McLaren hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Vom Ende des Feldes mauserte sich das Traditionsteam zum überlegenen Doppel-Weltmeister. Ein Grund für den Aufschwung ist die gute Arbeit im Design-Büro. Mit jedem Upgrade-Paket ging es einen Schritt nach vorne. Die Entwicklungs-Werkzeuge schienen zu funktionieren.
Auch der erste Teil des großen Facelifts, der in Miami ans Auto geschraubt wurde, brachte den erhofften Fortschritt. Entsprechend groß war die Zuversicht, dass auch Teil zwei in Montreal richtig gut einschlagen würde. Zentrales Element des Nachschlags ist ein neuer Frontflügel, der für eine bessere Balance und effizienteren Abtrieb sorgen sollte.
Doch beim ersten Test im Freitagstraining (22.5.) hielt sich die Euphorie der Fahrer in Grenzen. Regelmäßige Verbremser deuteten darauf hin, dass der MCL40 am Limit zickte. Immer wieder wurde der neue Flügel mit der alten Version verglichen. Am Ende entschieden die Piloten zusammen mit den Ingenieuren, in der Sprint-Qualifikation wieder auf das alte Modell zu setzen.

Andrea Stella wollte den Upgrade-Flop nicht überbewerten.
Teile des Upgrades funktionieren
Auch am Samstag wurde die neue Version nicht noch einmal ausgepackt. Teamchef Andrea Stella wollte die Entscheidung nicht überbewerten: "Wir hatten ja nicht nur den Frontflügel dabei, sondern noch andere Upgrades rund um das Auto, am Unterboden und der Kühlung. Mit den meisten der neuen Teile sind wir heute gefahren."
Der neue Frontflügel ist noch nicht komplett abgeschrieben, auch wenn sich die Fahrer beim ersten Anlauf nicht so richtig wohlfühlten: "Mit dem Frontflügel wollen wir uns noch etwas mehr Zeit nehmen, um weitere Vergleichstests zu absolvieren. An einem Sprint-Wochenende gibt es kaum Möglichkeiten, Daten zu sammeln. Da muss man etwas vorsichtiger sein."

Beim alten Flügel sind die Flaps deutlich stärker geschwungen. Er war in Montreal die erste Wahl.
Flügel-Comeback in Monaco
Auch mit dem alten Flügel lief es im Sprint ganz ordentlich. "Mit den Plätzen zwei und vier können wir zufrieden sein", so Stella. "Auch die Tatsache, dass wir im zweiten Teil einigermaßen mithalten konnten, stimmt uns optimistisch. Im ersten Teil ist uns Mercedes noch davongefahren. Sie haben also ein schnelleres Auto, was man auch schon im Qualifying sehen konnte. Wir müssen also weiter an unserem Auto arbeiten."
Der neue Frontflügel soll dabei helfen, den Rückstand weiter einzudampfen. "In Montreal wäre er sowieso kein Game-Changer gewesen. Er verändert etwas die Aero-Charakteristik des Autos. Wir werden ihn auf jeden Fall in Monaco wiedersehen." Das Rennen im Fürstentum ist sicherlich nicht ideal für die Evaluierung von Upgrade-Teilen. Dass McLaren dort einen zweiten Anlauf wagt, ist ein Hinweis drauf, dass man sich viel davon verspricht."












