Die Fans von Aston Martin mussten sich diese Saison in Geduld üben. Mit großen Ambitionen gestartet legte der Rennstall aus Silverstone einen Fehlstart hin, wie man ihn in der Formel-1-Geschichte nur selten erlebt hatte. Sowohl beim Honda-Motor als auch beim restlichen Auto konnte Aston Martin nicht annähernd mit der Konkurrenz mithalten.
In der Qualifikation von Spa-Francorchamps fehlten Fernando Alonso und Lance Stroll zuletzt mehr als fünfeinhalb Sekunden auf die Spitze. Selbst Neuling Cadillac, der zum Saisonstart noch mit den grünen Rennwagen auf Augenhöhe gekämpft hatte, ist mittlerweile weit enteilt. Zwei Sekunden fuhr Aston Martin der US-Konkurrenz in Belgien hinterher.
Nachdem sich die Ingenieure in den ersten zehn Rennen mit Upgrades zurückgehalten haben, soll in Ungarn endlich die Wende eingeleitet werden. Kurz vor der Sommerpause bekam der AMR 26 endlich eine Generalsanierung. Adrian Newey wollte zwar nicht von einer B-Version sprechen, die Liste der Neuerungen ist dennoch beeindruckend. Man kann zumindest von einem umfangreichen Facelift sprechen.

Die hochgezogenen Kühleinlässe in den neu geformten Seitenkästen sind eines der auffälligsten Features des Aston-Martin-Facelifts.
16 Upgrades in der FIA-Liste
In der offiziellen FIA-Upgrade-Dokumentation wurden aerodynamische Änderungen an den Seitenkästen, an der Motorhaube, am Unterboden, am Diffusor, an den Flügeln vorne und hinten, an der Nase, an den seitlichen Leitblechen, an der Motorhaube und an der hinteren Aufhängung angegeben. Dazu wurden auch die vielen kleinen Winglets an den Radträgern neu gestaltet. Insgesamt sind 16 Punkte aufgelistet. So umfangreich wurde bisher noch kein Auto in dieser Saison von einem zum anderen Rennen umgebaut.
Newey hofft, durch das neue Paket zumindest die Chance zu haben, erstmals in dieser Saison die zweite Quali-Runde zu erreichen. Doch Alonso zeigte sich in seiner Medienrunde am Donnerstag (23.7.) eher skeptisch. "Die letzten zwei Rennen in Silverstone und Spa waren besonders hart. Die Jungs vor uns lagen 2,1 Sekunden weg. Kein Paket der Welt bringt solch einen großen Fortschritt bei der Rundenzeit."
Im Vergleich zu Spa hilft Aston Martin aber auch noch das Layout in Budapest. Auf dem kurvigen Hungaroring spielt die Motorleistung nicht die entscheidende Rolle. Das PS-Defizit des Honda-Pakets ist hier also nur ein kleinerer Faktor. Man sollte also gut erkennen können, ob die Umbauten am restlichen Chassis wirklich den erwarteten Fortschritt bringen.

Fernando Alonso versuchte die Erwartungen vor dem ersten Einsatz der B-Version zu dämpfen.
Fahrer und Team bitten Fans um Geduld
"Ich schaue nicht so genau auf die Rundenzeiten und die Positionen", stellte Alonso vor dem Ungarn-Wochenende klar. "Mir geht es mehr darum, zu verstehen, ob wir mit dem Auto die richtige Entwicklungsrichtung eingeschlagen haben. Ob wir uns auf einem guten Weg befinden und dem Paket endlich mehr Performance entlocken können."
Einsatzleiter Mike Krack bat die Fans um Geduld, sollte der erhoffte Fortschritt nicht gleich beim ersten Einsatz des Facelifts in Budapest eintreten. "Wenn man so ein großes Upgrade bringt, muss das Rennteam so schnell wie möglich lernen. Wir haben keinen Wintertest, wo man ausgiebig vergleichen kann. Wir hängen stark von den Daten ab, und dass wir die Simulationen richtig verstehen."
Das wahre Potenzial des großen Umbaus könnte sich erst nach der Sommerpause zeigen: "Wir werden sicher nicht alles aus dem ersten Run im Training rausholen können", warnt Krack. "Wir haben gute Teams an der Strecke und in der Fabrik, die schnell alle Daten analysieren werden. Es wird aber etwas Zeit brauchen, bis wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen."
Nach der Sommerpause geht die Aufrüstung des Aston Martin AMR-26 dann direkt in die nächste Runde. Für Zandvoort hat Honda die erst Ausbaustufe der Power Unit angekündigt. Über das sogenannte ADUO-Verfahren durften die Japaner das Antriebspaket umfangreich verbessern. Der Rückstand auf die Konkurrenz fiel auch in der PS-Wertung groß aus. Man darf gespannt sein, wie gut das neue Motoren-Paket nach dem Upgrade mithalten kann.












