Formel 1: Ferrari petzt bei der FIA - Wird der Mercedes-Diffusor verboten?

Ferrari petzt bei der FIA
Wird der Mercedes-Diffusor verboten?

GP Österreich 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.06.2026
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Mercedes-Diffusor - Formel 1 - GP Kanada 2026
Foto: xpb

Wer nicht an die Grenzen des Reglements geht und jede kleine Lücke ausnutzt, kann in der Formel 1 gleich einpacken. Mercedes ist beim Ausloten dieser Limits aber offenbar einen Schritt zu weit gegangen. Stein des Anstoßes war ein neuer Diffusor, den das Silberpfeil-Team beim Kanada-Wochenende ans Auto geschraubt hatte.

Das Upgrade zog schon beim ersten Einsatz die Blicke der Konkurrenz auf sich. Oben auf dem Dach des Diffusors waren seltsame Carbon-Knubbel zu erkennen, die über einen kleinen Steg aus Metall mit dem vorderen Teil des Diffusors verbunden waren. Diese Knubbel hatten die Ingenieure im zentralen Bereich platziert, wo die Kante des Diffusors zackenförmig nach hinten verlängert wurde.

Der Zweck der Übung war klar: Die künstliche Verlängerung sorgt für mehr Diffusorfläche, die unter- und überströmt wird. Das erhöht den Anpressdruck. Dieser Bereich ist deshalb so interessant für die Ingenieure, weil der Abtrieb am Diffusor deutlich weniger negativ mit Luftwiderstand erkauft werden muss als bei den Flügeln auf der Oberseite des Autos.

Mercedes-Diffusor - Formel 1 - GP Kanada 2026
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Ferrari-Anfrage schon vor der Saison

Dass Kimi Antonelli beim ersten Einsatz des neuen Diffusors direkt gewinnen konnte, ließ bei der Konkurrenz alle Alarmglocken klingeln. Nach Informationen der italienischen Webseite autoracer.it hatte Ferrari das Design anschließend bei der FIA beanstandet. Die Ingenieure aus Maranello verlangten eine Klarstellung, ob der Mercedes-Diffusor in dieser Form wirklich legal sei.

Die Diskussion soll eine brisante Vorgeschichte haben: Angeblich hatte Ferrari in der Winterpause selbst geplant, ein extremes Diffusor-Design zu entwickeln. Auf Nachfrage bei den Regelhütern vor der Saison bekamen die Scuderia-Techniker aber eine Absage. Offenbar gingen die Ideen einen Tick über das Limit hinaus. Deshalb zeigte man sich in Maranello etwas verwundert, wie Mercedes nun in dieser Grauzone operieren durfte.

Mercedes-Diffusor - Formel 1 - GP Kanada 2026
ams

Verbot schon für Österreich-GP?

In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen viel über das Thema diskutiert. Ferrari verlangte eine Klarstellung von der FIA, was erlaubt ist und was nicht. Mit solchen Anfragen wird die FIA regelmäßig konfrontiert. Das Handeln von Ferrari war also nicht unüblich. Die Experten der Scuderia warnten, dass bei einer Freigabe noch extremere Lösungen in diesem Bereich drohen würden, die von den Regelhütern eigentlich nicht vorgesehen sind.

Laut autoracer.it soll eine Entscheidung der FIA kurz bevorstehen. Demnach will der Weltverband mit einer technischen Direktive für klare Verhältnisse sorgen und weitere Auswüchse in diesem Bereich verhindern. Wie die italienischen Kollegen berichten, soll die Klarstellung schon für Spielberg gelten.

Bei Mercedes blickt man entspannt auf die Angelegenheit. Die Nachbesserungswünsche der FIA sollen lediglich zu kleineren Modifikationen am Diffusor führen. Ein großer Einfluss auf die Performance wird nicht erwartet.

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