Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 6. November 2021 Red Bull
Red Bull - F1-Auto 2022 - Team-Lackierung
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Red Bull im Plan: PS-Verlust wegen E10-Benzin

Red Bull mit RB18 im Plan Leistungsverlust durch E10-Benzin

Neues Jahr, neue Regeln, gleiches Ziel: Red Bull will 2022 den Fahrertitel mit Max Verstappen verteidigen und am besten auch noch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft erobern. Dafür wird in Milton Keynes unermüdlich am neuen Auto gearbeitet. Motorenpartner Honda sucht noch Leistung.

Es war eine Saison, die den Beteiligten alles abverlangt hat. Sei es Fahrer, Teamchefs, Sportdirektoren und vor allem Mechaniker. 22 Rennen gingen an die Substanz. Die Titelrivalen ließen sich weder auf noch abseits der Rennstrecke Luft zum Atmen. Max Verstappen und Lewis Hamilton kämpften bis zum letzten Meter um die Krone. Der 24-jährige Niederländer hatte bekanntlich das bessere Ende für sich.

Red Bulls Sportchef Helmut Marko blickt zurück und bilanziert zufrieden: "Es war eine wahnsinnig intensive Saison. Wir sind in Summe ein würdiger Weltmeister. Es gab einige Rennen, in denen wir sehr viel Pech hatten. Baku, Silverstone und Budapest vorneweg. Dazu wurde Hamilton in Imola eine Runde durch den Abbruch geschenkt."

In Abu Dhabi hatte sein Schützling das Glück auf seiner Seite. Ohne das späte Safety-Car, ohne den Anpfiff in der letzten Rennrunde, hätte Hamilton weiter auf dem Formel-1-Thron gesessen. Dann wären die Anstrengungen von Red Bull umsonst gewesen. Ein Verlust der Fahrer-Weltmeisterschaft wäre zwar keine Katastrophe gewesen, aber eine Riesen-Enttäuschung, wie der Grazer Doktor ausführt.

Christian Horner - Helmut Marko - Sergio Perez Red Bull  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 12. Dezember 2021
xpb
Der Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft war für Red Bull eine riesige Erleichterung.

Mercedes in zweiter Saisonhälfte besser

Red Bull stellt den Fahrer-Weltmeister. Mercedes ist Konstrukteurs-Champion. Red Bull hatte in der ersten Saisonhälfte das schnellere Auto, Mercedes in der zweiten. Klingt nach friedlicher Teilung. Wie kam es zum Umschwung der Kräfteverhältnisse? Das Upgrade von Silverstone machte den Mercedes wieder zum Überflieger. Es brachte mehr Abtrieb und eröffnete neue (alte) Optionen bei der Fahrzeugeinstellung.

Der Gegner entwickelte den RB16B länger, hechelte Mercedes allerdings überwiegend hinterher. "Wir mussten entwickeln, weil Mercedes auch mit dem Motor einen Schritt gemacht hat", sagt Marko. "Auf der Elektroseite konnten sie mehr mobilisieren. Beispielsweise nach Restarts für ein oder zwei Runden. Da hatten sie mehr Energie verfügbar."

Gleichzeitig schien Red Bull aufgrund der Vielzahl von Neuteilen (im Verhältnis zu Mercedes) die Treffsicherheit bei der Abstimmung abhandengekommen zu sein. Marko gibt zu: "Wir haben uns bei den Abstimmungsarbeiten schwerer getan. Wir sind nicht mehr so zielgerichtet zu Ergebnissen gekommen. Mercedes hat das Setup schneller hinbekommen. Und sie hatten das Auto besser im Reifenfenster. In der Qualifikation konnte Max den Unterschied machen. Im Renntrimm war der Mercedes das schnellere Auto."

Russell muss sich beweisen

Damit ist die abgelaufene Saison endgültig abgehakt. In der neuen bläst Red Bull zur Titelverteidigung. "Das erklärte Ziel ist der WM-Titel." Marko glaubt wieder an einen Zweikampf gegen Hamilton und Mercedes. Mit einer Einschränkung: "Bei so einer großen Regeländerung kann man sich nie sicher sein." Die Struktur und Größe spricht jedoch für die beiden Top-Teams. "Mercedes und wir haben das Potenzial, die Leute und die Kontinuität. Das spricht wieder für einen Zweikampf auf höchstem Level. Zumal mit Hamilton und Verstappen kein anderer Fahrer mitkommt."

Marko sieht die beiden Ausnahmekönner auf ihrem eigenen Planeten. "Am ehesten kann noch der Norris mithalten. Leclerc wurde von Sainz gewissermaßen entzaubert. Russell wird für Hamilton sicher eine größere Herausforderung. Allein schon rhetorisch und politisch, weil er auch Engländer ist. Er ist ein unheimlich schneller Fahrer im Qualifying. Im Rennen war der Abstand zu Latifi allerdings nicht mehr so groß. Da muss sich Russell erst einmal beweisen." Der neue Mercedes-Fahrer kann beim Besten abschauen. Keiner versteht die Pirelli-Reifen so wie Hamilton. Keiner beherrscht das Reifenmanagement so wie der siebenmalige Weltmeister.

Dass die neuen Autos schwer zu fahren sein dürften, sollte Verstappen entgegenkommen. "Max braucht keine Anlaufzeit. Er ist immer sofort schnell." Auf der Fahrerseite muss man sich also keine Sorgen machen. Zumal sich auch Sergio Perez gegen Saisonende immer weiter steigerte. Mit dem RB18 sei Red Bull im Plan. "Zumindest wurde mir keine gegenteilige Information gegeben", gibt Marko Entwarnung. Wobei keiner so genau weiß, ob die gesteckten Ziele auch tatsächlich ausreichen. Weil das neue Auto bei allen auf einem weißen Blatt Papier entstand.

Hamilton - Verstappen - Formel 1
Wilhelm
Hamilton und Verstappen fahren laut Marko in einer eigenen Liga.

Fragezeichen über Motoren

Es werde in Milton Keynes unermüdlich gearbeitet. Die Regelrevolution verlangt maximalen Einsatz. Die Weltmeisterschaft und die Mission Titelverteidigung sind die Motivationsspritze für die Belegschaft. Ausruhen können sich nur Fahrer und Management. "Es wird rund um die Uhr gearbeitet. Die Engländer sind nicht so Feiertagsmenschen. Die kennen nur den Boxing Day." Das ist in England der 26. Dezember. Weil der 2021 auf einen Sonntag fiel, war auch am Montag ein Feiertag.

Ein Fragezeichen schwebt nicht nur über den völlig neu konstruierten Autos, sondern auch den Motoren. Mit der Umstellung von E5- auf E10-Benzin geht ein Leistungsverlust einher. Zehn Prozent des Kraftstoffes kommen ab 2022 aus biologischen Abfällen. Die Rede ist, dass dadurch 20 PS oder sogar ein bisschen mehr verloren gingen. Daran haben alle Hersteller zu knabbern. "Honda arbeitet massiv an der Anpassung. Was ich höre, ist positiv. Aber die Leistung ist noch nicht die gleiche wie 2021. Man wird aber generell warten müssen, wie es im Renntrimm aussieht."

Honda ist zwar offiziell aus der Formel 1 ausgestiegen, baut für die anstehende Saison aber den Motor und verantwortet die Produktion, den Zusammenbau und die Wartung – eine Dienstleistung gegen Bezahlung. Und was man aus Formel-1-Kreisen hört, könnte die Nabelschnur nach Japan auch über das Jahr 2022 hinaus weiterbestehen.

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