Regenschlacht in Montreal: Deshalb erwarten die Fahrer Chaos im Rennen

Erstes Regenrennen des Jahres
Fahrer erwarten Chaos in Montreal

GP Kanada 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.05.2026
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Safety-Car - Regen - Monaco
Foto: Wilhelm

Schon in Miami war der große Regen angekündigt. Aus Angst vor schweren Gewittern hatten die Formel-1-Verantwortlichen das Florida-Rennen um drei Stunden vorgezogen. Am Ende machten die Schauer am ganzen Sonntag einen großen Bogen um das Hard Rock Stadium. Die profilierten Pirelli-Reifen konnten in den Heizdecken bleiben.

In Montreal sind die Aussichten nun noch düsterer. Die Prognosen sprechen von einer Regenwahrscheinlichkeit von 95 Prozent. Eine Vorverlegung würde keinen Sinn machen. Die größten Wassermengen sollen über Mittag runterkommen. Am Nachmittag könnten die Niederschläge dann etwas nachlassen, wenn man den letzten Vorhersagen glaubt.

Einige Teams befürchten, dass das Rennen um 16 Uhr Ortszeit auf einer feuchten Piste gestartet wird, dann aber irgendwann der Wechsel auf Slicks folgen muss. Die meisten Piloten erwartet damit eine Reise auf unbekanntem Terrain. Bisher durften nur wenige Fahrer mit profilierten Pirelli-Gummis auf ihren 2026er-Autos ausrücken.

Lewis Hamilton - Test - Regenreifen - Fiorano - 2026
Pirelli

Besondere Erfahrung für Gasly

Pierre Gasly hatte in der Pause zwischen Miami und Montreal das zweifelhafte Vergnügen. Bei einem Regenreifen-Test in Magny-Cours war der Franzose zwei Tage lang auf einer künstlich bewässerten Piste unterwegs. "Ihr werdet schockiert sein", berichtete der Alpine-Pilot von seiner Erfahrung. "Ich bin froh, dass ich diese zwei Tage hinter mir habe. Das wird interessant."

Gasly war schon beim Shakedown seines Alpine-Renners in Silverstone zu Jahresbeginn auf einer feuchten Piste unterwegs. "Silverstone am 20. Januar – das bleibt noch lange in Erinnerung. Das werde ich nie vergessen. Aber Magny-Cours war auch speziell", so Gasly. Auf die Frage, wo die Herausforderung genau liegt, schüttelte der Pilot nur mit dem Kopf: "Ihr wollt nicht, dass ich diese Frage beantworte."

Max Verstappen hatte in der Shakedown-Woche in Barcelona ein paar Runden auf einer feuchten Piste gedreht. Sein Ausblick auf den Rennsonntag in Montreal: "Das gibt Chaos!" Auch Charles Leclerc blickt mit Sorge auf die angekündigten Bedingungen: "Es war im Qualifying schon schwer, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Am Sonntag soll es nass und noch kälter werden."

Weil die MGU-K auf der Hinterachse für den Großteil der Verzögerung zuständig ist, können die Bremsen nicht mehr so gut mithelfen, die Reifen von innen aufzuheizen. Der glatte Asphalt und der Mangel an schnellen Kurven verstärken die Aufheizproblematik in Montreal noch zusätzlich.

Lewis Hamilton - Test - Regenreifen - Fiorano - 2026
Pirelli

Kälte und Regen

Das Mercedes/McLaren-Quartett in den ersten beiden Startreihen hatte noch nicht das Vergnügen mit den neuen Autos im Regen. Lando Norris kann der Herausforderung aber auch etwas abgewinnen: "Das wird ein extrem schwieriges Rennen. Schon mit den Soft-Reifen war es problematisch, Temperatur zu generieren. Wenn es morgen zehn Grad kälter ist und wir Inters und Wets auf dem Auto haben – da bin ich echt schon gespannt, wie das am Ende aussieht."

Der Circuit Gilles Villeneuve hat schon viele chaotische Regenschlachten gesehen. Wer die Zielflagge sieht, könnte bereits eine gute Chance haben, mit WM-Punkten belohnt zu werden. Gefragt sind Erfahrung, aber auch eine Portion Glück. Ex-Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer gab seinen Fahrern vor dem Start immer einen einzigen Rat mit auf die Reise: "Haltet das Auto auf der Insel!"

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