Lando Norris hat der WM-Titel im Vorjahr noch kein Glück gebracht. Zusätzlich zur Formdelle seines McLaren-Teams erwischte der Brite auch noch eine persönliche Pechsträhne. In den ersten neun Rennen wurde er immer wieder von der Technik im Stich gelassen. Der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung scheint längst zerplatzt.
Auch in Spa-Francorchamps wird es wohl keinen großen Befreiungsschlag geben. McLaren kündigte schon am Donnerstag (16.7.) an, dass Norris in der Startaufstellung weit nach hinten geworfen wird. Der Pilot kassiert eine Rückversetzung um zehn Startplätze, weil er mit seinen Antriebskomponenten über das erlaubte Limit gerät.
In diesem Fall haben die Ingenieure entschieden, dem McLaren mit der Startnummer 1 die vierte Elektronik-Steuereinheit einzubauen. Von dieser Komponente sind nur drei pro Saison erlaubt. Die erste ging schon beim China-Grand-Prix über den Jordan. Damals konnte Norris das Rennen wegen des Defekts gar nicht starten.

Lando Norris ist dieses Jahr vom Pech verfolgt.
Norris-Strafe unausweichlich
Die zweite Elektronik-Steuerung gab im Training zum Japan-Grand-Prix den Geist auf. Sie konnte anschließend noch einmal kurzfristig repariert werden. Im zweiten Training von Monaco segnete sie dann endgültig das Zeitliche. Die dritte Einheit, die seit Japan zum Einsatz kam, entspricht mittlerweile nicht mehr dem neuesten Stand der Technik.
Motoren-Partner Mercedes hatte das Bauteil nach verschiedenen Defekten an der Elektronik überarbeitet. Der Einbau des neuen Modells ist nun allerdings mit der erwähnten Startplatzstrafe verbunden. Die McLaren-Verantwortlichen wollten das Risiko weiterer Rennausfälle mit dem alten Steuergerät nicht eingehen.
Für Norris war das Schicksal unausweichlich. Irgendwann in der verbleibenden Saison wäre es auf jeden Fall zu einem Wechsel und der damit verbundenen Rückversetzung gekommen. Die Wahl der Ingenieure fiel schließlich auf das Rennen in Spa, weil sich die verlorenen Positionen hier noch am besten aufholen lassen. McLaren hofft, dass die nun verbaute Steuereinheit bis zum Saisonende hält und es zu keinen weiteren Strafen kommt.

Für die Saison 2026 mussten neue Motoren entwickelt werden. Die liefen zu Beginn noch nicht ganz zuverlässig.
Weitere Strafen erwartet
Norris ist übrigens nicht der erste Pilot, der in dieser Saison über das erlaubte Motoren-Kontingent hinausgehen musste. In Silverstone ließ Lance Stroll die vierte Antriebseinheit einbauen. Weil der Kanadier aber sowieso von ganz hinten gestartet wäre, wirkte sich die Strafe nicht im Verlust von Positionen aus.
Es handelte sich damals aber um eine Änderung der Spezifikation im Vergleich zur Qualifikation. Weil damit die Parc-Fermé-Regeln verletzt wurden, musste Stroll aus der Boxengasse starten.
Experten erwarten in der zweiten Saisonhälfte noch einige weitere Motorenstrafen quer durchs ganze Feld. Die neuen Power Units, die in dieser Saison zum Einsatz kommen, hatten in den ersten Rennen bei vielen Teams noch Kinderkrankheiten gezeigt.












