08/2020, Delage D12 V12 Hypercar Delage / Instagram
08/2020, Delage D12 V12 Hypercar
05/2022, Delage D12 V12 Hypercar
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05/2022, Delage D12 V12 Hypercar 19 Bilder

Delage D12: 1.115-PS-Hypercar soll Nürburgring-Rekord brechen

Delage D12 Hypercar mit bis zu 1.115 PS Der erste Prototyp ist startklar

Mit Delage steht die nächste vor langer Zeit verschwundene Automarke vor dem Comeback. Der V12-Hybrid-Sportwagen D12 soll den Nürburgring-Rekord brechen.

Nur echten Autoexperten dürfte die Automarke Delage ein Begriff sein. 1905 von Louis Delage gegründet, wurden bis 1953 unter seinem Namen vor allem luxuriöse und sportliche Automobile angeboten; auch auf den Rennstrecken waren die Franzosen erfolgreich. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Firma nie wieder richtig auf die Beine, sodass insgesamt wohl nicht viel mehr als 50.000 Delage-Exemplare produziert wurden.

Bis heute ist nur ein Bruchteil davon erhalten geblieben. Diese Autos befinden sich aber meist in einem perfekt restaurierten Zustand, weshalb sie oft zu Millionen-Preisen gehandelt werden und schon einige Delage-Modelle bei renommierten Concours d'Elegance-Wettbewerben erfolgreich waren.

Delage-Neuauflage nach 67 Jahren

Nun schickt sich Laurent Tapie zusammen mit dem Delage Owners- und Collectors-Club an, der Marke neues Leben einzuhauchen. Der Sohn des streitbaren französischen Unternehmers, Politikers und Fußball-Funktionärs Bernard Tapie will mit dem Delage D12 ein kompromissloses Hybrid-Hypercar auf den Markt bringen. Das soll sogar den Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife für straßenzugelassene Autos brechen. Ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem unter anderem der Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve bei der Entwicklung und Feinabstimmung behilflich ist.

08/2020, Delage D12 V12 Hypercar
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Der Delage D12 zeichnet sich durch eine zerklüftete Front mit insektenartigen Scheinwerferaugen aus.

Bei einem solchen Projekt hilft natürlich maximale Motor-Power. Diese soll ein Hybridantrieb sicherstellen, dessen Herzstück ein 990 PS starker 7,6-Liter-V12-Saugmotor ist. Hinzu kommt ein ins automatisierte Achtgang-Getriebe integrierter Elektromotor, der die Systemleistung entweder auf 1.024 oder 1.115 PS hebt. Der höhere Wert gehört zur etwas schwereren (1.400 Kilogramm Trockengewicht) GT-Version; die niedrigere Angabe bezieht sich auf die puristische, um 90 Kilogramm gewichtsreduzierte Clubsport-Variante.

Weniger Leistung als ursprünglich angekündigt

Ursprünglich hatte Delage sogar eine Gesamtleistung von 1.247 PS in Aussicht gestellt. Aber offensichtlich haben die Franzosen davon Abstand genommen, einen extra E-Motor, der alleine 246 kW (334 PS) beisteuern sollte, in den D12 einzubauen. Stattdessen gibt es nun die abgespeckte Variante mit ins Getriebe integrierter E-Maschine.

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Der 7,6-Liter-V12 sitzt als Mittelmotor im Rücken der beiden hintereinander platzierten Insassen.

Der Antrieb sitzt eingebettet in ein Kohlefaser-Monocoque im Rücken der beiden Insassen, die hintereinander im kuppelartigen, nach vorne öffnenden D12-Cockpit Platz nehmen – und zwar zentral. Das ist nicht die einzige Besonderheit des neuen, in einem Zeitraum von drei Jahren entwickelten Delage. Hinzu kommt zum Beispiel die Radaufhängungs-Konstruktion, die ganz Formel-1-like mit offen liegenden Querlenkern und Pushrod-Stoßdämpfern arbeitet. Die Behausungen der Kohlefaser-Räder sind nur vor und hinter den Rädern mit der Karosserie verbunden und tragen auf ihren äußeren Rändern die beiden Rückspiegel. Die zerklüftete Front mit ihren zahlreichen Flügelelementen scheint allein aerodynamischen Prämissen zu folgen.

Mehrfach von der Formel 1 inspiriert

Auch bei der Platzierung der Lufteinlässe – ein "Schnorchel" oberhalb des Cockpits und weit ausgestellte Seitenkästen vor den Hinterrädern – ließen sich die Delage-Konstrukteure und -designer offensichtlich von Formel-1-Rennwagen inspirieren. Der riesige Heckflügel scheint verstellbar zu sein und thront über einem offenherzigen Hinterteil. Die Heckleuchten verlaufen direkt darunter als schmales Band über die gesamte Fahrzeugbreite. Die beiden Auspuff-Endohre rücken – ähnlich wie bei den Sportwagen von McLaren – nach oben, um Platz für den ausladenden Diffusor zu schaffen.

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Laurent Tapie, der hinter der Delage-Neuauflage steckt, im eigenwilligen D12-Cockpit.

Futuristisch geht es im D12-Cockpit zu. Statt eines Lenkrads gibt es zwei Joystick-artige Stummel, die mit einem Pralltopf verbunden sind, an dessen Seiten sich einige Tasten befinden. Als Informationsquelle und Kommandozentrale dienen drei Bildschirme, die sich rund um die eigenwillige Steuereinheit gruppieren. In den schmalen Carbon-Schalensitze werden die Insassen mit Motorsport-Gurten festgeschnallt.

2023 Angriff auf den Ring-Rekord

Ursprünglichen Plänen zufolge sollte der D12 im vergangenen Jahr auf den Markt kommen. Daraus wurde nichts: Bis jetzt gibt es nur einen Prototyp, der nun auf große Welttournee gehen soll, um Kunden zu ködern. Insgesamt sollen 30 Exemplare zum Stückpreis von etwa zwei Millionen Euro entstehen. Wann genau die Produktion der Kleinserie startet, verrät Delage bislang nicht. Der Nürburgring-Rekord, der eigentlich schon 2020 errungen werden sollte, steht inzwischen für 2023 auf dem Plan.

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Fazit

"Näher kann ein straßenzugelassenes einem Formel-1-Auto nicht kommen", heißt es bei Delage. Ob das aber auch noch gilt, sobald der Mercedes-AMG One oder der Aston Martin Valkyrie endlich auf der Straße rollen, muss die Zukunft zeigen. Hier zeichnen sich spannende Rundenzeit-Wettkämpfe ab, bei denen auch andere Hypercars ordentlich mitmischen dürften.

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