Kimera K-39: Italienisches Hypercar mit 1.000 PS von Koenigsegg

Kimera K-39 Sportwagen aus Italien
Die 1.000 PS kommen aus einem Koenigsegg-V8

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.05.2026
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Mit dem K-39 wagt Kimera Automobili einen gewaltigen Schritt – trotz einer noch sehr jungen Unternehmensgeschichte. Die italienische Marke, die bisher mit den spektakulären Restomod-Projekten EVO37 und EVO38 auffiel, präsentiert jetzt einen vollständig eigenständig entwickeltes Hypercar – und erhält dabei prominente Unterstützung von Koenigsegg.

Vorgestellt wurde der K-39 beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See. Anders als die bisherigen Kimera-Modelle basiert der Neuling nicht mehr auf historischer Technik oder einem restaurierten Klassiker, sondern auf einer komplett neuen Plattform mit Carbon-Monocoque, Mittelmotor und Hinterradantrieb.

Inspiration aus Motorsport

Optisch und konzeptionell orientiert sich der K-39 stark an den legendären Lancia-Rennwagen der frühen 1980er-Jahre. Besonders deutlich sind die Anleihen beim Lancia Beta Montecarlo Turbo sowie beim Lancia LC2 erkennbar. Damit verschiebt Kimera den Fokus vom klassischen Rallyesport der EVO-Modelle hin zu Langstreckenrennen und kompromissloser Rundstrecken-Performance.

Die Karosserie beeindruckt durch flache Proportionen mit markanten Radhäusern, großen Luftöffnungen und einer extrem funktionalen Aerodynamik. Auffällig sind die freistehenden Kotflügel, die quadratischen Lichtsignaturen sowie die ungewöhnlichen Pop-up-Scheinwerfer, die sich mitten aus den LED-Ringen heraus entfalten. Ergänzt wird das Paket durch einen S-Duct an der Front, ausgeprägte Entlüftungen über den Radhäusern und ein abrupt abgeschnittenes Heck mit großem Diffusor.

Koenigsegg liefert den V8

Das technische Herzstück stammt direkt aus Schweden. Im Zentrum des Projekts steht ein 5,0-Liter-Biturbo-V8 von Koenigsegg, der speziell auf die Charakteristik des K-39 angepasst wurde. Während die Basisversion des Motors im Koenigsegg Jesko auf bis zu 1.600 PS (mit E85-Kraftstoff) ausgelegt ist, wurde die Leistung für den Kimera deutlich reduziert. Im K-39 leistet das Aggregat 986 PS und entwickelt rund 1.200 Nm Drehmoment. Die Maximaldrehzahl liegt bei 8.250/min.

Kimera K39 mit Koenigsegg-Power
Kimera Automobili

Laut Kimera kommen kleinere und spontanere Turbolader zum Einsatz, die ursprünglich aus dem Koenigsegg Agera stammen. Ziel war ein direkteres Ansprechverhalten und ein stärker analoges Fahrerlebnis. Bemerkenswert: Der Motor soll seine volle Leistung bereits mit normalem 95-Oktan-Kraftstoff erreichen. Christian von Koenigsegg bezeichnete die Zusammenarbeit als emotionalen Schritt. Zum ersten Mal überhaupt gibt der schwedische Hersteller den eigenen Hochleistungs-V8 an ein externes Unternehmen weiter. Entscheidend sei das Vertrauen in Kimera-Gründer Luca Betti und dessen Vision gewesen.

Handschaltung statt Hybridisierung

Während viele moderne Hypercars konsequent auf Hybridtechnik und Doppelkupplungsgetriebe setzen, verfolgt Kimera einen anderen Ansatz. Der K-39 erhält zunächst ein manuelles Siebengang-Getriebe von Cima und verzichtet vollständig auf Elektrifizierung. Eine sequentielle Paddle-Shift-Variante wird zwar geprüft, die Handschaltung steht jedoch klar im Mittelpunkt des Konzepts.

Passend dazu soll das Fahrzeuggewicht trotz knapp 1.000 PS bei lediglich rund 1.100 Kilogramm liegen – kaum mehr als beim deutlich schwächeren EVO38. Möglich wird dies durch ein besonders leichtes Carbon-Monocoque und eine kompromisslose Leichtbauphilosophie. Auch das Fahrwerk orientiert sich am Motorsport: Pushrod-Aufhängungen vorne und hinten, zentrale Feder-Dämpfer-Einheiten sowie eine enge Zusammenarbeit mit Dallara bei Aerodynamik und Fahrwerksabstimmung sollen maximale Präzision ermöglichen.

Nähe zum Ferrari F40

Viele Details erinnern bewusst an den Ferrari F40 – nicht nur optisch. Biturbo-V8, Handschaltung, geringes Gewicht und ein weitgehend ungefiltertes Fahrerlebnis lassen den K-39 wie eine moderne Interpretation jener kompromisslosen Ikone wirken. Luca Betti gilt selbst als großer F40-Enthusiast und spricht offen darüber, dass dieses Fahrzeug zu den wichtigsten Inspirationsquellen des Projekts gehört.

Parallel zur Straßenversion arbeitet Kimera bereits an einer extremen Variante für das legendäre Pikes Peak International Hill Climb. Der K-39 Pikes Peak erhält deutlich aggressivere Aerodynamik mit riesigem Heckflügel, Dachansaugung und erweitertem Aero-Paket. Zehn Exemplare dieser besonders radikalen Version sollen an ausgewählte Kunden gehen. Trotz ihrer kompromisslosen Ausrichtung bleiben die Fahrzeuge straßenzugelassen.

Limitierte Produktion und exklusiver Preis

Die Produktion des K-39 wird streng limitiert bleiben. Offizielle Stückzahlen nennt Kimera noch nicht, erwartet werden jedoch weniger als 100 Fahrzeuge. Bereits vor der Weltpremiere sollen über 20 Exemplare reserviert gewesen sein. Preislich dürfte sich der italienische Hypercar deutlich jenseits der Zwei-Millionen-Euro-Marke bewegen. Damit positioniert sich Kimera selbstbewusst im exklusivsten Segment der Branche – mit einem Konzept, das auf analoge Emotionen statt digitale Perfektion setzt.

Fazit