Als Ferrari bei den Testfahrten in Bahrain die ersten Testrunden mit seinem rotierenden Heckflügel abspulte, war die Aufregung groß. So etwas hatte man noch nie gesehen. Der Flap klappte nicht einfach nur nach oben, wie es früher beim DRS der Fall war, sondern drehte sich um 180 Grad nach. Durch den schwungvollen Verstellmechanismus bekam das Bauteil von Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur den Spitznamen "Macarena"-Flügel verpasst.
Mittlerweile hat man sich an den Anblick gewöhnt. Schon vor dem Grand Prix von Belgien gab es Gerüchte, dass Ferrari bereits eine neue Version des innovativen Flügel-Designs in Arbeit hat. In Spa tauchte der neue Flügel noch nicht auf. Nach Informationen von autoracer.it soll das Upgrade nun aber in Budapest seine Premiere feiern.
Wie unsere italienischen Kollegen berichten, hat der Fokus bei der Weiterentwicklung nicht nur darauf gelegen, den Luftwiderstand bei geöffnetem Zustand weiter zu senken, sondern den Abtrieb im geschlossenen Modus auch noch zu erhöhen. Dafür soll der Flügel wie bei Mercedes mit kleinen Ansätzen an der oberen Flap-Kante bestückt werden. Auf dem kurvigen Hungaroring freuen sich die Fahrer bekanntlich über jedes Bisschen zusätzlichen Anpressdruck.

In Belgien rüstete Red Bull auf einen konventionellen Klappflügel zurück.
Red Bull plant Macarena-Comeback
Red Bull war ebenfalls früh auf den Macarena-Zug aufgesprungen. Seit Miami flippte der Flap auch an den Autos von Max Verstappen und Isack Hadjar ein halbes Mal um die eigene Achse – wenn auch in die entgegengesetzte Richtung. Ganz ausgereift war die Technik allerdings nicht. Verstappen flog sowohl in Spielberg als auch in Silverstone bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke, weil sich der Flügel beim Anbremsen nicht richtig geschlossen hatte.
Die FIA leitete eine Untersuchung ein, um herauszufinden, ob von dem Flügel-Konzept ein Sicherheitsrisiko ausgehe. Doch da hatten die Red-Bull-Ingenieure den Fehler in der Mechanik angeblich schon gefunden. In Belgien wurden beiden Autos noch einmal auf eine konventionelle Spezifikation zurückgerüstet. Für Budapest soll aber schon eine überarbeitete Version des Rotationsflügels parat stehen.
Auch mit dem Standard-Modell lief es beim Verstappen-Heimspiel ganz ordentlich. Der vierfache Weltmeister schaffte es immerhin aufs Podest. Den Einsatz des alten Flügels kommentierte der Pilot relativ nüchtern: "Er hat gut funktioniert. Er hat das Auto immerhin auf der Strecke gehalten."

McLaren will den Flügel auch rotieren lassen - zunächst aber erst einmal nur im Training.
McLaren-Flügel mit Verspätung
Mit McLaren will auf dem Hungaroring auch noch ein drittes Team bei der Macarena-Party mitmischen. Das Weltmeisterteam hatte schon vor Spielberg angekündigt, dass man an einer eigenen Version arbeite. Bei der Montage in der Box stießen die Mechaniker allerdings auf Probleme. Der erste Einsatz musste deshalb verschoben werden.
In Budapest wollen die Ingenieure nun einen zweiten Anlauf wagen. Der Flügel ist Teil eines größeren Upgrade-Pakets am MCL40, zu dem auch ein neuer Unterboden gehört. Zusammen mit weiteren Aerodynamik-Komponenten soll damit das Abtriebs-Defizit des Papaya-Renners reduziert werden.
Teamchef Andrea Stella kündigte allerdings schon an, dass der neue Macarena-Flügel zunächst nur im ersten Training getestet werden soll. Die Verantwortlichen sprechen von einem "Experimental-Flügel", mit dem man Daten sammeln will. Weder in Budapest (26.7.) noch in Zandvoort (23.8.) ist ein Renneinsatz geplant. Für McLaren kann man nur hoffen, dass die Technik bis Monza (6.9.) ausgereift ist. Auf der Highspeed-Strecke kann man einen effizienten Flügel besonders gut gebrauchen.












