Die Formel-1-Saisons werden immer länger. Und die Reisen zu den Rennen werden immer teurer. Kaum einer aus dem Fahrerlager schafft es wirklich noch, alle 24 Grand-Prix-Wochenenden vor Ort zu besuchen. Nicht nur Journalisten oder Mechaniker brauchen ab und zu mal eine Pause. Selbst einige Teamchefs verzichten zwischendurch auf die Reisestrapazen. Nur die Piloten müssen natürlich immer vor Ort sein.
Auch der TV-Sender von Sky hat für seine Live-Übertragungen nicht bei allen 24 Rennen die komplette Crew an der Strecke. Hauptkommentator Sascha Roos ist zwar bei allen Sessions im Einsatz, einige Rennen werden aber wie üblich aus der Heimatbasis in München betreut. Diese Saison handelt es dabei um die Grands Prix von Japan, Miami, Baku, Mexiko und Las Vegas.
Früher musste Roos die Zuschauer immer aus einem kleinen Kämmerchen von einem tristen Sendepult durch die Show führen. Für die aktuelle Saison wurde die Formel-1-Zentrale gründlich überarbeitet. Herausgekommen ist ein modernes Studio mit großen Bildschirmen an den Wänden. Unter den Screens sind Werkzeugschränke angedeutet, wie man sie aus den Formel-1-Garagen kennt. Es handelt sich hier übrigens um echte Leinwände und Einbaumöbel und nicht etwa um eine virtuelle Kulisse.

Das neue Studio im Look einer Formel-1-Garage.
Nur noch Stehplätze
Der Kommentator und der Experte an seiner Seite haben nun deutlich mehr Platz, um sich zu entfalten. Die einzige Einschränkung betrifft den Komfort: Das Personal an den Mikrofonen muss nun auf die gemütlichen Recaro-Bürostühle verzichten, die es noch im alten Kämmerchen gab. Ab sofort wird im Stehen oder von Barhockern kommentiert. Ein Hochtisch in der Mitte des Raumes bietet die Möglichkeit, Infomaterial abzulegen.
"Neben dem moderneren Look besteht der große Vorteil darin, dass wir jetzt deutlich mehr Platz haben", erklärt Roos. "Wir haben damit auch mehr Möglichkeiten für verschiedene Kamera-Einstellungen." Dazu bekamen der Kommentator und sein Experte jetzt direkt neben dem Studio eigene Aufenthaltsräume, wo sie sich in den Pausen bei Übertragungen mitten in der Nacht auch mal kurz ausruhen können.
Aber auch bei denjenigen Rennen, die aus der Heimat übertragen werden, ist immer mindestens ein rasender Sky-Reporter im Fahrerlager und der Boxengasse unterwegs, um exklusive Stimmen einzufangen. Diesen Job übernimmt Moderator Peter Hardenacke, der bei allen Rennen vor Ort ist und durch die Sendung führt. An seiner Seite ist immer auch ein Experte – bei den genannten Auswärtsrennen meistens Timo Glock.

Auf großen Leinwänden können die Experten dem Zuschauer nun die Formel-1-Welt erklären.
Wechselnde Rollen
Ralf Schumacher steht Sascha Roos regelmäßig als Experte und Co-Kommentator im neuen Studio zur Seite. Damit hat Sky gleich zwei erfahrene Ex-Formel-1-Piloten im Kader, die den Zuschauern interessante Einblicke gewähren. Wenn die komplette Sky-Crew an der Rennstrecke vor Ort ist, werden die Rollen munter durchgewechselt. Dann sitzt auch mal Timo Glock in der Sprecher-Kabine oder Ralf Schumacher unterstützt den Moderator im Fahrerlager.
Bei einigen Rennen ist auch noch Sandra Baumgartner vor Ort. Ihr fester Platz ist der Interview-Bereich, wo alle Fahrer nach dem Rennen vorbeischauen müssen, um erste Einschätzungen abzuliefern.
In Japan kam das neue Setup erstmals zum Einsatz. Eigentlich sollte auch der Grand Prix von Saudi-Arabien aus dem neuen Studio begleitet werden. Aber der Jeddah-Grand-Prix musste bekanntlich durch den Iran-Krieg abgesagt werden. So wird Sascha Roos die Sky-Zuschauer erst zum Rennwochenende in Miami wieder aus dem neuen Studio begrüßen.












