Formel 1: Aston-Martin-Probleme: Newey krank, Auto zu schwer, Motor zu schwach

Großes Aston-Martin-Upgrade in Ungarn
Adrian Newey gibt eigene Fehler zu

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.07.2026
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Adrian Newey - Aston Martin - Formel 1 - 2026
Foto: xpb

Die ersten Rennen des Jahres waren ein Krampf. Doch nun sieht man bei Aston Martin langsam Licht am Ende des Tunnels. Noch vor der Sommerpause soll in Ungarn ein deutlich überarbeiteter und vor allem leichterer AMR26 debütieren. Damit trennt das Team die Einführung des neuen Aeropakets von Hondas geplanter Motor-Weiterentwicklung. Ursprünglich hatte das Team angekündigt, dass beide Schritte gemeinsam kommen sollen.

Der Zeitplan wurde nun gesplittet, weil die Verbesserungen an der Power Unit noch etwas auf sich warten lassen. Ursprünglich hatte man das Rennwochenende in Spa-Francorchamps angepeilt. Nun könnte es bis Monza dauern, bis der Honda-V6 endlich ein paar PS mehr zur Verfügung stellt.

Aston Martin will die neue Fahrzeug-Basis trotzdem möglichst früh auf die Strecke bringen, um noch vor der Sommerpause eine belastbare Entwicklungsrichtung für die zweite Saisonhälfte festzulegen. Die Verantwortlichen wollen unbedingt noch dieses Jahr zeigen, dass man die Probleme verstanden hat und die ersten Gegenmaßnahmen funktionieren.

Fernando Alonso - Aston Martin - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Clive Rose via Getty Images

AMR26 bekommt erstes Facelift

Dass das Update nun in Ungarn kommen soll, liegt auch am Layout der Strecke. In Spa würden die Briten mit dem Defizit bei der Motorleistung auf den langen Geraden ohnehin leiden – unabhängig von der Ausbaustufe des Autos. Der kurvige Hungaroring passt dagegen besser zu einem runderneuerten Aero-Paket.

Zuletzt geisterten viele Gerüchte über ein komplett neues Auto durch das Fahrerlager. Tatsächlich handelt es sich nach Informationen des Teams aber nicht um einen radikalen Konzeptwechsel, sondern um eine gezielte Überarbeitung der Schwächen des AMR26, der zu wenig Abtrieb produziert und unter Übergewicht leidet.

Adrian Newey erklärte, dass die Grundstruktur erhalten bleiben soll, aber sowohl das Chassis als auch das Getriebe einem Diätprogramm unterzogen wurde. Man hofft damit, möglichst nahe an das Mindestgewicht von 768 Kilogramm heranzukommen. Dafür musste der vordere Teil des Monocoques neu homologiert und erneut crashgetestet werden. Vorn bleibt die Aufhängung unverändert, hinten gibt es eine leichte Revision. Dazu kommen eine neue Nase und eine substanziell überarbeitete Verkleidung und Flügel.

Adrian Newey - Aston Martin - Formel 1 - 2026
xpb

Problemlösung nicht über Nacht

Newey dämpft trotz des Großumbaus die Erwartungen: "In der Vergangenheit wurde hier nicht genug in Simulationswerkzeuge investiert – und zwar nicht nur beim Projektmanagement, sondern auch bei den eigentlichen physikalischen Kernwerkzeugen. Diese Investitionen werden jetzt nachgeholt. Aber man erstellt solche Werkzeuge nicht über Nacht neu und validiert sie. Sie richtig mit dem echten Auto abzugleichen, braucht Zeit."

Die schwierigen Wintertests in Barcelona und Bahrain hätten nicht nur Fahrzeugschwächen offengelegt, sondern auch Defizite in Prozessen und Systemen. Newey spricht von Tools und Abläufen, die über Jahre zusammengeflickt wurden, aber nicht auf dem neuesten Stand sind. Die Defizite bei der Infrastruktur führte zu viel Frust und Verzögerungen bei der Produktion von Teilen.

Der späte Arbeitsbeginn des Aerodynamik-Gurus wirkte sich ebenfalls negativ aus: "Wir haben eine mutige Entwicklungsrichtung eingeschlagen, was auf meine Kappe geht. Wir waren leider nicht in der luxuriösen Situation, mehrere Konzepte gegeneinander zu evaluieren, weil nicht genug Zeit bliebt. Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, ist zwar nicht fundamental falsch, aber sie hat zu einigen Problemen geführt, die wir nicht vorhergesehen haben."

Dazu enthüllte Newey auch noch, dass er im letzten Jahr gesundheitlich angeschlagen war. "Jetzt ist es wieder okay. Aber das war eine schwierige Zeit. Manchmal kommt alles zusammen. Ich war einfach nicht bei 100 Prozent. Ich musste eine gute Balance zwischen der Arbeit und meiner Gesundheit finden."

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