Der Asphalt auf dem Hungaroring macht der FIA und den Formel-1-Teams Sorgen. Schon am Donnerstag hatte Nico Hülkenberg von einem "Flickenteppich" gesprochen. Vor allem in Kurve 1 sieht man große Streifen, wo die Fahrbahn auf der Ideallinie notdürftig ausgebessert wurde. Nach dem Freien Training kam dann eine neue Problemstelle hinzu. In der Zielkurve lösten sich der Untergrund plötzlich auf.
Die Verantwortlichen der FIA ließen verlauten, dass sie die Probleme mit dem aufbrechenden Asphalt am Hungaroring genau im Blick behalten. Man hofft, dass die Formel 1 einen Zwischenfall wie beim Monaco-Grand-Prix vermeiden kann. Dort war das Rennen nach ähnlichen Schäden an der Strecke per Roter Flagge unterbrochen worden, um Notreparaturen zu ermöglichen.
Schon am ersten Trainingstag in Ungarn hatten die Fahrer mit einer unebenen und zudem schmutzigen Fahrbahn zu kämpfen. Die Fans bekamen auffällig viele Quersteher, Verbremser und ungewöhnliche Linien zu sehen. Neben den Bodenwellen rückten dann auch noch die Auflösungserscheinungen in den Fokus. Besonders sichtbar wird das Problem im letzten Streckenabschnitt. Hier lösten sich einzelne Steine aus dem Asphalt. Das sorgt nicht nur für eine rauere Oberfläche, sondern macht die Ideallinie abseits der Spur ziemlich dreckig.

An den Übergängen der Asphalt-Flicken entstehen Bodenwellen.
Fahrer äußern Kritik
In der Fahrerbesprechung am Freitagabend wurde die Situation offen angesprochen. Sowohl die Bodenwellen als auch der Zustand des Asphalts wurden von den Piloten kritisiert. Mercedes-Pilot George Russell fand deutliche Worte. "Ein Drittel der Strecke wurde neu asphaltiert, leider mit einem wirklich schlechten Ergebnis."
Als Reaktion auf die Beschwerden rückten F1-Rennleiter Rui Marques und weitere Offizielle am Freitagabend zur Streckeninspektion aus. Die Bodenwelle in Kurve 1, wo die Autos in der Bremszone mit dem Unterboden aufsetzen, entstand offenbar als Folge des Übergangs zwischen altem und neuem Asphalt, der wohl nicht sauber ausgeführt wurde.
Die Veranstalter arbeiteten anschließend daran, die problematischen Stellen so gut wie möglich zu glätten. Im Fokus standen zwei Bereiche: einer direkt auf der Ideallinie und ein zweiter innen, wo ein überholendes Auto typischerweise beim Angriff unterwegs ist.

Besonders dramatisch bröckelt der Asphalt in der Zielkurve auf.
Reichen die Nachbesserungen
Auch bei anderen Rennserien soll es in den vergangenen Wochen schon zu Problemen gekommen sein. Als Konsequenz wurden die bereits erwähnten Flicken an den größten Schwachstellen angebracht. Allerdings bringen sie ein anderes Problem mit sich. Die ausgebesserten Abschnitte bieten nicht das gleiche Grip-Niveau wie der reguläre Asphalt.
Am kritischsten bleibt die Situation jedoch in der letzten Kurve. Dort löst sich der Belag ausgerechnet auf der Ideallinie. Das zwingt die Piloten, weiter nach außen auszuweichen, was zusätzliche Verschmutzung und noch weniger Grip abseits der Linie bedeutet.
Pirelli warnt vor höherem Verschleiß und Überhitzung. Eine rauere Oberfläche senkt den Grip, erhöht das Rutschen und damit die Temperatur im Reifen. Im Rennen könne sich das Problem von Runde zu Runde verschärfen, besonders bei dichtem Verkehr und steigenden Temperaturen.





