Lewis Hamilton - Mercedes - GP Singapur 2022 Wilhelm
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Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Singapur - Qualifikation - 1.10.2022
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Singapur - Qualifikation - 1.10.2022
Hamilton - Leclerc - Formel 1 - GP Singapur - Qualifikation - 1.10.2022 20 Bilder

Hamilton verliert Singapur-Pole in Kurve 16

Hamilton verliert Pole in Kurve 16 Perfektes Timing mit Schönheitsfehler

GP Singapur 2022

Lewis Hamilton hatte seine erste Pole Position in diesem Jahr auf dem Fuß. Der vierfache Singapur-Sieger war in Topform, das Timing passte. Wären da nicht ein Quersteher in Kurve 16 und die leidige Piercing-Geschichte gewesen, hätte es ein perfekter Tag sein können.

Zweiter im Q1, Zweiter im Q2: Spätestens da war klar, dass Lewis Hamilton ein Wort um die Pole Position mitsprechen würde. Und tatsächlich sah es bis zur letzten Sekunde des Q3 so aus, als könnte der Mercedes-Pilot zum ersten Mal in diesem Jahr auf den besten Startplatz fahren. Besonders als er im zweiten Sektor absolute Bestzeit fuhr. Doch dann ließ Hamilton wieder dort Zeit liegen, wo er schon das ganze Wochenende Zeit verloren hatte. Im letzten Sektor war er nur Viertbester.

Hamilton machte einen Quersteher in Kurve 16 für die 54 Tausendstel verantwortlich, die ihm am Ende auf Charles Leclercs Pole Position fehlten. "Da verlor er Schwung für die folgende Passage", ärgerte sich Teamchef Toto Wolff. Man muss allerdings dazu sagen, dass Hamilton seine besten Sektoren in eine Runde gepackt hatte, während die Idealzeiten von Max Verstappen und Charles Leclerc deutlich unter dem lagen, was sie auf die Strecke brachten. Mercedes-Messungen zeigten, dass Verstappen sieben Zehntel unter der Bestzeit lag, als er seine Runde abbrechen musste.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Singapur 2022
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Lewis Hamilton war schnell - und sorgte wegen des Nasenpiercings für Diskussionsstoff.

Mercedes-Trick mit zwei Abkühlrunden

Hamilton zeigte sich trotzdem zufrieden: "Ich habe auf eine Traumrunde wie die von 2018 gehofft, aber dazu ist unser Auto nicht in der Lage." Obwohl der Marina Bay Circuit zu den besseren Strecken für den Mercedes W13 zählt, haben Red Bull und Ferrari weiter Vorteile. "Hamilton und Russell müssen viel mehr am Lenkrad arbeiten, um auf gleiche Zeiten zu kommen wie die Fahrer der anderen beiden Teams", erzählte TV-Experte Martin Brundle als Streckenspion.

Hamilton lobte sein Team: "Der Platz in der zweiten Startreihe zeigt, dass wir nicht locker lassen. Wir wussten, dass wir besser als in Monza sein würden, haben aber nicht gedacht, dass es so gut läuft." Chefingenieur Andrew Shovlin warf ein: "Die Tatsache, dass zum Schluss alle lange auf der Strecke geblieben sind, hat uns geholfen, die Reifen in ihr Fenster zu bringen und dort zu halten."

Taktisch hatte Mercedes alles richtig gemacht. Im Gegensatz zu Red Bull füllte man genug Benzin in den Tank, um sieben Runden am Stück zu überstehen. Und man timte den Einsatz im Q3 so, dass Hamilton als Letzter aller Topfavoriten über die Ziellinie fuhr. Der Plan ging so: Einer Aufwärmrunde folgten zwei schnelle, dann zwei Abkühlrunden und wieder eine schnelle, so dass am Ende immer noch genug Sprit an Bord war, um sicher an die Boxen zurückzukehren. Die Strategen waren sicher: "Das war aus Sicht des Grips die beste Lösung."

George Russell - Mercedes - GP Singapur 2022
Wilhelm
Aus in Q2: Die Technik raubte George Russell das Vertrauen ins Auto.

Hamiltons teurer Nasenstecker

George Russell sah Hamiltons Fahrt auf den dritten Startplatz bereits als Zuschauer. Der WM-Vierte verpasste den Aufstieg ins Q2 um sechs Tausendstel. Russell machte technische Probleme dafür verantwortlich. Das Gaspedal blieb beim Lupfen in Zehnprozentstellung hängen und schob den Mercedes in die Kurven hinein, was auf einer feuchten Strecke nicht gerade vertrauensfördernd ist. Das gleiche war schon mal im ersten Training passiert. Außerdem machten Bremsprobleme dem 24-jährigen Engländer das Leben schwer.

Lewis Hamilton musste sich mit Problemen ganz anderer Art herumschlagen. Die FIA-Funktionäre hatten auf TV-Bildern entdeckt, dass der siebenfache Weltmeister wieder ein Nasen-Piercing trug, das er längst hätte ablegen sollen. Das steht im Konflikt mit dem Sportlichen Reglement, Kapitel 3, Anhang L. Hamilton erklärte den Sportkommissaren, dass er den ursprünglichen Nasenstecker im gewünschten Zeitrahmen entfernt, darauf aber eine Entzündung bekommen habe, worauf die Ärzte ihm rieten das Nasenloch wieder zu füllen.

FIA-Arzt Ian Roberts akzeptierte zwar das ärztliche Attest, das Hamilton einreichte, doch die Sache hatte noch ein Nachspiel. Da der Fahrer aus Sicht der FIA-Rechtsprechung Teil des Autos ist, hätte Mercedes bei der Technischen Abnahme angeben müssen, dass Hamilton wieder mit einem Nasenstecker fährt. Das war nicht der Fall. Mercedes muss für das Versäumnis eine Strafe von 25.000 Euro zahlen.

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