Nach dem zähen Saisonbeginn mit dem Ausfall der beiden Rennen in der Golf-Region hat die Formel 1 auf dem europäischen Kontinent nun deutlich an Tempo zugelegt. Es geht Schlag auf Schlag mit sechs Rennen innerhalb von nur acht Wochen, bevor sich der Grand-Prix-Zirkus dann auch schon wieder in die Sommerpause verabschiedet.
Die nächste Station, die am Wochenende (27./28.6.) auf die Teams wartet, ist der Red Bull Ring in Spielberg. Mit vier Straight-Line-Zonen handelt es sich um eine echte Power-Strecke, auf der Teams mit stärkeren Motoren im Vorteil sein sollten. Trotz einiger harter Bremszonen wird auch das Energie-Management wieder ein wichtiges Thema.
Kopfzerbrechen bereitet den Ingenieuren auch die Länge der Rennstrecke. Der kompakte Eifelkurs ist der kürzeste im Kalender – nicht in der Kilometerwertung (Monaco), sondern was die Zeit angeht, die für eine Quali-Runde benötigt wird. Williams-Teamchef James Vowles befürchtet, dass der Verkehr vor allem im Qualifying für Chaos sorgen könnte.

Die Tracklimits und die hohen Randsteine sind in Spielberg immer ein Problem für die Piloten.
Verkehrschaos in der Qualifikation
"Spielberg wird schnell und hektisch. Die Strecke ist sehr kurz. Wir sprechen von Rundenzeiten im Bereich von 1.09 Minuten – vielleicht sogar noch schneller", rechnet der gelernte Ingenieur vor. "Wenn man da 22 Rennautos auf dem begrenzten Platz unterbringen will, wird es sehr eng. Da gibt es zu keiner Zeit Raum zum Atmen oder zum Arbeiten."
Insgesamt hat der Red Bull Ring nur zehn Kurven zu bieten. Die haben es jedoch in sich. Für die optimale Rundenzeit müssen die Randsteine an vielen Stellen in die Ideallinie eingezogen werden. In der Vergangenheit haben sich schon einige Piloten beim Räubern über die Kerbs Schäden am Frontflügel oder dem Unterboden zugezogen.
"Dann kommt noch das Thema Track-Limits, das in Österreich immer ein grundlegendes Problem darstellt", warnt Vowles. "Man rutscht hier sehr leicht neben die Strecke und löst damit Verstöße aus. In der Vergangenheit hat es schön häufiger Strafen gegeben, die am Ende Auswirkungen auf das Ergebnis hatten. Manchmal sogar erst nach dem Rennen."

Bei Temperaturen von mehr als 30°C wird der GP Österreich zur Tortur für Mensch und Material.
Piloten erwartet Hitzeschlacht
Spielberg hat laut Vowles noch weitere besondere Eigenheiten zu bieten. "Die Höhe ist auch ein Thema. Es ist nicht ganz so schlimm wie in Mexiko. Aber wir befinden uns nicht mehr auf Meereshöhe, so wie bei den ersten Rennen. Das wird vor allem für die Motorenhersteller eine Herausforderung, aber auch für uns Teams. Dazu sind die Temperaturen hier immer extrem: In Spielberg ist es entweder sehr heiß oder ziemlich kalt."
Von Kälte ist momentan keine Rede. Die letzten Prognosen für das Rennwochenende sagen Spitzentemperaturen jenseits der 30°-Marke voraus. Damit könnte auch der Reifenverschleiß ein Thema werden. Normalerweise ist die Abnutzung des Gummis hier eher gering. Pirelli bringt die drei weichsten Mischungen C3, C4 und C5 nach Österreich. Durch die vielen Rechtskurven leidet auf dem heißen Asphalt vor allem der Reifen vorne links.












