Lewis Hamilton - Mercedes Wilhelm
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Monaco 2021
Hamilton - Verstappen - GP Abu Dhabi 2021
Charles Leclerc - Ferrari - GP Monaco 2021
Fernando Alonso - Alpine - GP Katar 2021 60 Bilder

Formel 1-Auto in Zahlen: Kosten, Daten, Sensoren

Ein Formel 1-Auto in Zahlen Alles zu Kosten und Technik

Was kostet ein Formel 1-Auto? Wie viele Sensoren sind verbaut? Wie lange dauert es, die schnellsten Autos der Welt zu lackieren und sie aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen? Wir haben uns die Zahlen besorgt.

Mit dem GP Abu Dhabi 2021 endete eine Ära. Die bekannten Rennwagen haben ausgedient und wandern ins Museum. Sie machen Platz für eine neue Fahrzeug-Generation, die ab dieser Saison die Champions League des Motorsports noch attraktiver machen soll. Doch bevor wir das neue Kapitel aufschlagen, wollen wir die Auslaufmodelle noch einmal würdigen. Wir haben uns die Zahlen zu den aerodynamisch komplexesten Autos der Grand-Prix-Geschichte besorgt.

6.500 Aus so vielen Teilen bestand der Mercedes W12, wenn man den Motor nur als ein einziges Bauteil dazu nimmt. Nur wenige davon sind tatsächlich sichtbar. 93 Prozent der Teile verstecken sich unter der Verkleidung. Zum Vergleich: Der erste Silberpfeil der Formel 1, der W196, wurde aus etwa 3.500 Teilen zusammengebaut.

10.000 Das ist in etwa die Summe der Teile, aus der die Power Unit zusammengestellt wird. Auch 2022 fährt die Formel 1 weiterhin mit 1,6 Liter großen Turbomotoren, einer Batterie und zwei Elektromaschinen (MGU-H und MGU-K). Die Power Unit darf gemäß des Reglements ein Mindestgewicht von 150 Kilogramm nicht unterschreiten.

1.200 Aus so vielen Einzelteilen wird das Getriebe zusammengefügt. Es ist nach dem Motor das schwerste Bauteil in einem Formel 1-Auto.

220.000 Euro. So viel kostet in etwa das Achtgang-Getriebe in einem Formel-1-Auto, wie uns eines der kleineren Teams verraten hat.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
xpb
Der Mercedes besteht aus etwa 6.500 Einzelteilen.

So viel kostet ein Chassis

350.000 Euro werden für ein Chassis (Monocoque) veranschlagt.

4 Wochen dauert es circa, ein Chassis zu bauen. 12 Stunden gehen für die "Lego-Box" vorne drauf. Weitere rund 20 Stunden für jede der hinteren Hälften. Dann wird der vordere Teil mit dem hinteren verklebt und verheiratet. Ein Formel-1-Auto setzt sich übrigens aus so vielen Metallen zusammen, dass es laut den Ingenieuren zu viele sind, um sie alle aufzulisten.

100.000 Euro veranschlagen die Teams für den Frontflügel. In etwa genauso viel kostet der Unterboden.

65.000 Euro kostet der Heckflügel.

15.000 Euro bezahlen die Teams für den Halo-Cockpitschutz. Ohne die Aufsätze, die sie aus aerodynamischen Gründen selbst anmontieren.

293.000 Euro werden als Preis für einen ganzen Satz Dreiecksquerlenker rundum genannt.

25.000 Euro. So hoch sind die Materialkosten für einen Satz Bremsen rundum.

6.000 Euro kostet ein Schlagschrauber. Das kann wie alles andere aber von Team zu Team variieren. Je größer, desto ausgefeilter, desto teurer.

Boxenstopp-Equipment - F1-Schlagschrauber 2021
ams
Ein Schlagschrauber zum Preis eines Kleinwagens.

25 Steuergeräte unter Verkleidung

400 Sensoren verrichten in einem Auto gemäß Mercedes ihren Dienst. Zwei Drittel davon kümmern sich um das Chassis, ein Drittel zeichnet Daten zur Power Unit auf.

48.000 Datenkanäle. So viele allein gibt es zur Power Unit. Zu Zeiten des V8-Saugers waren es gerade einmal 5.600. Das verdeutlicht einmal, wie komplex die Hybrid-Motoren sind. Die geringe Ausfallquote ist ein Beweis dafür, wie exzellent Formel-1-Ingenieure arbeiten. Nicht alle Kanäle sind rein auf die Power Unit ausgerichtet. Es gibt auch Interaktionen mit dem Chassis. Zum Beispiel zwischen der Elektromaschine MGU-K, die im Schleppbetrieb Energie gewinnt, und dem Brake-by-Wire-System. Hier braucht es die richtige Balance, um die Hinterachse nicht zu überbremsen.

2x2x1 Millimeter ist ein Temperatursensor klein. Er wiegt weniger als ein Gramm. Vor zehn Jahren noch setzten die Teams große Infrarot-Kameras ein, um die Reifentemperatur zu messen. Heutzutage sind die Sensoren komplett integriert und geben dem Fahrer zu jeder Zeit Zugriff auf mehrere, verschiedene Informationen zur Reifentemperatur. Ein Temperatursensor gehört zu den gängigsten in einem Auto. Daneben gibt es zum Beispiel noch Sensoren die Kraft-, Beschleunigung (längs, quer), Wegstrecke und Druck messen. Ein Drucksensor wiegt 3,6 Gramm.

1 Überwachungssystem gibt es pro Reifen. Es sendet Informationen zu Druck und Temperatur an den zentralen Daten-Logger – ähnlich wie in einem Straßenauto.

25 Steuergeräte befinden sich unter der Verkleidung. Für welche Baugruppen sind sie zuständig? Zum Beispiel: Power Unit, Getriebesteuerung, Sensorprotokollierung (verschiedene Typen und Raten, mit und ohne Live-Telemetrie, kabelgebundene oder kabellose Auslagerung etc.), Unfalldatenaufzeichnung, Lenkrad, Funkverkehr, GPS, Telemetrie-Antenne.

Mercedes - Reifentest - Abu Dhabi - 2021
Motorsport Images
Die Reifentemperaturen werden mittels Sensoren genau überwacht.

Kabelstrang 5.000 Meter

50 Megabyte an Daten pro Kilometer erzeugt ein Formel-1-Auto im Renntrimm. 2011 kamen über ein Wochenende hinweg etwa 18 Gigabyte zustande. Heute zeichnen die Datenträger etwa 70 GB über ein Rennwochenende auf.

3 Kameras sind am Auto angebracht.

10 Kühler sorgen dafür, dass es unter der Verkleidung nicht zu heiß wird. Sie kühlen fünf Flüssigkeiten.

7 Hauptflüssigkeiten zirkulieren durch ein Auto: Benzin (Tank, Motor), Öl (Motor, Getriebe), Wasser (im Kühlmittel), Hydraulikflüssigkeit (Servolenkung), ein Mittel für die ERS-Kühlung, Bremsflüssigkeit, Fahrergetränk. Es gibt über 50 Leitungen, durch die sie zirkulieren. Wenn eine versagt, zwingt es zur Aufgabe. Ausgenommen die Leitung zum Fahrer. Der muss dann ohne Trinkversorgung bis ins Ziel kommen.

150.000 Euro sind die Kühler in etwa wert. Da gibt es wie bei den anderen Teilen aber von Team zu Team Schwankungen.

5.000 Meter. So lange wäre der Kabelstrang, wenn man ihn ausbauen und auf dem Boden auslegen würde.

Start - GP England 2020
xpb
Aus dem Stand beschleunigen die Autos in unter 2,5 Sekunden auf 100 km/h.

In 2,25 Sekunden auf 100 km/h

230 Stunden dauert es, um den Mercedes zu lackieren. Wie viele Liter an Farbe werden dafür verwendet? Darüber schweigt man lieber. Man will der Konkurrenz nicht zu viel verraten.

60 Mannstunden dauert es, um den W12 in der Garage zusammenzuschrauben, sobald alle Transportkisten an der Rennstrecke verladen sind.

2,25 Sekunden. Das ist der beste Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h, den Mercedes je gemessen hat. Er wurde bei den Wintertestfahrten 2020 in Barcelona aufgestellt. In einem Rennen liegt der beste Wert bei 2,4 Sekunden – so schnell beschleunigte der schwarze Silberpfeil in Silverstone 2020.

55 Meter. In dieser kurzen Distanz entschleunigt der Mercedes von 300 auf 100 km/h. Von 100 km/h bis in den Stillstand messen die Teams nicht, weil es keine wirkliche Relevanz für sie hat. Bei geringen Geschwindigkeiten reißt der Abtrieb durch die Aerodynamik ab.

720 Löcher hat eine Bremsscheibe.

5,2g. Das ist der höchste Wert, den Mercedes je in einer Kurve aufgestellt hat. Die G-Kräfte lagen für mehr als eine halbe Sekunde in der schnellen Schikane von Melbourne (Kurve 11-12) und in Pouhon in Spa-Francorchamps an. In Silverstone, Hockenheim und Shanghai wurden Werte von 5,1g in Kurven verzeichnet. Wenn man die Einschränkung von einer halben Sekunde ausklammert, sprang sogar mal ein Wert von 9g heraus. Das war bei einem Richtungswechsel in Silverstone.

Formel 1 Aktuell Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - 26. Mai 2022 Leclerc optimistisch vor Heimspiel Angespannte Motorensituation

Der Ferrari-Fahrer lässt sich von Rückschlägen nicht runterziehen.

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