Formel 1: Hat Red Bull den möglichen Verstappen-Sieg in Spielberg verschenkt?

Analyse von Max Verstappens zweitem Platz
Hat Red Bull den Sieg verschenkt?

GP Österreich 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.06.2026
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Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Foto: Red Bull

So schnell drehen sich die Dinge im Sport und vor allem in der Formel 1. Nach der schmerzhaften Barcelona-Schlappe (14.6.) hatten viele im Fahrerlager nicht an eine Aufholjagd von Red Bull geglaubt. Der Rückstand auf Mercedes und Ferrari schien zu groß. Die Hoffnungen des Teams beruhten auf dem massiven Upgrade-Paket, das die Mechaniker in Spielberg erstmals ans Auto schraubten.

Nach dem Grand Prix von Österreich (28.6.) lässt sich festhalten: Diese Upgrade-Stufe hat gezündet. Max Verstappen wurde Zweiter und verlor nur anderthalb Sekunden auf Rennsieger George Russell im Mercedes. So nah war das in Milton Keynes beheimatete Team in dieser Saison noch nie dran.

"Es war ein sehr gutes Rennen für uns. Die ersten paar Runden haben Spaß gemacht. Danach ging es darum, die Reifen zu managen. Das Auto war für ungefähr die Hälfte des Rennens in einem guten Fenster. Anschließend hatten wir ein paar Probleme, die haben mich etwas Rhythmus gekostet. Aber Zweiter zu werden und um den Sieg zu kämpfen, ist sehr positiv für uns. Deshalb bin ich wirklich glücklich", hielt Verstappen nach der Zieldurchfahrt fest.

Falsche Strategie?

Die Frage sei erlaubt, ob sogar mehr drin gewesen wäre. Schließlich hing der Ausnahmekönner vor Russells zweitem Stopp dem Mercedes fast im Heck. Die Strategen am Kommandostand der Silberpfeile beorderten ihren Piloten in Runde 43 herein, während Verstappen draußen blieb. "Wir wollen etwas anderes machen und am Ende dafür frischere Reifen haben", klärte Renningenieur Gianpiero Lambiase seinen Fahrer am Funk auf. Verstappen fuhr noch weitere sechs Runden.

Nach dem zweiten Stopp von Verstappen lag er rund zehn Sekunden hinter Russell. Zwar konnte der Niederländer den Rückstand in den letzten 22 Umläufen noch eindampfen, doch für einen Angriff reichte es nicht. Hat Red Bull den Sieg verschenkt? "Das ist schwierig zu sagen. Wir müssen das komplett analysieren. Wenn man sich nur die Start-Position anschaut, sind da vielleicht schon die fünf Sekunden verloren gegangen" wollte sich Teamchef Laurent Mekies nicht festlegen, ob am Kommandostand die Situation falsch eingeschätzt wurde.

Ein Blick auf die durchschnittliche Rundenzeit verriet zumindest, dass sein Star-Pilot der schnellste Mann am Sonntag war. Auch wenn sein Schnitt von 1.11,743 Minuten nur einen Hauch schneller war als der von Russell.

Max Verstappen - Red Bull - Lewis Hamilton - Ferrari - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
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Hamilton hält Verstappen auf

Für Verstappen war zudem der Verkehr ein Hindernis, der ihn mehrere Sekunden auf Russell kostete. Nach seinem Quali-Crash musste der 28-Jährige von Rang fünf starten. In Runde zwei profitierte er vom Duell zwischen Charles Leclerc (Ferrari) und dem zweiten Mercedes von Kimi Antonelli. Verstappen hatte zwar mit Leclerc zu kämpfen, doch schnappte sich beide.

Danach wurde Lewis Hamilton zum Bremsklotz. Der Ferrari-Mann hielt in Runde 11 im Segment der Kurven 4 bis 7 knallhart dagegen. Verstappen forderte sogar eine Strafe für seinen alten Rivalen. Das Problem Hamilton löste sich erst, nachdem der Barcelona-Sieger früher gestoppt hatte. Nach Verstappens Reifenwechsel in Runde 18 trafen die beiden Streithähne vier Umläufe später wieder aufeinander. Dieses Mal kam Verstappen vorbei.

Spielberg-Paket muss sich beweisen

An der Spitze hatte George Russell dagegen freie Bahn. Diesen Vorteil nutzte der Engländer aus. Doch die Euphorie bei Red Bull ist zurück. "Was mich zufriedenstellt, ist die Pace des Autos. Wir können jetzt um den Sieg kämpfen. Natürlich ist es frustrierend, wenn man so knapp im Getriebe des Gegners hängt", bilanzierte Laurent Mekies. "Dieses Wochenende hat uns einen großen Schritt nach vorne gebracht. Es war kein geradliniges Wochenende für uns. Es war schwierig, den Sweetspot mit dem Auto zu finden, mit so vielen neuen Teilen."

Das Upgrade-Paket dürfte ihn auch aus einem weiteren Grund freuen. Mit einem siegfähigen Red Bull gibt es für Max Verstappen keinen Grund, das Team zu verlassen. Die nächste Belastungsprobe für den Rennstall und den runderneuerten RB22 steht in Silverstone (5.7.) an. Das Layout beinhaltet viele schnelle Kurven. Das war in Barcelona die Achillesferse. Allerdings fuhr Red Bull dort noch mit dem alten Paket.

Fazit