In der letzten Winterpause hatten Rookies nicht viel zu melden. Mit dem Übergang auf eine komplett neue Rennwagen-Generation setzten die meisten Teams auf bewährtes Personal im Cockpit. Die Ingenieure wollten sich nicht die Doppelbelastung aufbürden, mit einem neuen Fahrer und einem neuen Auto anzutreten.
Nur ein einziges Team wagte das Experiment. Racing Bulls hat das freigewordene Cockpit von Isack Hadjar mit Nachwuchstalent Arvid Lindblad besetzt. Bis jetzt dürften die Verantwortlichen den Poker nicht bereut haben. Generell sind in letzter Zeit viele junge Nachwuchsstars richtig gut eingeschlagen: Kimi Antonelli, Oliver Bearman und Gabriel Bortoleto sind weitere Beispiele, die den Teamchefs Mut machen sollten, auch weiter auf die Jugend zu setzen.
Viele Experten halten Rafael Câmara aktuell für das größte Talent in den Nachwuchsserien. Der 21-jährige Brasilianer gewann im vergangenen Jahr überlegen den Titel in der Formel 3. Und auch nach dem Aufstieg in die Formel 2 sorgte der Ferrari-Junior direkt wieder für Furore. In seinen ersten beiden Einsätzen in Melbourne und Miami raste Câmara sofort aufs Podium. Aktuell belegt der Serienneuling Rang sieben in der Fahrerwertung.

Formel-3-Meister Camara konnte auch in der Formel 2 auf Anhieb überzeugen.
Câmara bereit für F1-Aufstieg
In Maranello ist man offenbar der Meinung, dass der Mann aus dem hauseigenen Nachwuchskader schon bereit ist, den Sprung in die Königsklasse zu schaffen. Allerdings sind die Plätze im Werksteam schon besetzt. Charles Leclerc hat gerade erst einen neuen Vertrag unterschrieben. Und Lewis Hamilton hatte zuletzt ebenfalls angedeutet, die Rente noch ein bisschen hinauszuschieben.
Erste Anlaufstation für Rookies aus der Ferrari-Akademie ist traditionell das Haas-Team. Der US-Rennstall ist enger Technik-Partner der Scuderia. Damit haben die Italiener auch direkten Zugriff auf die Daten. Mit Ollie Bearman hat hier ein weiterer Ferrari-Junior schon sein F1-Ausbildungsprogramm begonnen. Der Brite ließ sein Talent bereits in der Vorsaison mehrfach aufblitzen. Der 21-jährige Brite gilt aktuell als erster Kandidat für den Aufstieg, sollte sich bei Ferrari eine Tür öffnen.
Câmara würde ebenfalls gerne ein paar Ausbildungsjahre bei Haas bestreiten. Aktuell ist das zweite Cockpit aber noch mit Esteban Ocon besetzt. Teamchef Ayao Komatsu hatte jedoch in der Winterpause leichte Kritik am Franzosen geäußert. Mit der Leistung aus dem Vorjahr war man nicht zufrieden. Mit seiner Erfahrung und seinem Talent darf sich Ocon nicht regelmäßig von Bearman bügeln lassen.

Esteban Ocon gerät durch die Konkurrenz aus dem Ferrari-Nachwuchskader unter Druck.
Ocon unter Druck
In dieser Saison hat Ocon aber auch noch nicht viel dafür getan, um seine Weiterbeschäftigung zu rechtfertigen. Man muss allerdings auch erwähnen, dass das Glück nicht gerade auf der Seite des 29-Jährigen lag. So sprangen an den ersten sechs Rennwochenenden nur magere drei Pünktchen heraus.
Geld spielt sicher auch eine Rolle bei der Entscheidung, die am Ende alleine bei Haas liegt. Ocon gilt als der bestbezahlteste Pilot, den es beim Rennstall aus North Carolina je gab. Ein Rookie wie Câmara wäre sicher deutlich günstiger. Wenn Ocon sein Cockpit in der Winterpause nicht an den Youngster verlieren will, muss er jetzt eine Schippe drauflegen.












