Gerade einmal zehn Zähler sammelte Lewis Hamilton während des Miami-Wochenendes. Zwar war die Ausbeute nur beim letzten Rennen in Japan vor der fünfwöchigen Pause schlechter, doch in Suzuka gab es im Gegensatz zum Grand Prix in Florida keinen Sprint. Die Chance auf eine gute Ausbeute war auf dem Papier gegeben.
Am Ende sprangen für den Rekordsieger jedoch nur die Plätze sieben im Sprint und sechs im Rennen heraus. Der Engländer profitierte noch von der 20-Sekunden-Strafe für seinen Teamkollegen Charles Leclerc, andernfalls wäre Hamilton auch im Grand Prix nicht über P7 hinausgekommen.
25 Sekunden betrug der Abstand im Ziel auf Andrea Kimi Antonelli. Genauso groß war dieser in China beim zweiten GP des Jahres (15.3.), damals reichte das jedoch zu Platz drei und dem ersten Grand-Prix-Podium für Hamilton seitdem er ein Ferrari-Chauffeur ist. Auch in Japan fehlten dem 41-Jährigen 25 Sekunden, schon in Suzuka sprang dafür lediglich der sechste Rang raus. Das spricht für die stärker aufholende Konkurrenz. McLaren scheint bereits nach vier Rennen wieder erster Verfolger von Mercedes zu sein. Das Weltmeister-Team macht die größeren Fortschritte.
Colapinto-Crash bremst Hamilton ein
Den Abstand nur auf die schlechtere Performance zu schieben, greift jedoch zu kurz. Hamilton hatte in Runde 1 ein Tête-à-Tête mit Franco Colapinto. Der Argentinier beschädigte mit seinem Alpine den Seitenkasten und den Unterboden des Ferrari. Das kostete Abtrieb. "Das Rennen war beeinflusst von dem, was in der ersten Runde passiert ist. Im Endeffekt war das Ergebnis noch das beste, das wir erreichen konnten", erklärte Hamilton nach der Zieldurchfahrt.
Doch wie viel schneller wäre der siebenmalige Weltmeister ohne den Schaden an seinem SF-26 gewesen? Als Messlatte dient die Pace seines Stallgefährten. Leclerc lag bis in die vorletzte Runde noch auf einem Podestplatz. Der 28-Jährige konnte seinen ramponierten Ferrari nach einem Dreher im letzten Umlauf und einem Einschlag in der Bande nur noch auf P6 ins Ziel schleppen. Für das häufige Abkürzen kassierte der Monegasse die erwähnte Zeistrafe.
Leclerc war jedoch das ganze Wochenende schneller als Hamilton. Der Brite konnte weder auf eine Runde noch über die Distanz das Tempo mitgehen. "Die Pace von Charles war bei freier Fahrt stark und wir haben an der Spitze gekämpft, aber als wir im Verkehr steckten, wurde es schwieriger und er hatte Probleme konstante Zeiten zu fahren", bilanzierte Teamchef Frédéric Vasseur.

Der SF-26 war in Miami langsamer als der Mercedes und der stark verbesserte McLaren.
Ferrari bereits abgehängt?
Nach dem vielversprechenden Saisonstart als Mercedes-Jäger hat sich die Stimmung bei der Scuderia nach dem Miami-GP verschlechtert. Trotz zahlreicher Updates fiel Ferrari hinter McLaren zurück. Neben den Papaya-Rennern mischte auch Max Verstappen wieder um die Spitzenplätze mit. Der Red Bull des Ex-Champions präsentierte sich wettbewerbsfähiger und der Niederländer setzte das sofort in konkurrenzfähige Rundenzeiten um.
In der Vergangenheit hatte Ferrari häufiger Probleme im Entwicklungsrennen mitzuhalten. Im ersten Jahr des neuen technischen Reglements kommt diesem eine essenzielle Bedeutung zu, da die Fortschritte logischerweise größer sind als bei einer ausgereizten Technik. Für das Miami-Rennen brachte man frische Teile für den Frontflügel, den Unterboden, den Diffusor, das Heck und veränderte Kleinigkeiten an der Vorder- und Hinterradaufhängung.
McLaren und Mercedes werden in Montreal nochmal ein größeres Upgrade nachlegen. Dann könnte die Scuderia noch weiter zurückfallen. Sowohl Hamilton als auch Ferrari werden die Entwicklung genau verfolgen. Plätze abseits des Podiums sind nicht das erklärte Ziel beider Parteien. In der WM-Tabelle liegt Hamilton nur noch auf Rang fünf und hat bereits 49 Punkte Rückstand auf Andrea Kimi Antonelli.
Für 2027 hat Lewis Hamilton noch einen gültigen Vertrag bei Ferrari. Mit Oliver Bearman steht sein potenzieller Nachfolger schon in den Startlöchern. Wenn es für Hamilton doch noch mit Rekord-Titel Nummer acht klappen soll, muss sein Team das Ruder jetzt schnell herumreißen.












