Carlos Sainz - Formel 1 - GP Frankreich 2022 xpb
Charles Leclerc - Formel 1 - GP Frankreich 2022
Max Verstappen - Formel 1 - GP Frankreich 2022
Russell & Hamilton - Formel 1 - GP Frankreich 2022
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Taktik-Check GP Frankreich 2022: Sainz-Strategie

Taktik-Check GP Frankreich Strategie-Fehler bei Sainz?

GP Frankreich 2022

Das Safety-Car in der 18. Runde nahm den meisten Teams die Strategie-Entscheidungen ab. Trotzdem bleiben Fragen offen. Warum die meisten trotz 56 Grad auf dem Asphalt ein Einstopp-Rennen wählten, ob Charles Leclerc gewonnen hätte und was für Carlos Sainz drin gewesen wäre?

Bei der Hitze hätte jeder auf ein Zweistopp-Rennen getippt. Selbst Pirelli-Sportchef Mario Isola zweifelte, ob die Fahrer mit einem Stopp über die Distanz kommen würden. "Das geht nur mit viel Reifenmanagement. Die Reifen heizen sich in den lang gezogenen Kurven auf und verlieren wegen der großen Hitze auf den Geraden kaum Temperatur. Sie sind also konstant im Stress."

Für ein Einstopp-Rennen sprach, dass die Rennleitung kurzfristig die 60 km/h-Zone in der 424 Meter langen Boxengasse verlängert hatte und damit den ohnehin schon langen Boxenstopp noch verlängerte. Der Zeitverlust bei einem Reifenwechsel stieg von 28 auf 31 Sekunden. "So stark kann dein Reifen gar nicht abbauen, dass du diese Zeit auf der Strecke verlierst", erklären die Mercedes-Strategen.

Nur vier Fahrer mit zwei Stopps

Damit war es praktisch Gesetz in der Safety-Car-Phase in Runde 18 die Reifen zu wechseln und dann bis zum bitteren Ende durchzuhalten. Ein bisschen früh, aber machbar, wie zwölf der 16 Fahrer in Wertung demonstrierten. Nur Carlos Sainz, Valtteri Bottas, Mick Schumacher und Guanyu Zhou nahmen zwei Mal die Umleitung über die Boxengasse.

Die meisten Teams hatten sich schon nach zehn Runden dazu entschieden auf ein Einstopp-Rennen zu setzen. Die Reifen bauten weniger stark ab als gedacht. Auch bei Max Verstappen, der in Runde16 als einer der ersten Fahrer in die Boxengasse abbog. "Es war der frühestmögliche Zeitpunkt für einen Stopp. Weil sich Leclerc etwas abgesetzt hatte und wir eine Lücke im Verkehr sahen, haben wir mit dem Undercut zugeschlagen", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Verstappen hatte schon nach einer halben Runde Charles Leclerc virtuell überholt. Doch Ferrari dachte gar nicht daran, seinen Starpiloten an die Box zu holen. Er sollte so lange wie möglich auf der Strecke bleiben, um Verstappen zur Attacke zu zwingen und das Reifendelta so groß wie möglich zu gestalten. Es kam nicht dazu. Zwei Runden nach Verstappens Boxenstopp segelte Leclerc in die Reifenstapel der Le-Beausset-Kurve.

Charles Leclerc - Formel 1 - GP Frankreich 2022
xpb
Leclerc wäre nach seinem Stopp hinter Verstappen gefallen. Hätte er am Ende den Konter setzen können?

Leclerc mit Verstappen-Taktik

Das führt automatisch zu der Frage, ob Leclerc den Red Bull noch eingeholt und überholt hätte. "Es wäre ein super Duell geworden", glaubt Verstappen. Doch dann gehen wie so oft die Ansichten schon auseinander. Red Bull glaubt, dass der Top-Speed-Vorteil ausgereicht hätte, auch einen schnelleren Ferrari abzuwehren.

Ferrari verweist auf das Beispiel George Russell und Sergio Perez. Russell kam vor der Schikane ein Mal an Perez fast vorbei. Trotz schlechterem Top-Speed. Die Ferrari waren mit offenem DRS den Red Bull ebenbürtig. Sainz wurde mit 344,4 km/h gestoppt, Perez mit 341,8 km/h.

Mercedes sieht noch einen weiteren Vorteil für Leclerc. "Das Reifen-Delta und das schnellere Auto hätte ihm mehr Strategieoptionen offengelassen. Leclerc hätte auch ein zweites Mal stoppen können, wenn er zu Verstappen wieder aufgeschlossen hätte. Er hatte noch einen zweiten Satz Medium in der Hinterhand. Dann wäre der Reifenvorteil am Ende richtig groß gewesen." Wir erinnern uns: Mit exakt dieser Taktik hatte Verstappen 2021 Lewis Hamilton in die Knie gezwungen.

Warum profitierte Hamilton nicht vom Gratis-Stopp?

Nach dem Ausfall des WM-Zweiten hatte Max Verstappen freie Fahrt. Obwohl die ganze Meute hinter ihm Gratis-Stopps während der Neutralisation bekam und der Weltmeister nach seinem frühen Stopp unter Renntempo auf Platz 7 mit einem Rückstand von 27,4 Sekunden auf die Spitze zurückfiel, lag er beim Re-Start vorne. Selbst Mercedes glaubte, dass wenigstens Hamilton von dem geschenkten Reifenwechsel hätte profitieren müssen.

Der Jubilar lag zunächst 7,0 Sekunden hinter Verstappen, nach dessen Reifenwechsel 17,2 Sekunden vor ihm. Es reichte trotzdem nicht. Die Mercedes-Strategen zählen zwei Gründe auf. "Lewis lag genau an der Grenze, an der es klappen konnte. Aber Max hat bis zum Safety-Car zwei extrem starke Runden auf den frischen Reifen hingelegt. Wir hatten bei dem ganzen Verkehr in der Boxengasse nicht die ideale Durchfahrtzeit." Im Vergleich der beiden IN-Runden verlor Hamilton 7,0 Sekunden auf Verstappen, bei der Durchfahrtzeit 1,9 Sekunden und in der OUT-Runde 0,7 Sekunden.

Die Mercedes brauchten mit den Medium-Reifen acht Runden, bis sich der Abstand zur Spitze stabilisierte. Auf den harten Reifen konnte Hamilton erst nach 22 Runden mit den Rundenzeiten von Verstappen mithalten. Lag es am geringeren Reifenverschleiß? "Es kann auch sein, dass Verstappen sein Tempo nur auf Lewis ausgerichtet und Reifen geschont hat. Perez hatte mehr Mühe mit den Reifen, aber der war an dem Tag kein Maßstab."

Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Frankreich 2022
Wilhelm
Hamilton wäre nach dem Boxenstopp beinahe vor Verstappen gelandet - aber nur beinahe.

Sainz überholt 16 Mal

Die Angst vor zu starker Reifenabnutzung bei einer Restdistanz von 33 Runden ließ das Rennen nach dem Re-Start etwas einschlafen. Nur Sainz sorgte mit seiner Aufholjagd für Unterhaltung. Für ihn kam das frühe Safety-Car ungelegen. Er war wie Valtteri Bottas und Pierre Gasly auf harten Reifen gestartet und wollte damit so lange wie möglich fahren. Den Medium-Reifen traute man 33 Runden eigentlich nicht zu. Gasly hat sie trotzdem bis ins Ziel gestreichelt.

Der Alpha-Tauri-Pilot fuhr allerdings auch ein anderes Rennen als Sainz. Gasly steckte die meiste Zeit in einem DRS-Zug im Mittelfeld fest. Sainz stand vor der Aufgabe aus der letzten Startreihe so weit vor zu fahren wie möglich. Das Motto war Attacke. Auf den harten Reifen machte Sainz acht Positionen gut, mit der ersten Garnitur Medium fünf, mit dem zweiten Satz drei. 16 Überholmanöver in einem Rennen stempelten ihn zum "Fahrer des Tages".

Ferrari machte seiner Nummer zwei das Leben schwer. Der Boxenstopp dauerte 3,7 Sekunden. Da brannten dem Fahrer die Sicherungen durch. Sainz fädelte sich eigenmächtig in den Verkehr in der Boxengasse ein und fuhr dabei Alexander Albon direkt vor die Nase. Das gab fünf Sekunden Strafe. Was dann folgte, war ein Stück Komödie. Sainz und sein Renningenieur diskutierten rundenlang darüber, ob überhaupt und wann man einen zweiten Boxenstopp einlegen sollte.

Zweiter Sainz-Stopp acht Runden zu spät

Ferrari entschied sich für einen zweiten Reifenwechsel in der 42. Runde. Nach Expertenmeinung acht Runden zu spät. Nur elf Runden vor Schluss konnte Sainz nur noch die zwei McLaren und Fernando Alonso überholen. Das hätte er auch bei einem früheren Stopp geschafft. Um an George Russell und Sergio Perez vorbei noch auf das Podium zu fahren, hätte er bei 30 Sekunden Rückstand mehr Zeit gebraucht.

Sainz fuhr im Finale im Schnitt 1,7 Sekunden schneller als der Mercedes und der Red Bull vor ihm. Er kam noch bis auf 11,5 Sekunden heran. Hätte Ferrari den Spanier schon in Runde 34 abgefertigt, wäre er 28 Sekunden hinter Russell und Perez gefallen, hätte aber danach auch mehr Autos vor der Nase gehabt. Statt auf Platz 9 wäre er vermutlich hinter Sebastian Vettel und Valtteri Bottas als Dreizehnter auf die Strecke zurückgekehrt. Hätte er das Tempo auch über 19 Runden hochhalten können, hätte es Sainz wenigstens in den Windschatten der Podiumsanwärter geschafft.

Ferrari-Rennleiter Mattia Binotto weigert sich von einem Strategiefehler zu sprechen: "Wir haben den Stint von Carlos ausgedehnt, um so viele Informationen wie möglich über den Reifenverschleiß zu bekommen. Wir haben dann erkannt, dass der Reifen nicht bis zum Ende durchhält. Wenn wir draußen geblieben wären, hätte das ein Sicherheitsrisiko bedeutet."

Draußenbleiben wäre auch ohne die Sicherheitsbedenken keine Alternative gewesen. "Das Renntempo von Carlos auf den alten Reifen war auch nicht gut genug, um einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden auf Perez und Russell rauszufahren. Ohne Boxenstopp hätte er ja seine Strafe egalisieren müssen. So haben wir zudem noch die schnellste Rennrunde gedreht und einen Punkt für den Fahrer und das Team gewonnen."

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