Formel 1: Deshalb giftet Mercedes-Teamchef Toto Wolff gegen Ferrari

Toto Wolff stichelt gegen Ferrari
„Ihnen müsste bald das Geld ausgehen“

GP Österreich 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.06.2026
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Toto Wolff - Mercedes - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Foto: xpb

Eigentlich hätte Mercedes-Oberhaupt Toto Wolff nach dem siebten Sieg im achten Rennen des Jahres allen Grund zur Freude gehabt. In Spielberg (28.6.) landete George Russell den Befreiungsschlag, Kimi Antonelli wurde Dritter und musste sich nur knapp Max Verstappen im Red Bull geschlagen geben.

Nach dem Rennen schaute Wolff aber bereits nach vorne – und vor allem zur Seite. Ferrari ist ins Blickfeld des Österreichers geraten. Die Scuderia brachte neben dem ersten Motor-Upgrade, das den Italienern aufgrund des ADUO-Verfahrens zusteht, auch neue Teile am Frontflügel und Unterboden mit nach Österreich.

"Die Einzigen, die bei den Updates langsamer werden müssen, ist Ferrari. Wir bringen immer wieder kleinere Teile. Wir hatten ein großes Upgrade in Kanada. Bei Red Bull und McLaren ist es ähnlich. Ferrari wirkt dagegen in der Hinsicht grenzenlos. Und obendrauf haben sie offenbar schon einen neuen Motor erwartet und gebracht. Dann müssen sie damit vor sechs Monaten angefangen haben. Es sind doch dieselben Regeln für alle, hoffentlich?", spielte Wolff auf das Budget-Limit an, das es für alle Teams einzuhalten gilt.

Formel 1 - GP Österreich 2026 - Scuderia Ferrari
Marcel van Dorst/EYE4IMAGES/NurPhoto via Getty Images

Retourkutsche wegen Diffusor-Streit?

"Wir sind immer etwas überrascht, dass Ferrari diese riesigen Updates ans Auto bringen kann, so wie sie es tun. Meiner Meinung nach müsste ihnen bald das Geld ausgehen – Cost-Cap-Geld –, weil wir das nicht können. Uns fehlt schlicht der Puffer, um so viele Teile in dieser Art zu bringen. Hoffentlich ändert sich das Richtung Saisonende, und sie können dann keine Teile mehr bringen. Zumindest würde die Logik das sagen. Wir werden uns weitere Dinge einfallen lassen."

Damit eröffnete Wolff die zweite Runde im politischen Boxkampf zwischen den beiden Schwergewichten. Ferrari hatte bei der FIA um die Klärung des Mercedes-Diffusors aus Kanada gebeten. Den Roten war aufgestoßen, dass eine ähnliche eigene Idee von den Regelhütern als illegal eingestuft wurde.

Mercedes-Idee verboten

Der aerodynamische Kniff am Mercedes sorgte bei Ferrari sofort für Aufsehen. Im zentralen Bereich des Diffusors, wo die Abschlusskante gezackt ausläuft, hatten die Ingenieure markante Höcker aus Kohlefaser angebracht. Diese wiederum waren über schmale Metallstreben mit dem vorderen Diffusorboden verbunden.

Der Sinn und Zweck dieser Konstruktion ist schnell erklärt: Durch diese künstliche Erweiterung vergrößert sich die wirksame Fläche des Diffusors, was zu mehr Anpressdruck am Heck führt. Der große Vorteil dieser Lösung liegt in ihrer Effizienz. Am Unterboden lässt sich Abtrieb generieren, ohne dafür einen so hohen Preis beim Luftwiderstand zu zahlen, wie es bei den Flügeln auf der Oberseite der Fall ist.

Die FIA untersagte nach Intervention von Ferrari die Mercedes-Lösung. Der Weltverband reagierte mit einer Anpassung der Richtlinien, was für klare Verhältnisse sorgte. Weitere Auswüchse in diesem Bereich sind somit unterbunden. Mercedes hatte die notwendigen Modifikationen bereits für Spielberg umgesetzt.

Charles Leclerc - Lewis Hamilton - Ferrari - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Ferrari

Ferrari plötzlich Reifenfresser

Den kleinen Zwist wollte man bei Ferrari nicht zu hochhängen. Auf Seiten der Scuderia kommentierte man den Vorfall als nichts Ungewöhnliches. Solche technischen Klarstellungen würden permanent von der FIA eingefordert. Mit der Spitze von Toto Wolff bezüglich der Kostenobergrenze gab es zumindest eine kleine Retourkutsche.

Nach dem Österreich-Grand-Prix haben die Roten aber ganz andere Baustellen. In Spielberg war der Ferrari das schlechteste Auto der vier Top-Teams in puncto Reifenverschleiß. Trotz der Startplätze zwei beziehungsweise drei liefen Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf den Rängen fünf und acht ein.

Das erhoffte Duell mit Mercedes blieb aus. In Barcelona hatte der SF-26 noch mit dem besten Reifen-Management geglänzt. "Wir waren zu aggressiv in den ersten Runden und bei der Strategie. Wir waren vielleicht zu sehr auf Mercedes konzentriert", ärgerte sich Teamchef Frédéric Vasseur. Eine einfache Erklärung für die mysteriösen Reifenprobleme wollte der Franzose nicht gelten lassen. "In Barcelona waren wir gut und hier nicht. Es gibt mehrere Faktoren für die Ursache."

Das wird auch sein Pendant Toto Wolff wohlwollend registriert haben. Zudem dürfte der Mercedes-Teamchef in den nächsten Rennen ganz genau hinschauen, welche frischen Teile Ferrari ans Auto schrauben wird.

Fazit