Wirklich neue Serienmodelle im Hause Aston Martin sind selten. Dafür darf regelmäßig die Sonderabteilung Q ran und zeigen, was sie kann. Mit dem neuen Valen bringen die Briten zur Monterey Car Week den nach eigenen Angaben leistungsstärksten Frontmotor-Supersportwagen der Welt mit. Der Valen folgt auf Modelle wie den Valour, den Valiant oder auch den DBR22. Der Name Valen leitet sich vom lateinischen Wort "valens" ab, was so viel wie "stark" oder "mächtig" bedeutet. Passt also perfekt zum Anspruch des neuen Supercars.
Als Basis für den Valen dürfte, auch wenn es die Briten nicht erwähnen, die Aluminium-Plattform des neuen Vanquish dienen. Dessen Technik wird in nahezu allen Facetten überarbeitet. Die darüber gespannte Karosserie wird komplett aus Kohlefaserlaminat geformt und mit einem in weiten Teilen neuen Design in Szene gesetzt. Für ein Plus an Fahrdynamik sorgt dabei auch ein gegenüber der Basis um 110 Kilogramm reduziertes Gewicht. Mit einem Titan-Paket lassen sich weitere 16 Kilogramm abspecken.
V12 legt auf 850 PS zu
Herzstück des Aston Martin Valen ist der weit hinter der Vorderachse eingebaute 5,2-Liter-V12-Biturbomotor, der weiterhin ohne jegliche Elektrifizierung auskommt. Mit gezielten Modifikation steigt dessen Leistung von 835 PS im Vanquish auf nun 850 PS. Das maximale Drehmoment bleibt mit 1.000 Nm unverändert. Der einzig direkte Wettbewerber – der Ferrari 12Cilindri – tritt zwar ebenfalls mit einem V12-Motor an, der kommt aber ohne Aufladung daher. Aus 6,5 Litern Hubraum stehen dennoch 830 PS und höchstens 678 Nm Drehmoment bereit.
Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder spannt Aston Martin eine abermals überarbeitete Achtgang-Automatik von ZF sowie eine Carbon-Kardanwelle und ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial ein. Dank weiter verkürzter Schaltzeiten soll der Valen in 3,1 Sekunden auf Tempo 100 spurten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 344 km/h – elektronisch abgeregelt. Kleiner Seitenhieb nach Italien: Der Ferrari 12Cilindri kommt "nur" auf 340 km/h.
Komplett überarbeitetes Fahrwerk
Im Fahrwerksbereich wurden die Lenkung, die semiaktive Federung, die Achsgeometrie und auch die Carbon-Keramik-Bremsanlage neu konfiguriert. Für eine individuelle Abstimmung darüber hinaus stehen fünf Fahrprogramme zur Wahl. Die aus Magnesium gefertigten 21-Zoll-Felgen minimieren die ungefederten Massen. Spezialpneus von Pirelli in den Dimensionen 275/35 und 325/30 sorgen für optimalen Grip.
Kantiger Look, einzigartiger Auspuff
Das Design, das wieder aus der Feder von Marek Reichman stammt, zeichnet scharf geschwungene Linien, die eine aggressive Dynamik widerspiegeln, aber dennoch die unverwechselbare Aston-Martin-Designsprache zeigen. Die Frontpartie des Valen zeichnet sich durch tief eingelassene, schmale Scheinwerfer aus, die unter der scharfen Motorhaubenkante verborgen sind. Die Grillöffnung wurde kantiger, darunter hängt ein Frontsplitter. Die Motorhaube zeigt sich mehrfach perforiert. Weit ausgestellte Seitenschweller tragen vor den Hinterrädern markante Spoilerelemente im Sägezahnstil.
Am Heck wurden Scheibe und Heckdeckel durch eine große, fensterlose Heckklappe ersetzt, die ebenso wie das Dach aus Sichtcarbon gefertigt wird. Darunter passen 170 Liter Gepäck, die auf Wunsch in einem maßgeschneiderten Taschenset an Bord kommen. Den Abschluss bildet eine keck nach oben gerichtete Spoilerlippe, die mit einem LED-Rücklichtband kombiniert wird. Das Untergeschoss wurde voll und ganz einem mächtigen Diffusor zugeschlagen. Den wohl markantesten Designakzent liefert die Titan-Abgasanlage. Aston Martin setzt hier auf vier fette Endrohre, die allerdings großzügig über das Heck verteilt werden. Zwei drängen durch ein Lüftungsgitter in der Mitte ins freie, zwei durch den tiefer liegenden Diffusor. Und nein, das sind keine Attrappen, hier strömen tatsächlich die Abgase des V12. Abgerundet wird der Valen-Auftritt durch eine Satin-Andromedarot-Sonderlackierung mit Farbverlauf und changierendem Effekt.
Viel Carbon und Elemente aus dem 3D-Drucker prägen zusammen mit edlem, gestepptem Leder das Interieur. Carbon-Sportsitze fassen die beiden Passagiere ein. Der in die Mittelkonsole integrierte Touchscreen dient als zentrales Bedienelement. Darum herum finden sich aber auch noch echte Tasten und Schalter. Den finalen Look und die Farbgebung bestimmt letztendlich jeder Kunde selbst.
Auflage limitiert
Angeboten soll der Aston Martin Valen auf allen wichtigen Weltmärkten werden. Die Gesamtauflage ist allerdings auf 150 Exemplare limitiert. Gefertigt wird jedes Fahrzeug von Hand. Preise für den Valen nennen die Briten nicht, bestellt werden darf aber ab sofort. Wann das Supercar dann zum Kunden rollt, bleibt dagegen noch offen.












