Formel 1: Indien, Korea, Thailand - wohin expandiert die Formel 1 als Nächstes?

Bewerbung für neue Grand-Prix-Rennen
Wohin expandiert die Formel 1 als Nächstes?

GP Portugal 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.04.2026
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Red Bull Showrun - Bangkok - 2013
Foto: Dean Treml/ Red Bull via Getty Images

Auch wenn sich die Wachstumskurve zuletzt etwas abgeflacht hat, ist die Boomphase der Formel 1 noch längst nicht vorbei. Dank einer aggressiven Social-Media-Strategie, der Netflix-Doku "Drive to Survive" und des erfolgreichen Hollywood-Films "F1" steigt das Interesse an der Königsklasse immer weiter. Vor allem abseits der europäischen Kernregion eroberten die Marketingspezialisten zuletzt viele neue Märkte.

Die Expansionspolitik spiegelt sich auch im Rennkalender wider. Mit 24 Grands Prix hat der Spielplan einen Umfang erreicht, der die Teams an ihre Belastungsgrenzen bringt. Formel-1-Boss Stefano Domenicali hat bereits angekündigt, dass er aktuell keine weitere Ausdehnung anstrebt. Das heißt: Wenn neue Rennen auf die Formel-1-Landkarte wollen, müssen andere dafür weichen.

In den letzten Jahren wurde der Fokus sehr stark auf den US-amerikanischen Markt gelegt. Mit Austin, Miami und Las Vegas werden mittlerweile drei Rennen in der Heimat von Ford und Cadillac ausgetragen. Die US-Strategie hatte Erfolg. Mit der Streamingplattform Apple TV konnte kürzlich ein neuer, millionenschwerer Rechtevertrag für Live-Übertragungen abgeschlossen werden.

Kyalami - GT-Rennen
BMW

Afrika-Comeback noch nicht bereit

Die Frage lautet, wohin die Formel 1 ihre Fühler als Nächstes ausstreckt. Gerne würde man zum Beispiel auf den afrikanischen Markt expandieren. Der schwarze Kontinent ist noch ein weißer Fleck auf der Formel-1-Karte, der viel Potenzial verspricht. Lewis Hamilton fordert schon seit Jahren, dass hier endlich wieder regelmäßig Rennen ausgetragen werden sollten.

Die alte Rennstrecke in Kyalami wurde in den letzten Jahren umfangreich modernisiert. Zwischen 1967 und 1992 wurde der Südafrika-Grand-Prix hier 20 Mal ausgetragen. Dazu gab es Überlegungen, die Formel 1 mit einem neuen Stadtkurs nach Kapstadt zu locken. Auch in Ruanda und Marokko tauchten immer mal wieder Initiativen auf. Konkrete Pläne für die Austragung eines GP-Rennens gibt es aber noch nicht.

Momentan sieht es eher danach aus, als würde die Formel 1 als Nächstes auf dem asiatischen Markt expandieren. Domenicali war bereits in Thailand, um mit den lokalen Politikern über ein neues Stadtkurs-Rennen in Bangkok zu verhandeln. Die notwendigen staatlichen Mittel für ein Grand-Prix-Event in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar sollen bereits bewilligt worden sein. Die Organisatoren streben ein Debüt in der Saison 2028 an. Ein fester Vertrag wurde aber noch nicht unterschrieben.

Fernando Alonso - Ferrari F138 - GP Korea 2013
Wilhelm

Formel 1 in Thailand oder Korea?

Auch in Indien gab es zuletzt Bestrebungen, die Formel 1 wieder zurückzuholen. Sportminister Mansukh Mandaviya brachte ein Comeback der Königsklasse auf dem Buddh International Circuit in Neu-Delhi ins Gespräch. Schon 2027 sollte es so weit sein. Hier war die Formel 1 in den Jahren 2011, 2012 und 2013 zuletzt zu Gast. Doch die Formel 1 stellte klar, dass es keine schnelle Rückkehr nach Indien geben wird.

Mit Südkorea gibt es noch einen weiteren asiatischen Staat, der großes Interesse an einem Grand Prix zeigt. Auf dem Kurs von Yeongam fuhr die Formel 1 zwischen 2010 und 2013 vier Mal. Dann wollte der lokale Promoter die Gebühren nicht mehr bezahlen. In den vergangenen Jahren waberten immer mal Gerüchte über ein mögliches Stadtkurs-Rennen in der Hauptstadt Seoul durchs Fahrerlager. Konkret wurden die Pläne aber nie.

Jetzt hat sich eine neue Initiative gegründet, die eine Rennstrecke in Incheon, 30 Kilometer westlich von Seoul, geplant hat. Laut lokalen Berichten gibt es schon erste Entwürfe für ein 4,96 Kilometer langes Kurs-Layout im Songdo Moonlight Festival Park. Das Konstruktionsbüro von Herrman Tilke, das schon viele Rennstrecken weltweit geplant und gebaut hat, soll auch hier tätig werden.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 23. Oktober 2020
xpb

Kein Neuling im F1-Kalender für 2027

Die Kurssetzung soll zum Teil auf schon bestehende Straßen zurückgreifen. Natürlich müssten dazu noch Boxengebäude und Tribünen errichtet werden. Eine Machbarkeitsstudie wurde hier bereits durchgeführt, in der ein positiver Effekt für den Tourismus und den lokalen Arbeitsmarkt festgestellt wurde. Die Investitionen sollen vor allem aus dem privaten Sektor kommen.

Der Plan der Organisatoren sieht vor, in der Saison 2028 in den Kalender aufgenommen zu werden. Noch hat es aber offenbar keine konkreten Gespräche gegeben. F1-Boss Domenicali betonte immer wieder, dass es bei neuen Rennen immer eine langfristige Perspektive geben muss. Einmalige Auftritte oder GP-Orte, die nach wenigen Events wieder aus dem Kalender fliegen, wolle man nicht.

Welcher der Kandidaten am Ende den Zuschlag bekommt, lässt sich noch nicht sagen. Klar scheint aber jetzt schon, dass die Formel 1 in der kommenden Saison 2027 keinen Neuling aufnehmen wird. Im Vergleich zum aktuellen Kalender ändert sich wohl nur, dass Portimão (zuletzt 2021 dabei) den Platz von Zandvoort übernimmt. Der Vertrag mit dem Algarve-GP läuft erst einmal nur über zwei Jahre. Die F1-Verantwortlichen bleiben damit flexibel, was die Kalenderplanung angeht.

Fazit