Seit Juli 2025 ist Christian Horner ohne Job. Der langjährige Red-Bull-Teamchef musste im Anschluss an das Rennen in Silverstone gehen. Horner war einer der Erfolgsgaranten des Rennstalls und war nach der Übernahme von Jaguar ab der Saison 2005 eine der Führungspersönlichkeiten von Red Bull.
Dass es den 52-Jährigen zurück in die Formel 1 zieht, ist ein offenes Geheimnis. Eine Klausel aus dem Abfindungspaket untersagte aber bis vor kurzem, bei keinem anderen Team anzuheuern. Diese ist mittlerweile abgelaufen und Horner rechtlich wieder für ein neues Projekt frei.
Der ehemalige Rennfahrer steht offenbar in Gesprächen über ein potenzielles Formel-1-Comeback an der Spitze eines neuen, zwölften Teams. Partner des Projekts soll nach den Informationen von "The Race" der chinesische Automobilhersteller BYD sein, der auf Elektro- und Hybridfahrzeuge spezialisiert ist.
Zuvor gab es bereits Verhandlungen mit Aston Martin, die jedoch scheiterten, sowie jüngst Gerüchte über ein Kaufangebot für die 24-prozentigen Alpine-Anteile der Investmentgruppe Otro Capital. Bei Alpine steht Horner allerdings in direkter Konkurrenz zu einem Gegenangebot von Mercedes. Alpines Mutterkonzern Renault favorisiert die Stuttgarter als Käufer der Otro-Anteile.
Treffen in Cannes
Ein Einstieg mit dem finanzstarken Hersteller BYD würde Horners Ambitionen entsprechen. Verschiedenen Insidern zufolge strebt er keine reine Teamchef-Rolle an, sondern fordert eine finanzielle Beteiligung oder die vollständige operative Kontrolle. Ein neues Projekt von Grund auf aufzubauen, bietet ihm diese Kontrollmöglichkeiten eher als ein Einstieg beim bestehenden Alpine-Team. BYD selbst hat signalisiert, ein Team nur bei einer 100-prozentigen Eigentümerschaft zu übernehmen, bevorzugt jedoch die Neugründung für einen zwölften Startplatz.
Die Annäherung zwischen Horner und BYD soll es am Rande des Filmfestivals in Cannes gegeben haben, das vom 12. bis zum 23. Mai in Südfrankreich stattfindet. Dort traf sich Horner mit Stella Li, der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von BYD, zu Sondierungsgesprächen über den Spielraum einer Partnerschaft. Obwohl noch keine finale Freigabe für das F1-Projekt erteilt wurde, sollen die Gespräche positiv verlaufen sein.

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem würde einen chinesischen Autobauer in der F1 begrüßen.
FIA-Präsident begrüßt Chinesen
Für eine Realisierung des Projekts müsste die Formel 1 das Bewerbungsverfahren für neue Teams offiziell wieder öffnen, ähnlich wie es für den potenziellen Einstieg von Cadillac erforderlich war. Lange Zeit wehrte sich die Königsklasse gegen das elfte Team im Grid. Letztendlich konnte man sich aber einigen.
Unterstützung könnte das Vorhaben vonseiten des Automobil-Weltverbandes erhalten. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte bereits in der Vergangenheit, dass die Präsenz eines chinesischen Automobilherstellers der Rennserie einen wirtschaftlichen und sportlichen Schub verleihen würde.
Auch seitens des Formel-1-Managements dürfte mit einer Zustimmung gerechnet werden, da ein chinesisches Team erhebliche finanzielle Vorteile für das gesamte Geschäft der F1 verspricht. BYD-Vizechefin Stella Li hatte bereits Anfang des Jahres beim Großen Preis von China (15.3.) erste Ideen mit Formel-1-CEO Stefano Domenicali ausgetauscht.












