Andrea Kimi Antonelli dürfte mit einem Vorsprung von 66 Punkten in der WM-Tabelle ruhig schlafen können. Doch der Italiener hatte schon auf der Pressekonferenz (11.6.) eine Vorahnung, dass es in Barcelona nicht so leicht werden könnte wie in Monaco eine Woche zuvor: "Red Bull ist besser geworden und Ferrari war in Monaco stark. Ich rechne auch mit McLaren, die sollten hier gut sein."
Vor allem das Weltmeister-Team hinterließ am Trainings-Freitag (12.6.) einen starken Eindruck. Im FP1 war Oscar Piastri nur einen Tick langsamer als Mercedes-Chauffeur George Russell. Rookie Leonardo Fornaroli überzeugte beim Auftakt im Auto von Lando Norris mit Rang fünf.
Am Abend legte die Truppe aus Woking noch einmal nach. Lando Norris umrundete den 4,657 Kilometer langen Kurs vor den Toren der katalanischen Metropole in 1:15.426 Minuten. Dem Weltmeister gelang damit die schnellste Runde des Tages. Teamkollege Oscar Piastri verlor gerade einmal 53 Tausendstelsekunden auf Norris. Das reichte aber nur zu P3, weil Russell nur neun Tausendstel auf seinen englischen Landsmann fehlten. Die McLaren-Ingenieure haben noch einmal den neuen Frontflügel an den MCL40 geschraubt, der beim Debüt in Montreal gefloppt war. Das Upgrade-Bauteil hatten die Techniker seit dem Montreal-Wochenende noch einmal überarbeitet. Jetzt scheint der MCL40 nach dem schlechten Monaco-Trip wieder besser in Form zu sein.

Lando Norris war am Freitag (12.6.) der schnellste Mann in Barcelona.
Starke Longruns von Mercedes
Vierter wurde im zweiten Training Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot verlor aber bereits drei Zehntelsekunden auf die Bestzeit. Erst auf Platz fünf landete Antonelli. Sein schnellster Versuch war jedoch nicht fehlerfrei. Die Ingenieure müssen noch am Setup des Mercedes feilen. Russell rodelte in Kurve 10 durch das Kiesbett. Stallgefährte Antonelli war unzufrieden: "Die Bremse fühlt sich komisch an", funkte der Teenager am Ende der Session.
Im Longrun konnten die Mercedes auf dem Medium-Reifen dennoch mittlere 1:21er-Rundenzeiten hinlegen. Oscar Piastri hatte auf der gleichen Mischung mehr zu kämpfen und war im tiefen 1:22er-Bereich unterwegs. Ähnlich gut wie die Mercedes war hingegen Leclerc auf dem C3-Pirelli. Der Monegasse hatte ebenfalls einen 1:22er-Schnitt.
Während Norris auf dem Soft einen kurzen Run drehte, überraschte Red Bull die Konkurrenz. Max Verstappen wurde zwar nur Sechster am Freitag, doch auf dem harten Reifen knackte er im Durchschnitt die 1:22er-Marke. Trotzdem war der Niederländer mit den Gummis nicht wirklich zufrieden.

Die Pirelli-Reifen sind eine Mischung weicher als 2025 und bauten am Trainingstag stark ab.
Reifen bauen stark ab
Ausrüster Pirelli hat die Mischungen C2, C3 und C4 nach Barcelona gekarrt. Darunter litten die Piloten am Freitag: "Wir haben eine Stufe weichere Reifen als im letzten Jahr dabei, um einen mehr Boxenstopp zu erzwingen", erklärte Motorsportchef Dario Marrafuschi nach dem zweiten Training. "Die Hinterreifen überhitzen sehr schnell. Wir denken, dass wir hier mindestens zwei Stopps sehen werden."
Im Vorjahr war die Spitze auf der sehr reifenbelastenden Strecke mit nur einem Stopp ausgekommen. Das dürfte dieses Jahr schwierig werden. Ein Faktor sind auch die hohen Temperaturen in Katalonien. Das Thermometer soll sich jeden Tag um die 30 Grad Celsius bewegen. Der Soft-Reifen dürfte aus diesen Gründen unter normalen Umständen keine Alternative für das Rennen sein.












