Formel 1: Experte warnt: Schmeißt Ferrari den WM-Titel weg?

Formel-1-Experte warnt
Schmeißt Ferrari den WM-Titel weg?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.07.2026
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Die Sommerpause markiert die Mitte der Formel-1-Saison. Während jetzt die "Silly Season" beginnt, also die Phase, in der die Gespräche über Fahrerwechsel stattfinden und die Gerüchteküche brodelt, bereiten sich die Teams hinter den Kulissen intensiv auf die zweite Hälfte und damit auch auf den Kampf um den Meisterschaftstitel vor.

Bereits bei den Tests vor Beginn der Saison sorgte Ferrari mit seinem innovativen "Macarena"-Flügel, also einem Flap, welcher sich um seine eigene Achse dreht, für Aufsehen. Die roten Raketen sorgten besonders zu Beginn der Saison regelmäßig beim Start der Rennen für Aufsehen. Kein anderes Team machte auf den ersten Metern so viele Plätze gut.

Ferrari konnte somit zwar an der Spitze mitfahren, für Siege reicht es jedoch erstmal nicht. Zu stark war der neue Motor von Mercedes. Am Ende gingen acht von insgesamt elf Rennsiegen an den deutschen Rennstall. Ferrari konnte lediglich zwei Erfolge in Barcelona und Silverstone feiern.

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Ferrari

Vergebene Chance in Budapest

Trotz erfolgreicher Upgrades und innovativer Technik gingen Ferrari wiederholt wichtige Punkte durch die Lappen. Ein Beispiel dafür ist der GP in Ungarn: "Der Hungaroring war als Rennstrecke eigentlich wie gemacht für Ferrari", erklärt Formel-1-Experte Michael Schmidt.

Die Voraussetzungen hätten gepasst: "Es gab keine großen Energiesorgen. Dadurch war das Defizit, das sie beim Motor trotz des Upgrades immer noch haben, weniger sichtbar."

Laut Schmidt hat Ferrari vor allem auf Strecken wie dem Hungaroring, die sich, ähnlich wie Kartbahnen, durch viele schnelle Kurvenwechsel auszeichnen, einen entscheidenden Vorteil: Dank Vorteilen beim Abtrieb kommen die Ferrari am besten durch die Kurven.

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Ferrari

Wiederholendes Muster

Doch am Sonntag im Rennen kam es dann ganz anders. Statt eines großen Triumphs konnten die beiden Fahrer am Ende nur die Plätze 4 und 5 belegen. Für Schmidt zeigt sich hier ein wiederholendes Muster.

"Ferrari legt am Freitag im Training immer los wie die Feuerwehr. Die Autos sind meistens auch am besten präpariert von allen Teams." Doch wenn es darauf ankommt, kosten immer wieder Strategiefehler den Sieg.

Das Risiko, mit weichen Reifen zu starten, ging in Ungarn nicht auf, nachdem beide Piloten einen schlechten Start erwischt hatten. Ob dieses Glücksspiel grundsätzlich falsch war, sieht Schmidt nicht eindeutig: "Man könnte argumentieren, dass es zu viel Risiko war. Ich bin mir gar nicht so sicher, aber der Start hätte natürlich funktionieren müssen, sonst sind die weichen Reifen eben ein Handicap."

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Wilhelm

Déjà-vu bei VSC- und Safety-Car-Phasen

Besonders kritisch bewertet Schmidt Ferraris Entscheidungen zum Boxenstopp während der Neutralisation. Ihn erinnert die Situation stark an den Patzer in Silverstone, bei dem Lewis Hamilton wegen eines Reifenwechsels vom zweiten auf den dritten Platz zurückfiel. Ferrari hatte die Hoffnung, dass das Rennen für die letzte Runde noch freigegeben würde und man sich durch frische Reifen absichern könnte.

Für Schmidt war diese Logik nicht grundsätzlich falsch, aber stark abhängig von Position und Risiko: "Meiner Ansicht nach kann man das machen, wenn ein Fahrer genügend Vorsprung hat, so wie Charles Leclerc in Silverstone." Auch in Ungarn hatte Lando Norris sich auf diese Weise abgesichert, aber "der konnte auch nichts verlieren."

Doch bei Hamilton sei die Ausgangslage in Budapest eine andere gewesen: "Hamilton war Zweiter. Er muss die Position auf der Strecke halten, vor allem weil man gesehen hat, wie schwer das Überholen ist."

Ferrari - GP Ungarn 2026
Ferrari

Hamilton unter Druck

Schmidt stellt jedoch klar, dass nicht alle Patzer auf die Schuld des Teams zurückzuführen sind. Gerade Hamilton seien in den letzten paar Rennwochenenden immer wieder selbst kleine Fehler unterlaufen, die ihm langfristig den Anschluss an die WM-Spitze kosten könnten. Der Grund für diese Patzer ist für Schmidt klar: "Hamilton fährt das erste Mal wieder seit 2021 um den WM-Titel. Der Druck veranlasst ihn, kleine Fehler zu machen, denn er weiß, dass am Limit alles funktionieren muss, damit er den Mercedes wirklich schlägt."

Dass das italienische Team Potenzial hat, steht für Schmidt außer Frage. Die Entwicklung des Rennwagens sei gelungen: "Dieses Jahr haben alle Upgrades gezündet." Zudem erwartet er, dass Ferrari noch weitere "Trümpfe" in Reserve hat – darunter auch das angekündigte große Motorupgrade in Monza. Eine weitere Stärke sieht Schmidt außerdem in den Boxenstopps, die "mit Sicherheit die besten im Feld sind".

Und doch gebe es eine entscheidende Schwachstelle: "Immer wieder hat das Team strategisch kleine Schwächen, vielleicht weil sie es gerade auch zu gut machen wollen." Verantwortlich für dieses Risikospiel ist laut Schmidt auch Teamchef Frederic Vasseur. Dieser nehme sich Red Bull als Vorbild, da "es ein Teil des früheren Erfolgs bei Red Bull war, dass sie in jedem Bereich des Autos und des Rennablaufs immer ins Risiko gegangen sind. Am Limit geht das natürlich auch hin und wieder schief, trotzdem leben er und Ferrari das jetzt auch."

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