Gucci steigt in die Formel 1 ein und wird ab der Saison 2027 Titelsponsor von Alpine. Damit wird der Rennstall in der Formel-1-Weltmeisterschaft künftig unter dem Namen "Gucci Racing Alpine Formula One Team" antreten und in Gucci-Farben fahren. Das verkündete das Mode-Imperium gemeinsam mit dem Alpine-Team am Mittwoch (27.5.). Laut der Pressemitteilung ist das erste Mal, dass ein Luxus-Modehaus als Titelsponsor in der Formel 1 auftritt.
Im Zentrum der Kooperation steht außerdem "Gucci Racing", eine neue Business- und Erlebnisplattform. Sie soll die Werte Leistung, Präzision, Disziplin und Exzellenz an der Schnittstelle von Luxus und Sport bündeln. Alpine ist für Gucci dabei das erste Anwendungsfeld. Sichtbar wird das unter anderem durch ein eigenes Gucci-Racing-Logo, das das ikonische, ineinander verschlungene Doppel-G mit dem Schriftzug "Gucci Racing" kombiniert.
Gucci begründet den Schritt mit der weltweiten Reichweite der Formel 1 und dem Zugang zu einer wachsenden, diverser werdenden Premium-Zielgruppe in strategischen Märkten. Die Rennserie biete ein Umfeld, in dem Gucci Begehrlichkeit, Sichtbarkeit und kulturelle Relevanz in einer Größenordnung und Frequenz stärken könne, die nur wenige Plattformen ermöglichen.
F1-Team wird zum Laufsteg
Gucci-CEO Francesca Bellettini ordnet die Partnerschaft wie folgt ein: "Diese Partnerschaft mit dem Alpine-Team schlägt ein neues Kapitel auf. Gucci wird zum ersten Luxus-Modehaus, das in der Formel 1 als Titelsponsor auftritt. Das spiegelt unseren Anspruch für die Marke wider – und die Rolle, die Gucci auf dieser Bühne spielen soll."
Belletini hat klare Vorstellungen für die Partnerschaft. "Gucci Racing ist mehr als nur Präsenz im Starterfeld. Es ist ein Ausdruck dessen, wer wir sind und wohin wir die Marke führen wollen. Und es wird noch viel mehr kommen. Wir sind Alpine und der gesamten Renault-Gruppe dankbar, dass sie diesen Anspruch mit uns teilen", gab es lobende Worte für die Franzosen.
Die Zusammenarbeit soll sich nicht auf klassische Sichtbarkeit an der Strecke beschränken. Geplant sind laut Pressemitteilung unterschiedliche Aktionen in den kommenden Saisons. Dabei soll es sich um Content und Produkte sowie um exklusive Formate für Top-Kunden handeln. Spezielle Events dürfen natürlich nicht zu kurz kommen. Das Ziel ist es, eine klar profilierte Plattform mit hoher Wirkung aufzubauen.

Luca de Meo war bis Juli 2025 Renault-Boss und ist mittlerweile der CEO bei Guccis Mutterkonzern Kering.
Alter Renault-Chef an Bord
Besonders pikant ist die Tatsache, dass CEO Luca de Meo von Guccis Mutterkonzern Kering zitiert wird. De Meo war bis Juli 2025 Boss von der Renault-Gruppe. "Die Formel 1 hat sich längst weit über den Sport hinausentwickelt und das zu einer der weltweit stärksten Premium-Content-Plattformen. Sie erreicht pro Saison über 1,5 Milliarden Menschen und begeistert ein schnell wachsendes, jüngeres und zunehmend weibliches Publikum."
De Meos Nachfolger François Provost kommt ebenfalls zu Wort. "Die Formel 1 ist eine der dynamischsten und attraktivsten Plattformen im globalen Sport. Wir begrüßen die Möglichkeit, im Rahmen dieser Kooperation mit Kering zusammenzuarbeiten, und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Gucci ab 2027."
Die Ankunft Guccis bedeutet gleichzeitig das Ende der langjährigen Partnerschaft zwischen Alpine und BWT. Das österreichische Unternehmen war seit 2022 der Titelsponsor des in Enstone beheimateten Teams. Die Autos fuhren deshalb in einer Lackierung, die aus Blau und Rosa bestand. Bei ausgewählten Rennen waren die Rennwagen sogar komplett in Rosa bemalt. Das spaltete die Fans. Ab nächstem Jahr gibt es das dank Gucci, zumindest bei Alpine, nicht mehr.












