Formel 1: Norris fordert schnelleres Auto: „Fahre besser als letztes Jahr“

Überraschendes Zwischenfazit von Lando Norris
„Fahre besser als letztes Jahr“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.08.2026
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Lando Norris - McLaren - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Foto: xpb

McLaren konnte mit einem ersten Sieg in Ungarn in die Sommerpause gehen. Mit Blick auf die anfänglichen Schwierigkeiten in der ersten Saisonhälfte kam dieser Triumph allerdings eher überraschend. Genau wie Red Bull fokussierte man sich in der vergangenen Saison noch lange auf die Weiterentwicklung des alten Boliden, um die Weltmeisterschaft vor Max Verstappen verteidigen zu können.

Mercedes und Ferrari hingegen setzten schon früh auf die Entwicklung der neuen Fahrzeuggeneration und starteten 2026 dementsprechend mit einem technologischen Vorsprung, dem Red Bull und McLaren lange Zeit hinterherhinkten.

Lando Norris sieht McLaren trotz des Sieges in Ungarn weiterhin im Rückstand: "Als Team und mit dem Auto sind wir mit Sicherheit noch nicht ganz auf dem Niveau, auf dem wir sein wollen und auf dem wir letzte Saison waren."

Lando Norris - McLaren - GP Ungarn 2026
McLaren

Norris zufrieden mit sich

Obwohl sich McLaren 2026 Stück für Stück an die Spitze herankämpfen musste, zieht Norris für sich persönlich ein positives Zwischenfazit. Mit Blick auf seine Leistung in der ersten Saisonhälfte sagt der Brite, er sei "ehrlich gesagt sehr zufrieden", vor allem weil es ihm gelungen sei, "das Potenzial des Autos zu maximieren".

Auch wenn der McLaren-Pilot im Vergleich zum Vorjahr nun drei Ränge tiefer in der WM-Gesamtwertung sitzt, findet er sehr überraschende Worte für seine Performance: "Ich denke, ich bin in dieser Hälfte der Saison besser gefahren, als ich es wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt letztes Jahr getan habe."

Anders ausgedrückt: Am Fahrer liegt es nicht, dass es dieses Jahr wohl nicht mit dem Titel klappt: "Leider führe ich die Weltmeisterschaft nicht an. Natürlich möchte ich ein stärkeres Auto – eins, das mir bessere Chancen gibt und mit dem ich die Ergebnisse einfahre, die ich mit meiner Leistung verdient hätte. Aber so ist die Formel 1 nun mal."

McLaren - Andrea Stella - GP Kanada 2026
xpb

Ungarn als positives Zeichen

Ein erster Beleg dafür, dass McLarens Richtung nun stimme, habe sich in Ungarn gezeigt. Für Norris ist sein Sieg kein Ausrutscher: "Wir fangen an, die Erfolge unserer harten Arbeit zu sehen. Unser Sieg in Ungarn war das Resultat unserer starken Upgrades am Auto. Aber wir müssen uns weiter anstrengen und uns weiterentwickeln, wenn wir zukünftig um Siege kämpfen wollen."

Aktuell gebe es allerdings noch einiges am Auto zu verstehen, bevor das Team das volle Potenzial ausschöpfen könne. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre machen Norris Mut: "Wir wissen aus den letzten Jahren, wie es ist, wenn man das Auto richtig versteht und was passiert, wenn man das Paket maximieren kann."

Oscar Piastri - McLaren - Formel 1 - 2026
Wilhelm

Neues Auto, neuer Fahrstil

Das Formel-1-Regelwerk für 2026 veränderte nicht nur Antrieb und Aerodynamik der Autos, sondern zwingt die Piloten auch zu einem anderen Fahrstil. Die Autos würden laut Norris nun "anders fahren" und man müsse sich "ziemlich stark anpassen".

Gleichzeitig sei eine Änderung des individuellen Fahrstils für Norris nichts Ungewöhnliches. Schon in Ungarn erklärte der Brite: "Ich musste meinen Fahrstil jedes Jahr meines Lebens anpassen."

Die Debatte um die veränderte Fahrweise drehte sich jüngst vor allem um George Russell, der sich vermehrt über Probleme mit seinem Mercedes-Boliden beklagt hatte und aktuell zwei Plätze hinter seinem deutlich jüngeren Teamkollegen Kimi Antonelli liegt.

"Ich nehme an, für Russell hat sein Fahrstil 20 Jahre lang funktioniert", so Norris. "Wenn du nicht bereit bist, dich auf ein anderes Auto einzustellen, dann bist du einfach nicht gut genug", fügte er hinzu. Es gehe vor allem darum, "das Auto zu fahren, das dir zur Verfügung gestellt wird."

Lando Norris - GP USA 2018
McLaren

Lob ans neue Reglement

Die neuen Regeln seien zwar eine "Abkehr von dem, was zuvor war", man sehe jedoch gleichzeitig "intensivere Rennaction, mehr Überholmanöver und mehr Kämpfe". Norris erklärt: "Bei jedem Rennen lernt man neue Dinge." Entscheidend sei es am Ende, "die richtige Balance zu finden".

Die Königsklasse empfindet Norris heutzutage als "so gesund wie nie zuvor". Die positive Entwicklung dessen könnten Fans, Fahrer und Teams gleichermaßen sehen.

Gleichzeitig schwingt auch etwas Selbstkritik mit, wenn er über die anhaltenden Diskussionen und Forderungen aus dem Fahrerlager spricht: "Die Formel 1 wird immer großartig sein. Ich weiß, dass jeder, der in diesem Sport involviert ist, ich eingeschlossen, leidenschaftlich daran interessiert ist, ihn noch besser zu machen. Gelegentlich versuchen wir, unsere Stimme zu nutzen, um den Sport zu verbessern. Das kommt nicht immer richtig rüber. Diese Leidenschaft kann manchmal mit einem durchgehen."

Nach dem überraschenden Sieg in Ungarn stellt sich nun die Frage, wie das Team für die zweite Saisonhälfte aufgestellt ist. Norris hält an seinem Motto fest: "Eine Sache, die ich gelernt habe, ist, dass man gar keine Erwartungen an die Zukunft haben und einfach in der Gegenwart arbeiten sollte. Ich denke, so haben wir bis jetzt auch als Team immer gemacht."

Fazit