Formel 1: Kurioser Defekt: Deshalb dauerte der Albon-Boxenstopp 13 Minuten

Verrücktes Pech für Williams
Deshalb dauerte der Albon-Boxenstopp 13 Minuten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.06.2026
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Alex Albon - Williams - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: xpb

Erst hatte Williams kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Schon seit Saisonbeginn versucht das Traditionsteam verzweifelt, den Anschluss an die obere Tabellenhälfte herzustellen. Obwohl das Auto bisher noch nicht schnell genug für Top-Ten-Startplätze war, sprangen in den ersten sechs Rennen immerhin 11 WM-Punkte heraus. Das ist aber trotzdem viel zu wenig für die eigenen Ansprüche.

In Barcelona mussten Alex Albon und Carlos Sainz eine herbe Nullnummer akzeptieren. Der FW48 kam bei den heißen Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Für die Piloten kam die schwache Performance aber nicht überraschend. Schon in den letzten Jahren lief für Williams auf der katalanischen Allrounder-Strecke nicht viel zusammen. Die Barcelona-Schwäche liegt quasi in der DNA des Teams.

Für Albon lief das Rennen am Sonntag (14.6.) aber besonders frustrierend. Der Blick auf das Ergebnis zeigte ein ungewöhnliches Bild: Der Thailänder kam mit 11 Runden Rückstand ins Ziel, aber nicht in die Wertung. Wie war das möglich? So schlecht war das blaue Auto auch nicht unterwegs, dass Albon so weit hinter Sieger Lewis Hamilton landete.

Alex Albon - Williams - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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TV-Kamera nicht richtig befestigt

Nach dem Rennen klärte der Pilot das Rätsel im Interview mit dem offiziellen Streaming-Kanal der Formel 1 auf. "Eine von Euren Kameras war schuld. Deshalb mussten wir an die Box. Zum Glück für Euch hat es am Ergebnis nicht viel geändert." Die Worte klangen verärgert, so richtig böse war Albon aber nicht. Der 30-Jährige gehört nicht zu den Lautsprechern im Feld. Und WM-Punkte kostete das Malheur auch nicht.

Bei Teamchef James Vowles hielt sich der Frust ebenfalls in Grenzen: "Wir lagen mit Alex nicht auf einem Punkteplatz. Und von dort, wo er lag, hätten wir auch keine Punkte gesammelt. Dann hat plötzlich die Onboard-Kamera auf dem Auto zu wackeln begonnen." Das Problem trat bei der sogenannten "T-Cam" auf, die sich oben auf der Airbox befindet. Sie war vor dem Rennen offenbar nicht richtig befestigt worden.

"Weil wir selbst nicht um Punkte kämpfen konnten, wollten wir auf keinen Fall das Rennen der anderen beeinträchtigen. Der Worst-Case wäre gewesen, wenn sich die Kamera ganz verabschiedet und das Ganze ein Safety-Car oder eine VSC-Phase ausgelöst hätte. Mit einem Reparatur-Stopp konnten wir die Kamera wieder ordentlich befestigen", erklärte Vowles die Gedankengänge am Kommandostand.

James Vowles - Williams - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Rennen wird zur Test-Session

Ganz aufgeben wollte man aber auch nicht. Die Ingenieure nutzten das restliche Rennen als eine Art Testsession: "Wir hatten noch einige offene Punkte auf unserer Liste. Wir haben dann mit Alex gesprochen und das Setup entsprechend umgebaut. Dann haben wir ihn nochmal rausgeschickt, um Daten zu sammeln."

Insgesamt stand Albon fast 13 Minuten in der Garage, bevor er das Rennen wieder aufnehmen konnte. "Es gab noch eine kleine Verzögerung, weil wir erst noch warten mussten, bis Carlos (Sainz) seinen Boxenstopp absolviert hatte", verriet der Teamchef. "Man kann nicht gleichzeitig ein Auto umbauen und zwischendurch schnell beim anderen Auto die Reifen wechseln."

Auch wenn Albon am Ende wie erwähnt mit weitem Rückstand ins Ziel kam, wertete Vowles das Experiment als Erfolg: "Wir haben Daten gesammelt und einige Theorien aufgestellt, wie wir uns steigern können. Jetzt müssen wir nur noch in der Realität prüfen, ob die neuen Konzepte funktionieren. Weil es zwischen den Rennen keine Testfahrten mehr gibt, können wir das nur an den Rennwochenenden machen."

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