Charles Leclerc - GP Italien 2022 Wilhelm
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Charles Leclerc - Ferrari - GP Italien 2022 - Monza - Rennen
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F1 Taktik-Check GP Italien: Ferrari-Strategie korrekt?

F1 Taktik-Check GP Italien Darum musste Ferrari ins Risiko

Ferrari stand in der Vergangenheit oft wegen der Strategie in der Kritik. Beim Heimspiel in Monza wurde vor allem der frühe erste Leclerc-Stopp in der VSC-Phase hinterfragt. War die Taktik nachvollziehbar oder ist erneut Kritik angebracht?

Es ist aus Sicht von Ferrari wie verhext. Egal, von wo Max Verstappen startet, er gewinnt das Rennen. In Budapest von Platz 10, in Spa von Rang 14 und in Monza von Position 7. Da hilft Ferrari nicht einmal die Pole Position. In der ersten Saisonhälfte hätte Ferrari diese Rennen locker gewonnen. Jetzt stellt man sich im roten Lager nur noch die Frage, wie lange es dauert, bis Verstappen die Führung übernimmt. In Ungarn dauerte es 51 Runden, in Spa 18 und in Monza 12.

Auf eine Runde ist der Ferrari immer noch so schnell wie der Red Bull. Im Rennen nicht mehr. Seit dem GP Frankreich frisst der Ferrari seine Reifen. Je nachdem, wohin sich die Fahrzeugbalance verschiebt. In Monza brachen die Vorderreifen ein. Charles Leclerc spürte schon nach zehn Runden Anzeichen davon. Zu dem Zeitpunkt hing ihm Verstappen beinahe schon im DRS-Bereich.

VSC-Stopp war richtig

Die Reifenmisere zwingt Ferrari zu alternativen Strategien. In Budapest und Spa ging es schief. In Monza hätte bei normalem Verlauf laut Teamchef Mattia Binotto keine Taktik der Welt geholfen, den Red Bull zu schlagen. Der frühe Stopp in der VSC-Phase war ein Poker ohne Risiko. George Russell hatte man unter allen Umständen im Griff. Carlos Sainz, Sergio Perez und Lewis Hamilton lagen wegen ihrer schlechten Startpositionen zu weit zurück.

Die Entscheidung für zwei Stopps verbesserte zwar nicht Leclercs Chancen gegen Verstappen, machte ihn aber flexibler bei Zwischenfällen. Also war es ein Selbstläufer, das VSC-Geschenk anzunehmen, auch wenn man nur zu 80 Prozent vom Zeitvorteil profitierte.

Allein die Tatsache, dass Red Bull mit Verstappen das gleiche ins Kalkül zog, wenn Leclerc auf der Strecke geblieben wäre und dass Mercedes den Stopp mit Russell nur abblies, weil kurz vor der Boxeneinfahrt die VSC-Phase zu Ende ging zeigt, dass Ferrari richtig taktiert hat.

Charles Leclerc - GP Italien 2022
Wilhelm
Ferrari zog in der VSC-Phase die Reißleine. Es war die einzige Chance.

Re-Start hätte Ferrari nicht geholfen

Auch der Zeitpunkt des zweiten Boxenstopps von Leclerc in Runde 33 war richtig gewählt. Spät genug, um mit Soft-Reifen bis zum Ende zu kommen. Früh genug, um noch Zeit auf Verstappen gutzumachen. Doch Leclerc holte viel weniger Zeit auf den Red Bull auf, als man sich erhoffte. Von 19,6 auf 16,6 Sekunden in 15 Runden. Trotz frischerer und weicherer Reifen. Das zeigt, wie groß das Reifenproblem von Ferrari ist.

Unter dem Gesichtspunkt war es illusorisch zu fordern, dass Leclerc auf dem Satz Medium bis zum Rennende hätte durchhalten soll. Er hätte die Führung nie verteidigt und am Ende noch Probleme mit Russell bekommen.

Verstappen hatte vorher innerhalb von acht Runden den Rückstand von 10,1 auf 5,4 Sekunden verkürzt. Das war nie und nimmer zu halten. Bevor man vor vollem Haus in Monza die Schmach erträgt, von Verstappen im Zweikampf gedemütigt zu werden, spielt man lieber gleich die Karte, das Unmögliche mit einem frischen Satz Soft möglich zu machen.

Das späte Safety-Car gab allen Ferrari-Fans noch einmal Hoffnung, dass Leclerc in einem kurzen Sprint am Ende doch noch Verstappen überlistet. Deshalb war das Pfeifkonzert besonders laut, als sich herausstellte, dass dieses Rennen hinter dem Safety-Car zu Ende gehen würde. Binotto dämpfte übertriebene Erwartungen an den Shootout am Ende: "Max hatte frische weiche Reifen, Charles gebrauchte. Es hätte wahrscheinlich nicht geklappt."

George Russell - Mercedes - Formel 1 - GP Italien - Monza - 9. September 2022
xpb
George Russell fand auf dem harten Reifen keinen Speed.

Harter Reifen die falsche Wahl

Carlos Sainz hätte größere Chancen gehabt, George Russell vom dritten Platz zu stoßen. Der Spanier bekam frische Soft-Reifen, Mercedes hatte für Russell nur noch angefahrene im Angebot. Und vom Mercedes weiß man, dass er in den ersten zwei Runden nach einem Re-Start verwundbar ist, weil sich die Reifen so langsam aufwärmen.

Trotzdem ließen die Strategen Lewis Hamilton auf der Bahn. Um den fünften Platz gegen Sergio Perez abzusichern. Und weil Hamilton am Funk sagte, dass er sich ein Mini-Rennen auf 20 Runden alten Soft-Reifen zutrauen würde. "Es war klar, dass dieses Rennen höchstens ein oder zwei Runden dauern würde", rechnete man am Mercedes-Kommandostand. Als es gar nicht mehr angepfiffen wurde, hätte sich jeder geärgert, der frischen Reifen zuliebe einen Platz geopfert hätte.

Obwohl Mercedes vom Speed diesmal klar langsamer war als Red Bull und Ferrari und auch die geringere Reifenabnutzung nicht zum Joker wurde, schaffte es ein Mercedes-Fahrer wieder auf das Podium und das Team sammelte weitere 25 Punkte auf.

Dabei gaben die Strategen noch einen Fehler zu: "Wir wünschten, wir hätten den harten Reifen für George nie genommen. Er war zu langsam. Deshalb konnte Sainz in unser Boxenstopp-Fenster fahren. George hat ab einem bestimmten Moment einfach keinen Speed mehr gefunden. Mit dem Medium-Reifen hätten wir uns das Leben leichter gemacht."

Daniel Ricciardo - Monza - GP Italien 2022
Wilhelm
Ricciardo spielte den Prellbock im Mittelfeld.

DRS-Zug hinter Ricciardo

Während Carlos Sainz im Rundentakt ein Auto nach dem anderen überholte, brauchte Hamilton länger, bis er nach vorne stieß. Der Top-Speed des Mercedes lag 11 km/h unter dem des Ferrari. Es dauerte 16 Runden, bis Hamilton endlich die Gruppe hinter sich gelassen hatte, die von Esteban Ocon angeführt wurde.

Die Ingenieure zögerten dann den Boxenstopp so lange wie möglich hinaus. Hamilton wechselte zum ersten Mal Reifen, als Leclerc bereits zum zweiten Mal zum Reifenservice an der Box stand. Die Überlegung dahinter: "Wir wollten Lewis vor die Gruppe mit Ricciardo bringen. Das ging nicht. Deshalb haben wir uns für das größtmögliche Reifen-Delta mit den weichen Reifen am Schluss entschlossen."

Daniel Ricciardo ließ viele Kollegen verzweifeln. Hinter ihm staute sich fast das gesamte Rennen ein DRS-Zug mit Lando Norris, Pierre Gasly, Fernando Alonso, Nyck de Vries und Guanyu Zhou. Es gab kein Entkommen. Nur für Norris auf Befehl des Teams. Für de Vries war der Autokorso ein Geschenk. "Er hat mir geholfen an der Gruppe dranzubleiben." Zhou verfluchte ihn. Der Chinese hätte bei freier Fahrt vier Zehntel pro Runde schneller fahren können.

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