Formel 1: Kollision beim Überrunden: Deshalb trifft Sainz keine Schuld

Kollision beim Überrunden
Deshalb trifft Carlos Sainz keine Schuld

GP Ungarn 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.07.2026
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Carlos Sainz & Fernando Alonso - GP Ungarn 2026
Foto: xpb

Es lief die 38. Runde beim Grand Prix von Ungarn. Oscar Piastri hatte gerade einen Boxenstopp absolviert. Im Fernduell mit Lando Norris versuchte der Australier mit frischen Reifen einen Vorsprung herauszufahren. Da kommt es in Kurve 3 plötzlich zur Kollision. Carlos Sainz war beim Überrunden nicht rechtzeitig zur Seite gegangen. Die Autos berühren sich, können aber beide weiterfahren.

Oscar Piastri verlor durch den Zwischenfall zwei Sekunden, die ihn wenig später die Führung kosteten. Obwohl die Szene durch den späteren Ausfall des McLaren keinen Einfluss auf das Endergebnis nahm, hatte Piastri nach dem Rennen deftige Worte für Sainz parat: "Von einem überrundeten Auto abgeschossen zu werden, ist nie etwas, womit man rechnet. Heute ist es passiert. Es ist mir ziemlich egal, ob er mich nicht gesehen hat. Das ist inakzeptabel."

Nach dem Rennen zeigten viele TV-Sender die Szene aus der Onboard-Perspektive von Sainz. Dabei war zu sehen, dass der Spanier vor der Kollision an insgesamt acht blauen Flaggen vorbeigefahren war. Von der Rennleitung setzte es eine Fünf-Sekunden-Strafe. Auf den ersten Blick sah diese mehr als berechtigt aus. Doch hier lohnte sich ein zweiter Blick.

Carlos Sainz & Fernando Alonso - GP Ungarn 2026
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Nur Alonso im Rückspiegel

Bei der Analyse der Szene hatten viele nicht beachtet, dass sich Fernando Alonso die ganze Zeit hinter dem Williams befand, während sich Piastri näherte. Als die ersten blauen Flaggen gezeigt wurden, sah Sainz also zunächst nur den Aston Martin in seinem Rückspiegel. Beim Überrunden hätte somit erst Alonso Platz machen müssen. Sainz wollte seine Position im Duell der beiden Spanier natürlich nicht freiwillig herschenken.

Als sich dann Alonso mit einem guten Manöver außen in Kurve 1 an seinem Landsmann vorbeikämpfen konnte, hing Piastri plötzlich dem Williams im Heck. Und erst da war klar, dass die blauen Flaggen nun für Sainz galten. Zur Verwirrung aller Beteiligten trug auch ein Fehler im automatischen Signalsystem bei. Normalerweise bekommen Fahrer im Cockpit angezeigt, wenn sich ein schnelleres Fahrzeug nähert.

In den offiziellen Informationen des Rennleiters für Ungarn steht, dass es bei einem Abstand von drei Sekunden die erste Vorwarnung geben sollte. Wenn der Abstand auf 1,2 Sekunden schrumpft, werden die blauen Flaggen geschwenkt. Neben einer Anzeige auf dem Lenkrad sollten dann eigentlich auch die Startnummern der betreffenden Fahrer auf den LED-Tafeln zu sehen sein.

Oscar Piastri - McLaren - GP Ungarn 2026
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Keine Vorwarnung für Sainz

Doch ein Ausfall des GPS-Systems führte dazu, dass weder die Lenkrad-Signale noch die Startnummern angezeigt wurden. Die Streckenposten mussten die blauen Flaggen manuell aktivieren. Sainz musste also davon ausgehen, dass diese erst einmal für Hintermann Alonso gelten. Natürlich hätte der Williams-Kommandostand seinen Piloten etwas früher vorwarnen können, dass sich mit Piastri der Sieganwärter nähert und der eigene Pilot in den Rückspiegel schauen soll.

Nach dem Rennen entschuldigte sich Teamchef James Vowles, dass man die Situation nicht besser antizipiert hatte. "Da hätten wir einen besseren Job erledigen und ihn vor Piastri warnen können. Wir wollen uns niemals in den Kampf der führenden Autos einmischen und wir werden sicherstellen, dass wir solche Situationen in der Zukunft vermeiden."

Sainz selbst konnte den Frust von Piastri nachvollziehen: "Ehrlich gesagt tut es mir sehr leid für Oscar, aber diesmal habe ich eine ziemlich gute Entschuldigung für das, was passiert ist. Ich weiß nicht, ob er nicht auch etwas vorsichtiger hätte sein können. Er ist derjenige, der um Podiumsplätze kämpft. Er hätte sich vielleicht etwas defensiver positionieren können, gerade weil wir alle Probleme mit den blauen Flaggen hatten. Ich habe die fünf Sekunden akzeptiert. Für mich ist das okay." Auf die Frage, ob er bereits mit Piastri gesprochen habe, verneinte Sainz: "Nein. Ich brauche das nicht. Es war ein Rennunfall."

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