Formel 1: Brutale Strafen: Qualifying-Ergebnis nachträglich geändert

Brutale Strafen für Hamilton und Antonelli
Ferrari und Mercedes verlieren Startplätze

GP Ungarn 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.07.2026
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Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Foto: xpb

Zum ersten Mal in dieser Saison steht kein Mercedes auf dem besten Startplatz. Gerne hätte Ferrari für die Wachablösung gesorgt. Doch Lewis Hamilton fehlten im Top-Ten-Finale von Budapest 12 Tausendstel auf Landsmann Lando Norris. Teamkollege Charles Leclerc konnte sich ebenfalls vor Mercedes-Speerspitze Kimi Antonelli einreihen. Sein Rückstand fiel mit knapp zweieinhalb Zehntel schon etwas deutlicher aus.

Doch nach der Session flatterte bei Ferrari noch unerwünschte Post in den virtuellen Briefkasten. Lewis Hamilton wurde von den FIA-Stewards vorgeladen. Er hatte nach Abschluss seiner letzten schnellen Runde dem zweiten McLaren von Oscar Piastri in Kurve 1 im Weg gestanden. Der Australier musste seinen Run nach der Blockade-Aktion abbrechen. Für Hamilton hatte er noch ein unfreundliches Handzeichen parat.

Der Rekordsieger machte ein Problem mit der Kommunikation für den Zwischenfall verantwortlich: "Mir wurde erst Bescheid gesagt, als er praktisch schon am Kurvenscheitel direkt hinter mir war. Ich dachte, dass sich alle anderen Autos hinter mir auf einer Out-Lap befinden. Ich dachte, dass alle ihre Runde beenden. Das war keine Absicht."

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
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Hamilton muss drei Plätze zurück

Teamchef Frederic Vasseur versuchte die Konfusion zu entschuldigen: "Es gab da zu diesem Zeitpunkt zu viele Informationen auf einmal mit der gelben Flagge in der Zielkurve und Piastri. Wir haben ihm alles ins Cockpit gefunkt, aber es kam zu spät." Hamilton erklärte in der Anhörung außerdem, dass er sich in einem Streckenabschnitt befand, wo er im Rückspiegel nichts sehen konnte.

Die FIA-Stewards kannten allerdings keine Gnade. Sie ließen die Ausreden nicht gelten und sprachen eine Rückversetzung um 3 Startplätze aus, obwohl eigentlich das Team und nicht der Pilot den Fehler machte. "Wir waren hier in Budapest von der ersten Session an konkurrenzfähig. Ich habe also Hoffnung, dass wir die Pace haben, um morgen eine Aufholjagd zu starten", erklärte Hamilton kämpferisch, nachdem er von seiner Strafe erfahren hatte.

Einer der Profiteure der Hamilton-Rückversetzung wäre eigentlich Kimi Antonelli gewesen. Doch der Mercedes-Pilot kassierte ebenfalls eine Strafe, die ihn 3 Startplätze nach hinten wirft. Der Mercedes-Pilot wurde wie Hamilton nach der Session ins FIA-Büro zitiert, wo ihm ein Vergehen unter gelben Flaggen vorgeworfen wurde. Er hatte im letzten Versuch eine persönliche Bestzeit gesetzt, obwohl er in der Zielkurve am kurzzeitig gestrandeten Red Bull von Max Verstappen vorbeikam. Der Niederländer hatte sich gedreht.

Kimi Antonelli - Mercedes - GP Ungarn 2026
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Auch Antonelli kassiert Strafe

Antonelli blickte der Untersuchung zunächst entspannt entgegen. Er behauptete, dass er an der Gefahrenstelle den Gasfuß gelupft hatte. "Ich habe die gelben Flaggen am Eingang der Kurve gesehen. Ich bin dann vom Gas und war bei der Minimalgeschwindigkeit am Scheitel auch deutlich langsamer als bei meinem Versuch vorher. Da habe ich einiges liegengelassen. Sonst wäre sich sicher schneller gewesen als Charles (Leclerc)."

Doch nach der Anhörung kamen die FIA-Kommissare zu einem anderen Urteil. Sie erkannten zwar in den Telemetriedaten, dass Antonelli kurz gelupft hatte. "Aber die Reduzierung der Geschwindigkeit erfolgte nur für einen sehr kurzen Moment. Der Speed an der Stelle des Zwischenfalls mit dem Auto Nummer 3 war sogar etwas höher als in der vorherigen schnellen Runde."

Auch der Zeitverlust fiel nicht so hoch aus, wie vom Piloten beschrieben. Im Urteil heißt es: "Die Zeit in dem betreffenden Mini-Sektor war nur 0,03 Sekunden langsamer als bei seiner Bestzeit. Durch das Lupfen war er zu Beginn des Gelbe-Flaggen-Sektors 14 km/h langsamer, aber dann an der Gefahrenstelle 3 km/h schneller, weil er weniger hart auf die Bremse ging. Die Reduzierung der Geschwindigkeit betrug damit weniger als 1 Prozent."

Kimi Antonelli - Mercedes - GP Ungarn 2026
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Strafe mit Vorgeschichte

Das Regelbuch sieht für zu schnelles Fahren unter gelben Flaggen eigentlich eine Rückversetzung um 5 Startplätze vor. Weil aber eine leichte Geschwindigkeitsreduzierung zu erkennen war, sprachen die Kommissare von mildernden Umständen, die zu einer Abschwächung des Urteils auf "nur" noch 3 Startplätze führte.

Die Strafe ist trotzdem ärgerlich für Antonelli. Erst vor wenigen Wochen in Österreich durfte George Russell seine Pole-Position behalten, nachdem er ebenfalls unter gelben Flaggen gelupft hatte. Antonelli hatte seine Runde damals abgebrochen und wurde dafür kritisiert. Jetzt lupfte er auch – allerdings nicht genug – und wurde dafür bestraft.

Durch die beiden Rückversetzungen teilen sich nun Norris und Leclerc die erste Reihe. Dahinter dürfen sich Piastri und Verstappen in Reihe zwei aufstellen. Hamilton muss von Startplatz 5 aus Schadensbegrenzung betreiben. Er steht neben George Russell in Reihe drei. Antonelli wirft die Strafe in die vierte Reihe auf P7 zurück. Er parkt seinen Silberpfeil leicht versetzt neben Isack Hadjar.

* Strafe: +3 Startplätze

Fazit