Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Ferrari - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Leclerc - Sainz - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Charles Leclerc - Ferrari - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation 35 Bilder

Mercedes zurück: Silberpfeile nur dritte Kraft

Mercedes fehlen sieben Zehntel Silberpfeile nur dritte Kraft

GP Bahrain 2022

Es war doch kein Bluff. Mercedes fehlen sieben Zehntel auf die Pole Position. Der Konstrukteurs-Weltmeister muss in allen Disziplinen aufrüsten. Das Schaukelproblem kostet die meiste Zeit. Aber bei der Motorleistung hat Mercedes möglicherweise Aufholbedarf.

Wer hätte das gedacht? Lewis Hamilton stellt den Mercedes auf den fünften Startplatz, und der Konstrukteurs-Weltmeister wertet dieses Resultat als eine kleine Steigerung zu dem, was man sich erwartet hat. Der revolutionäre W13 ist immer noch eine Baustelle. Doch sie wird Schritt für Schritt kleiner. "Mit sieben Zehntel Rückstand können wir nicht zufrieden sein. Auch nicht, dass wir mit Rücksicht auf das Rennen nur noch jeweils einen frischen Satz Soft-Reifen im Q3 zur Verfügung hatten", üben die Ingenieure Selbstkritik.

Teamchef Toto Wolff kommentiert das erste Kräftemessen des Jahres ohne Umschweife: "Wir sind die dritte Kraft, und Teams wie Sauber und Haas sind nicht weit weg von uns. Dieses Ergebnis stellt uns vor eine andere Herausforderung als die wir in den letzten Jahren gewohnt waren. Jetzt beginnt unsere Aufholjagd, und wir müssen smart sein, um den Weg zurückzufinden." Der Österreicher schätzt das wahre Defizit etwas optimistischer als die Papierform ein. "Wir müssen eine halbe Sekunde finden."

George Russell - Mercedes - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
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George Russell unterlag im ersten direkten Quali-Vergleich gegen Lewis Hamilton.

Mercedes hetzt Russell in Fehler

Lewis Hamilton stellt sich ebenfalls auf eine neue Aufgabe ein: "Die Ferrari und Red Bull fahren in einer anderen Liga. Unser Auto ist im Moment nicht schnell genug für Siege. Aber gemessen an den Problemen, die wir während der Testfahrten hatten, können wir stolz auf das Ergebnis sein. Wir sind näher dran als vor einer Woche. Ich hoffe, dass ich in einer Woche das gleiche wieder sagen kann." Im Rennen ist Schadensbegrenzung angesagt. "Vom Speed her können wir den Jungs höchstens ein paar Runden folgen. Außer unsere Reifenwahl für das Rennen zahlt sich aus." Mercedes reservierte sich eine Soft-Garnitur mehr als die Konkurrenz.

George Russell lieferte sich mit dem siebenfachen Weltmeister lange einen engen Kampf, bis er im letzten Q3-Versuch die erste Kurve in den Sand setzte. Die Quittung war der 9. Startplatz. "Ich habe in meiner Aufwärmrunde etwas anderes probiert, und es hat nicht funktioniert." Der 24-jährige Engländer schoss beim Anbremsen der ersten Kurve über den Scheitelpunkt der Kurve hinaus. "Unser Fehler. Wir haben George dazu animiert, die Aufwärmrunde aggressiver zu fahren. Das hat den Reifen zu viel abverlangt", übte Wolff Selbstkritik. Russells Ziel für das Rennen steht schon fest: "Ich will an die Spitze des Mittelfeldes kommen."

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Wilhelm
Ferrari und Red Bull haben zum Saisonstart das bessere Paket als Mercedes.

Chassis größere Baustelle als Motor

Die Analyse der Sektoren zeigt, dass der Mercedes seine Zeit gleichmäßig auf Ferrari und Red Bull verliert. Jeweils ein Zehntel im ersten und dritten Sektor. Im Mittelteil mit seinen acht Kurven sind es 0,263 Sekunden. Die Speedmessungen auf den Geraden lassen vermuten, dass es dem Mercedes-Motor an Power fehlt. Die acht Autos mit Mercedes-Motoren landeten am Messpunkt auf der Zielgerade auf den Plätzen 5, 10, 13, 15, 17, 18, 19 und 20. Wolff warnt davor voreilige Schlüsse zu ziehen. "Unsere Daten zeigen, dass wir mit mehr Luftwiderstand unterwegs sind. Unsere Defizite im Chassisbereich sind größer als die beim Motor."

Mercedes hatte einen größeren Heckflügel am Auto als seine Rivalen. Trotzdem verlieren die Silberpfeile in den Kurven 1, 2, 4 und 6. "Ab Kurve 8 sind wir den Rest der Runde so schnell wie Red Bull und Ferrari." Auch dafür gibt es noch keine schlüssige Erklärung. Nur so viel: "Wir scheinen bei der Lösung des Bouncing-Problems mehr Kompromisse eingehen zu müssen als die anderen Teams."

Das liegt auch daran, dass Mercedes beim Test in Bahrain quasi wieder bei Null begonnen hat. Das große Upgrade reagierte auf das Bouncing ganz anders als die Version in Barcelona. Das hält die Hoffnung wach, dass die Aufholjagd in eine neue Phase geht, sobald die Ursachen für die Schaukelei entdeckt und Abhilfe dafür gefunden ist. Dann sollte der W13 einen großen Schritt nach vorne tun. "Erst dann werden wir das volle Potenzial unseres Autos ausschöpfen können", glaubt Wolff.

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