Formel 1: Auf diese Ratgeber hört der F1-Dominator Andrea Kimi Antonelli

WM-Spitzenreiter spielt Druck herunter
Auf diese Ratgeber hört Kimi Antonelli

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.06.2026
Als Favorit speichern
Andrea Kimi Antonelli - Mercedes - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: xpb

Die Sport-Welt blickt aktuell nach Nordamerika. Am Donnerstagabend (11.6.) startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko. Das Interesse am Großereignis ist gewaltig. Auch im Fahrerlager der Formel 1 wird an allen Ecken über den Auftakt und den möglichen Ausgang des Turniers gesprochen.

In der offiziellen Pressekonferenz (11.6.) vor dem Barcelona-GP bekamen alle Piloten zu Beginn der Runde eine Einstiegsfrage zum Turnier gestellt. Ein Fahrer grätschte aber sofort dazwischen: "Frag mich nichts über die WM!", unterbrach Kimi Antonelli. Der Italiener hat einen guten Grund. Zum dritten Mal in Folge qualifizierten sich seine Landsmänner nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft.

Nach dem lockeren Einstieg ging es dann wieder um die Formel 1, die der erst 19-Jährige momentan dominiert. In Monaco (7.6.) gelang ihm der fünfte Sieg in Folge. Danach hüpfte er ins Mittelmeer: "Das war schön frisch nach dem heißen Rennen. So etwas wird man nicht vergessen. Es ist auch ein schöner Moment mit dem Team gewesen. Aber jetzt sind wir in Barcelona und müssen hier unseren Job machen. Das wird schwierig."

Antonelli rechnet mit Red Bull

Stapelt da einer bewusst tief? Schließlich hat sein Mercedes-Team alle sechs Rennen des Jahres für sich entschieden. "Unsere Gegner sind sehr nah dran. Red Bull ist besser geworden und Ferrari war in Monaco stark. Ich rechne auch mit McLaren, die sollten hier gut sein."

Die Silberpfeile wollen sich vor allem das eigene Auto genauer anschauen. "Es wird interessant zu sehen, wie sich das Upgrade-Paket aus Kanada hier verhält und was es bringt. Kanada und Monaco sind sehr einzigartige Strecken. Barcelona ist da ein besserer Gradmesser." Mercedes hatte für Montreal ein größeres Facelift an den W17 geschraubt. In Kanada und Monaco hat es funktioniert.

Andrea Kimi Antonelli - Mercedes - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Erfahrung hilft dem Mercedes-Wunderkind

Funktionieren ist auch das Stichwort für Antonelli selbst. Im Vorjahr hatte der als Wunderkind angepriesene Pilot Lewis Hamilton bei Mercedes ersetzt und musste viel Lehrgeld bezahlen. George Russell hatte ihn meistens im Griff und galt vor dieser Saison als Top-Favorit auf den Titel. Nach den fünf Erfolgen in Serie und zwei Nullern von Russell liegt Antonelli nun aber schon 68 Punkte vor dem Teamkollegen. "Wenn du mir vor zwei Jahren gesagt hättest, dass ich die WM jetzt anführen würde, hätte ich gesagt: 'Du bist verrückt!'"

Der Mann der Stunde hat mehrere Erklärungen für den Erfolg: "Vieles hat sich geändert. Die Erfahrung spielt eine große Rolle. Da geht es um alles. Auch neben der Strecke. Es ist ein Riesenvorteil, zum zweiten Mal an denselben Ort zu kommen. Ich kann meine Energie besser managen. Die Arbeit mit dem Team wird immer besser und wächst zusammen."

Der immense Vorsprung macht Antonelli nun zum Titel-Favoriten, der damit nach außen hin (noch) locker umgeht. "Ich mache mir noch keine Gedanken. Ich weiß natürlich, dass die Gelegenheit, Weltmeister zu werden, da ist. Aber es ist noch eine lange Saison und ich will weiterhin Spaß haben und mich nicht stressen. Am Ende schaue ich dann, was dabei rauskommt."

Andrea Kimi Antonelli - Marco Antonelli - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco 2026
xpb

Unterstützung der Eltern

Kimi Antonelli hat die vergangene Saison reflektiert. Im Sommer musste der Rookie einen echten Durchhänger durchstehen. Die Kritik wuchs. War der Mann aus Bologna doch nicht das versprochene Supertalent? "In der schwierigen Phase letztes Jahr habe ich viel über mich als Mensch gelernt und bin daran gewachsen. Dieses Jahr zweifle ich nicht so viel an mir. Jetzt ist die Frage eher, wie schnell kann ich mich verbessern und wie viel Potenzial ist noch da?"

Die starken Leistungen hat man auch in Antonellis Heimatland registriert. Neben Tennis-Star Jannik Sinner ist der junge F1-Pilot aktuell das neue Aushängeschild des Landes. "Ich war schon lange nicht mehr in Italien, aber ich glaube, die Erwartungen steigen immer weiter an", ist sich Antonelli bewusst.

Vertraute helfen ihm dabei, fokussiert zu bleiben. "Meine Familie hält mich auf dem Boden. Mein Vater ist wie ein Fels in der Brandung. Ich kann mich immer auf ihn verlassen, genauso wie auf meine Mutter. Sie kennen mich am besten. Als ich mal etwas meine Linie verloren hatte, haben sie mir geholfen. Natürlich hilft mir auch das Team auf dieser Reise."

Ayrton Senna 1994 Williams
Wolfgang Wilhelm

Vergleiche zu Senna

Sein Rennstall hat Antonelli erst in die Lage gebracht, um Siege zu kämpfen. Mit dem W17 ist den Ingenieuren in Brackley und in Brixworth ein Volltreffer gelungen. "Ich bin natürlich glücklich, in dieser Position zu sein. Aber der Job ist noch nicht beendet. Ich habe mir am Anfang der Saison gesagt, dass ich so viel Spaß wie möglich haben will. Ich will entspannter sein als letztes Jahr und mich nur auf das Fahren konzentrieren."

Das klappt in dieser Saison formidabel. Im schnelllebigen Zeitalter von Sensations-Nachrichten und Social Media wurde der Teenager bereits mit einem der Größten des Sports verglichen: "Ich mag die Vergleiche mit Ayrton [Senna] nicht. Er hat Geschichte geschrieben und ich nicht. Deshalb möchte ich nicht mit ihm verglichen werden. Er ist mein Idol. Ich bin noch am Anfang meiner Karriere und habe noch viel zu lernen."

Von anderen Legenden bekommt der Youngster Tipps. "Max [Verstappen] und ich sprechen über viele Dinge. Er hat mir gesagt, dass ich so weitermachen und Spaß haben soll. Dann kommen die Ergebnisse von alleine." Und das sind Resultate, von denen die italienische Nationalmannschaft momentan nur träumen kann.

Fazit