Ford startet mehrere Rückrufe, weil Werkstätten frühere Rückruf-Reparaturen nicht korrekt umgesetzt haben oder weil die Maßnahme nicht zuverlässig wirkte. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA listet die Aktionen einzeln, Ford bündelt sie zeitlich. In fast allen Fällen spielt der Hersteller neue Software in Steuergeräte ein.
Der größte Block: Ford Focus (2012 bis 2018) – Motor kann ausgehen
Ford ruft 255.404 Focus (Modelljahre 2012 bis 2018) erneut zurück. Ein Problem an der Tankentlüftung (Canister Purge Valve) kann den Motor abwürgen und im Extremfall einen Wiederstart verhindern. Ford aktualisiert dafür die Software des Motorsteuergeräts (PCM).
NHTSA-ID: 26V369000
F-150 gleich mehrfach: Licht, Anzeige, Kombiinstrument
Ford nimmt den F-150 in drei getrennten Aktionen erneut ins Visier:
- 91.198 F-150 (2018 bis 2020): Das Tagfahrlicht dimmt beim Umschalten nicht korrekt; Ford programmiert das Body Control Module (BCM) neu. NHTSA-ID: 26V373000
- 10.742 F-150 (2018): Wer den Wählhebel sehr schnell von P nach D bewegt, riskiert kurzzeitig eine fehlerhafte Zustandslogik beziehungsweise eine unklare Ganganzeige); Ford spielt ein PCM-Update auf. NHTSA-ID: 26V375000
- 4.445 F-150 (2017): Das Kombiinstrument kann bei Kälte nach dem Start ausfallen; Ford löst das per Software-Update. NHTSA-ID: 26V370000
Ford Escape (2017): Fenster-Klemmschutz reagiert zu spät
Ford ruft 18.124 Escape aus dem Modelljahr 2017 erneut zurück. Die automatische Umkehrfunktion der elektrischen Fenster kann beim Schließen zu viel Kraft aufbauen, bevor sie zurückfährt. Ford aktualisiert die Software des Fenster-Systems.
NHTSA-ID: 26V374000
PowerShift-Fälle: Focus (2015–2018) und Fusion (2013 bis 2016)
Ford nimmt 5.252 Fahrzeuge mit PowerShift-Getriebe erneut in die Werkstatt: Focus (2015 bis 2018) und Fusion (2013 bis 2016). Zu viel Kupplungsschlupf kann Hitze erzeugen, Bauteile schädigen und im Extremfall ein Getriebeöl-Leck begünstigen. Ford passt die Getriebesteuerung per Software so an, dass sie Schlupf früher erkennt und begrenzt.
NHTSA-ID: 26V376000
Mustang & Lincoln (2019): Display bleibt beim Start dunkel
Ford ruft außerdem 2019er Mustang sowie Lincoln Navigator und Nautilus/MKX erneut zurück, weil das Kombiinstrument beim Start schwarz bleiben kann. Ford umgeht das Problem per Software-Update, das die betroffenen Speicher-/Initialisierungsroutinen anders anspricht. Jalopnik nennt 2.349 Fahrzeuge; Road & Track führt für diesen Block eine höhere Stückzahl auf.
NHTSA-ID: 26V372000
So prüfen Fahrer ihren VIN-Status
Ford verschickt die Schreiben Anfang Juli; parallel schaltet die NHTSA die VIN-Abfrage für die Aktionen frei (je nach Aktion ab dem 6. Juli). Betroffene Fahrer prüfen ihre FIN über die NHTSA-Datenbank oder über Fords Kundenservice (Hotlines stehen in den US-Unterlagen). Wer eine betroffene FIN findet, bucht den Werkstatttermin für das jeweilige Software-Update.












