Ferrari 812 Competizione und Competizione A Ferrari
Ferrari 812 VS
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Ferrari 812 Competizione und Competizione A (2022)

Ferrari 812 Competizione und Competizione A (2022) 500.000-Euro-Sportler schon ausverkauft

Der Ferrari 812 Superfast geht auf das Ende seiner Bauzeit zu. Als Höhepunkt zum Finale legen die Italiener eine besonders ausgeklügelte Sonder-Edition auf, die es als Coupé und Targa gibt. Beide Varianten sind trotz enormer Preise bereits ausverkauft.

Bereits am 18. Februar 2021, dem Geburtstag von Enzo Ferrari, informierte Ferrari mit einem kleinen Ankündigungsvideo einen ausgewählten Kundenkreis über ein neues Exklusivmodell. Das Video fand seinen Weg auch auf Instagram und so in die Welt.

Ferrari 812 Competizione
Ed Callow via Twitter
Ferrari 812 Competizone: Ob der neue 812 tatsächlich so heißt ist fraglich.

Um den Abschluss der Baureihe 812 Superfast würdig zu feiern, kommt vom Frontmotor-Modell ein finales Sondermodell auf den Markt. Nachdem neben der Zusatz-Bezeichnung VS (für "Versione Speciale") zwischenzeitlich auch die Beinamen GTO und Imola durch’s Netz geisterten, ist jetzt klar: Der Bolide heißt Ferrari 812 Competizione. Oder 912 Competizione A, wenn es sich um dessen Targa-Version handelt. Und seine Produktion startet im ersten Quartal 2022; die offene Variante folgt später im Jahresverlauf.

Einlasskanäle mit variabler Länge

Ähnlich wie schon beim Vorgänger F12, der mit dem exklusiven F12 TdF verabschiedet wurde, bekommt auch der 812 Superfast eine letzte Ölung mit Hightech-Schmierstoff. Und das sowohl im wörtlichen (das Fluid stammt natürlich von Technologie-Partner Shell) als auch im übertragenen Sinn. Das konstruktive Highlight sind dabei der insgesamt kompakter dimensionierte Ansaugtrakt, der zudem über Einlasskanäle mit variabler Länge verfügt. Diese verändern sich kontinuierlich in Abhängigkeit von der Zündfolge, um die Zylinder stets mit dem optimal passenden Kraftstoff-Luft-Gemisch zu versorgen.

Ferrari 812 VS
Ferrari
Unter der Fronthaube sitzt der erstarkte 6,5-Liter-V12-Saugmotor.

Beim V12-Sauger, der weiterhin über 6,5 Liter Hubraum verfügt, haben die Ingenieure gleichzeitig die Einspritzung verbessert sowie die interne Reibung optimiert. Auf Hardware-Seite tauscht Ferrari die ursprünglichen Pleuelstangen und Kolben sowie die Kurbelwelle, die Nockenwellen und die Zylinderköpfe gegen gleichzeitig leichtere und stabilere Pendants aus. Hinzu kommen eine neue Ölpumpe, die den Druck stets an das aktuelle Tun des Motors anpasst, und eine verbesserte Kühlung.

Mehr Leistung, weniger Drehmoment

Von den Maßnahmen profitieren das Drehvermögen und die Leistung. Maximal sind 9.500/min. sowie 830 PS drin. Damit ist diese Ausbaustufe der stärkste Ferrari-Motor für Straßenfahrzeuge aller bisheriger Zeiten. Zum Vergleich: Im 812 Superfast leistet der Motor 800 PS und dreht maximal 8.900 Touren. Dort liegt jedoch das maximale Drehmoment höher: Das Competizione-Triebwerk schafft es nur auf 695 statt 718 Newtonmeter. Trotzdem beschleunigt es den Sonder-812 in 2,85 Sekunden von null auf 100 km/h, in 7,7 Sekunden von null auf 200 km/h und auf über 340 km/h Topspeed.

Ferrari 812 VS
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Im Vergleich zum 812 Superfast legt der Competizione bei den Fahrleistungen nach.

Das Sieben-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe verfügt zwar über dieselbe Übersetzung wie beim 812 Superfast, schaltet laut Ferrari aber fünf Prozent schneller. Der Abgasanlage verpasst Ferrari zwei neue, weit außen positionierte, vertikal angeordnete und eckig gestaltete Endrohre sowie einen Partikelfilter. Auch das Start-Stopp-System und effizientere Motor-Mappings senken den Verbrauch und die Emissionen.

Leichtbau im Detail

Um das Leistungsgewicht zu optimieren, speckt der 4,70 Meter lange, 1,97 Meter breite und 1,29 Meter hohe (Radstand: 2,72 Meter) Ferrari 812 Competizione im Vergleich zum Superfast um 38 auf 1.588 Kilogramm ab. Die Maßnahmen beginnen bei einem leichteren Öl-Reservoir und enden an der Karosserie, wo im Bereich der Stoßfänger, Lufteinlässe und des Heckspoilers Karbon zum Einsatz kommt. Bei der Targa-Version bestehen auch das Dach und die Überrollbügel aus dem Leichtbau-Material.

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Auch innen ist Leichtbau angesagt.

Die aus Titan gefertigten Radaufhängungen und die geschmiedeten Aluminiumfelgen in den Formaten 10 x 20 Zoll vorne und 11,5 x 20 Zoll hinten reduzieren ebenfalls das Gewicht. Auf Wunsch gibt es Letztere auch in einer Karbon-Ausführung. Für beide Varianten liefert Michelin eigens entwickelte Cup-2R-Reifen in den Dimensionen 275/35 ZR20 vorne und 315/35 ZR20 hinten. Die Bremsscheiben messen vorne 398 und hinten 360 Millimeter.

Ausgeklügelte Allrad-Lenkung

Fahrdynamisch soll der Ferrari 812 Competizione in erster Linie von der Allradlenkung profitieren. Die beiden hinteren Räder reagieren dabei zwar stets auf die vorderen Gegenstücke, drehen sich aber in unterschiedlichen Winkeln ein. Diese Funktion gliedert sich in das Sammelsurium der elektronischen Assistenzsysteme ein, die Ferrari komplett neu programmiert und abgestimmt hat.

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Luftansaugung und Aerodynamik zeigen sich beim 812 Competizione extrem ausgeklügelt.

Der 812 Competizione zeigt sich mit einer martialisch ausgeprägten Schürze, deren neues Design von einer technischen Neuerung bedingt wird. Da der Motor nun über eine einzelne zentrale Luftansaugung verfügt, findet der Sauerstoff über einen vergrößerten mittigen Einlass Zugang zum Auto. Schlitze in der Motorhaube und den Kotflügeln leiten die heiße Luft wieder heraus. Letzteres erlaubt den Aerodynamikern, die Luftauslässe unterhalb des Autos zu minimieren, wovon die aerodynamische Effizient profitiert.

Extremer Aerodynamik-Feinschliff

Jene kleineren Lufteinlässe, die den zentral platzierten Grill flankieren, kümmern sich um die Kühlung der vorderen Bremsen. Der dezente Frontsplitter leitet den Fahrtwind unter das Auto, wo sie ein erster, im Frontbereich installierter Diffusor kanalisiert, damit er in perfekter Art und Weise auf das vergrößerte hintere Pendant treffen kann. Der dortige Diffusor bekommt wiederum Hilfe vom flankierenden Abgasstrom, der die normale Fahrtluft nach außen abdichtet. Damit ergibt sich ein leichter Groundeffect, der den Abtrieb verbessert – fast so wie in der Formel 1.

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Aus aerodynamischen Gründen ist die Heckscheibe verkleidet.

Der Abtrieb soll beim 812 Competizione 35 Prozent höher liegen als beim Superfast, was natürlich auch dem vergrößerten hinteren Spoiler und der mit mehreren Luftleit-Elementen versehenen Heckscheiben-Abdeckung aus Aluminium zu verdanken ist. Auf diese Kanäle muss die Targa-Version verzichten. Beim Competizione A sitzt dafür eine Brücke zwischen den hinteren Säulen. Am oberen Windschutzscheiben-Rahmen gibt es einen weiteren kleinen Spoiler, damit es im Cockpit nicht zu stürmisch wird. Über die Luftschlitze, die sich direkt hinter den Hinterrädern in der Heckschürze zeigen und in erster Linie aerodynamische Aufgaben erfüllen, verfügen aber beide Modellversionen.

Für besondere Kunden vorbehalten

Innen ändert sich im Vergleich zum 812 Superfast relativ wenig. Ferrari verbaut beim Competizione mehr Karbon und passt die Form der Mittelkonsole sowie jene der Türverkleidungen an.

Wer nun hoffte, kurzfristig ein Exemplar ergattern zu können, wird von Ferrari – wenig überraschend – enttäuscht. Der auf 1.598 Exemplare limitierte Hightech-Sportwagen (die Italiener bauen 999 Coupés und 599 Targas) war "Top Gear" zufolge bereits vor seiner Enthüllung ausverkauft, wobei die Nachfrage laut Hersteller das Angebot überstieg. Und das trotz enormer Preise: In Italien verlangt Ferrari 499.000 Euro für den Competizione und sogar 578.000 Euro für den Competizione A.

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Fazit

Ferrari krönt die 812-Baureihe mit einer finalen Competizione-Version. Die ist weit mehr als nur ein Sondermodell: Der technische und aerodynamische Feinschliff im Vergleich zum Superfast ist enorm. Entsprechend üppig lässt sich Ferrari diesen Aufwand bezahlen. Und umso bedauerlicher ist, dass die Italiener das Auto nur einer kleinen Kundengruppe zugänglich machen – und es bereits ausverkauft ist.

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