Trotz seines 18. Rangs wird Mick Schumacher für immer mit dem ikonischen Zieleinlauf des 110. Indianapolis 500 verbunden sein. Durch den Mauerknutscher vier Runden vor Schluss provozierte er das letzte Safety-Car eines historischen Renntags. Und damit den folgenden Ein-Runden-Showdown. Während Felix Rosenqvist (MSR-Honda) auf den letzten Metern David Malukas (Penske-Chevrolet) spektakulär niederringen konnte, musste sich Mick ins Ziel retten.
Schumacher erzählte danach den Pressevertretern: "Es war am Ende wirklich ein Kampf ums Überleben, besonders beim vorletzten Restart. Uns wurde gesagt, dass die Strecke gesäubert wurde. Die obere Linie wurde es aber definitiv nicht gut genug, weshalb ich rausgerutscht bin und die Mauer traf." Bereits davor fiel das Rennen des Rookies durch Neutralisierungen im Schlussspurt teils auseinander.
Die Ausgangslage ließ schon erahnen, dass es kein einfacher Tag werden würde: Durch den 27. von 33 Starträngen steckte Schumacher direkt im potentiellen Chaos. "Ich bin den Start sehr vorsichtig angegangen – vielleicht sogar etwas zu vorsichtig – und wurde dann links und rechts überholt. Aber wie alle gesagt haben: Es ist ein unglaublich langes Rennen, man muss einfach dranbleiben, und genau das haben wir getan."

Im Mittelpunkt: Gegensätzlich zur Formel 1 bietet das Indy 500 viele Kontakte zwischen Fans, Fahrzeugen und Fahrern.
Kurze Hoffnung, harsches Ende
Der deutsche Neuling kämpfte sich anschließend schrittweise nach vorne. Ihm halfen hierbei frühe Unfälle der Vorausfahrenden. Bis zur Rennhalbzeit war der gewonnene Boden allerdings überschaubar. Dann traute sich seine RLL-Mannschaft an eine abweichende Strategie. "Das Team hat einen fantastischen Job gemacht, die Boxenstopps waren perfekt. Die Änderungen, die wir am Auto vorgenommen haben, waren großartig und immer genau richtig für die Balance und das Fahrgefühl des Wagens."
Zwischenzeitlich stürmte Schumacher dank der abweichenden Strategie bis in die Top 6 vor. Um wirklich dauerhaft im Bereich der Top 10 zu landen, hätte es aber einen anderen Rennverlauf gebraucht. "Die späten Safety-Car-Phasen haben uns wehgetan, weil sie den Fahrern halfen, deren Taktik auf Spritsparen ausgelegt war. Wir hätten durchgängig Vollgas gegeben." Dazu kamen deutlich frischere Reifen als zum Beispiel beim späteren Sieger Felix Rosenqvist. Dass Mick Schumacher nicht nur alle 200 Runden absolvieren konnte, sondern auch als bester Rookie abgewinkt wurde, stimmte ihn versöhnlich.
"Insgesamt bin ich wirklich sehr glücklich. Natürlich wollen wir immer weiter vorne sein, aber wenn man bedenkt, wie viel passiert ist und wo wir angefangen haben, können wir mit unserem Ergebnis wirklich zufrieden sein. Ich habe Runde für Runde so viel gelernt, und jetzt verstehe ich, warum die Leute sagen, dass dies das größte Spektakel im Motorsport ist. Das ergibt absolut Sinn. Es ist ein unglaubliches Rennen und ein großartiges Gefühl, all diese Fans hier zu haben."
Keine rote Laterne mehr
Ein gutes Gefühl wird ebenfalls sein, nicht mehr den letzten Tabellenplatz zu belegen. Angesichts der Indy-500-Gaststarter, die so nun Teil der Wertung sind, war es natürlich zu erwarten. Mick schnappte sich aber auch einen Vollzeit-Gegner. Jetzt, da das stressvolle Saisonhighlight überstanden ist, möchte er darauf aufbauen. Bereits am kommenden Sonntag (31. Mai) steht der rustikale Stadtkurs von Detroit an.
Insgesamt füllen noch elf Läufe den Reiseplan. Vier Mal darf Mick weiter auf Ovalen üben. Zusätzlich zu Detroit befährt die US-Formelserie die neuen Stadtkurse von Markham (Kanada) sowie Washington. Und zusammenaddiert lassen vier klassische Rundstrecken Mick mehr in seinem Metier agieren. Besonders freut sich der Deutsche auf das Saisonfinale in Laguna Seca (6. September).












