung.

Countryman-Nachfolger kommt mit E-Antrieb

Wobei: so richtig minimal sind die neuen Crossover dann doch nicht. Einer greift im Kleinwagensegment an, als schicker, leicht coupéhafter Bruder des Countryman mit Anleihen beim Clubman. Logisch, beide bestreiten momentan 40 Prozent der Verkäufe. Der etwas größere Countryman-Nachfolger setzt als in Europa gebauter Premium-Kompakter auf die Technik des BMW X1. Er bekommt Verbrennungsmotoren (auch Diesel), Plug-in-Hybrid sowie rein elektrischen Antrieb. Beim kleineren Modell genügt letzterer, da seine Reichweite sich perfekt mit den Ansprüchen der Kunden im urbanen/suburbanen Einsatz deckt.

Mini Cooper SE Countryman All4
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Apropos Reichweite: da der E-Mini vorwiegend im Stadtbereich fährt, bekommt sein Nachfolger auch eine Variante mit relativ kleiner Akku-Kapazität. Reduziert aufs Maximum sozusagen, denn kleiner und leichter, desto umweltfreundlicher.

John Cooper Works-Modelle auch mit E-Antrieb

Und die Dynamik? Bleibt sämtlichen Modellen erhalten, vor allem aber den erfolgreichen John Cooper Works, die Richtung Submarke ausgebaut werden. In der dann auch Platz für etwas Elektrisches ist. "Mit dem Mini Electric haben wir gezeigt, wie gut Fahrspaß und Elektromobilität zusammenpassen",sagt Bernd Körber. "Jetzt ist es an der Zeit, auch den Performance-Charakter der Marke John Cooper Works auf die Elektromobilität zu übertragen. Deshalb beschäftigen wir uns sehr intensiv mit Konzepten für John Cooper Works Modelle mit elektrifiziertem Antrieb." Parallel wird John Cooper Works Modelle auch weiter Modelle mit konventionellen Verbrennungsmotoren anbieten, um die Wünsche und Bedürfnisse der performance-orientierten Fans in aller Welt zu erfüllen.

Fazit

Es bleibt spannend bei Mini. Buchstäblich!

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