11/2021, Ferrari Icona Ferrari S.p.A.
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11/2021, Ferrari Icona 13 Bilder

Ferrari Daytona SP3: 3. Vertreter der Icona-Serie

Ferrari Daytona SP3 Brandneu - und schon eine Ikone

Das neueste Supercar aus dem Hause Ferrari huldigt einem legendären Rennwagen: Der Daytona SP3 zeigt sich vom 330 P3/4 aus den Sechzigerjahren inspiriert.

Es ist schon eine Weile her, dass Ferrari die Icona-Serie aufgelegt hat: Bereits im Spätsommer 2018 enthüllten die Italiener mit dem einsitzigen Monza SP1 und dessen Ableger Monza SP2, in dem zwei Personen Platz finden, die beiden ersten Vertreter dieser Exklusiv-Reihe. Nun komplettiert der Daytona SP3 – vorgestellt beim traditionellen Motorsport-Saisonabschluss der Scuderia in Mugello – das Icona-Trio. Und die Zahl "3" spielt bei dem Modell eine mehr als zentrale Rolle.

Anlass für den Hardcore-Sportwagen ist nämlich ein Dreifach-Triumph beim 24-Stunden-Rennen in Daytona. Im Februar 1967 gelang es der Truppe aus Maranello, beim Langstrecken-Klassiker in Florida mit einem 330 P3/4, einem 330 P4 und einem 412 P alle Plätze des Podiums zu belegen. Der 330er ist dann auch das zentrale Vorbild, das für den Daytona SP3 Pate stand. Eine Ikone der Sportwagen-Prototypen – nicht nur wegen ihrer Erfolge, sondern auch wegen ihrer Ästhetik. Immer wieder greifen Sportwagen-Designer die geschwungenen Formen des Ferrari 330 P3/4 bei modernen Kreationen auf.

Die 330er-Ästhetik modern interpretiert

So auch Ferrari. Eine der auffälligsten optischen Parallelen ist die umlaufende Windschutzscheibe. Der Daytona SP3 kombiniert die Analogien zum 330er und anderen legendären Ferrari-Rennern wie 512 S, 712 Can-Am und 312 P jedoch mit scharfen Linien, wie sie aufgrund aerodynamischer Erkenntnisse später auch bei Ferraris Rennwagen-Prototypen verstärkt zu sehen waren. Eine Hommage stellen außerdem das herausnehmbare Targa-Dach und die auf den vorderen Kotflügeln ruhenden Außenspiegel dar. Genau wie die vorderen Scheinwerfer, deren bewegliche obere Abdeckungen an die Klappscheinwerfer früherer Modelle erinnern. Hinten leuchtet der Daytona SP3 mit einem schmalen durchgängigen Band.

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Beim Design stand in erster Linie der 60er-Jahre-Rennwagen Ferrari 330 P3/4 Pate.

Aber ein Ferrari wäre kein Ferrari, wenn seine Form nicht auch der Funktion folgen würde. So sind in die Schmetterlingstüren Luftleitkanäle integriert, die den Fahrtwind zu den seitlichen Lufteinlässen leiten. Überhaupt ist die Aerodynamik eines der herausragendsten Merkmale des Ferrari Daytona SP3. So gibt es beispielsweise Kamine, die Luft mit niedrigem Druck aus dem Unterboden absaugen – und viel Kompliziertes mehr. Der Hersteller nennt das Icona-Modell folgerichtig "das aerodynamisch effizienteste Auto, das Ferrari je ohne den Einsatz aktiver Aerodynamiksysteme gebaut hat".

V12-Motor aus dem 812 Competizione

Als Antriebsquelle kommt natürlich nur ein V12-Motor infrage. Der 6,5 Liter große Saugbenziner ist vom Grundsatz her das Triebwerk es 812 Competizione. Es rückte im Daytona SP3 aber nicht nur als Heck-Mittelmotor hinter die beiden Passagiere, sondern leistet auch zehn PS mehr – und damit stramme 840 PS. Damit ist der Zwölfzylinder der stärkste Verbrennungsmotor, der in Maranello je produziert wurde. Das maximale Drehmoment von 697 Newtonmetern liegt bei der Höchstdrehzahl von 9.500 Umdrehungen an. Ein Sieben-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe leitet die Kräfte auf die Hinterräder weiter. Von Null auf Hundert sprintet der Bolide in 2,85 Sekunden. Von null auf 200 km/h geht es in 7,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt mehr als 340 km/h.

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Der Doppel-Auspuff sitzt zentral über dem mächtigen Diffusor.

Dass bei dem Triebwerk Hightech-Materialien aus der Formel 1 zum Einsatz kommen, versteht sich ebenso von selbst wie die Tatsache, dass Ferrari im Vergleich zum Ausgangs-Triebwerk noch etwas an technischem Feinschliff betrieben hat. Ansaugkrümmer und Luftsammler sind jetzt kompakter, die Ansaugkanäle verfügen über eine variable Geometrie. Aber auch innermotorisch und elektronisch haben sich einige Details geändert, um bei niedrigen Umdrehungen ein hohes Drehmoment zu gewährleisten, ohne dass der V12 an Drehfreude verliert.

Chassis und Karosserie aus Verbundwerkstoffen

Formel-1-Anleihen auch beim Chassis, das komplett aus Karbonfasern besteht. Die Karosserie fertigt Ferrari ebenfalls aus Verbundwerkstoffen, was in Kombination das Gewicht senken soll. Trotzdem kommt der Daytona SP3 auf ein Leergewicht von immerhin 1.485 Kilogramm. Das Fahrgestell bedingt eine weitere Eigenheit des Supersportlers: Die Sitze sind in das Chassis integriert, wodurch sich eine ähnliche, eher horizontale Sitzposition ergibt wie im F1-Monoposto. Damit die Fahrerin oder der Fahrer trotzdem stets bequem sitzen und alles im Griff behalten, lässt sich die Pedalbox verstellen.

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Der Ferrari Daytona SP3 präsentiert ein markentypisches Cockpit mit ins Chassis integrierten Sitzen.

Wie auch Ferraris herkömmliche Straßenmodelle verfügt der Daytona SP3 über jenes Multifunktions-Lenkrad, mit dem sich die meisten Fahrzeug-Funktionen steuern lassen. Dahinter sitzt ein gebogenes 16-Zoll-Display, das alle nötigen Informationen liefert. Alle Touch-Elemente gruppieren sich am Volant oder im zentralen unteren Bereich des Armaturenbretts, während die Mittelkonsole wenige Drucktasten und Schieberegler bereithält. Die vorrangig verwendeten Materialien sind Karbon, Leder und Alcantara.

Abschaltbare elektronische Fahrhilfen

Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt 44:56 Prozent. Doch auch elektronische Systeme sollen helfen, die Rundenzeit zu optimieren. Das Fahrdynamik-System SSC der Generation 6.1 ermöglicht nicht nur kontrollierte Drifts, sondern erhöht im Zusammenspiel mit dem Ferrari Dynamic Enhancer (FDE) auch Kurvenstabilität und Traktion. Unter anderem, indem es den Daytona SP3 im Grenzbereich mit leichten, aber gezielten Bremseingriffen auf Kurs hält. Profis schalten die Technik freilich aus, was in den Fahrmodi "Race" und "CT-Off" möglich ist. Hinzu kommt Obligatorisches wie eine Traktionskontrolle, ein elektronisches Differenzial oder ein Hochleistungs-ABS.

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In die offenherzige Front strömt bereits einiges an Kühlluft, mit der der V12-Motor mit Sauerstoff versorgt wird.

Für Ferraris drittes Icona-Modell hat Pirelli übrigens eigene P Zero Corsa-Reifen gebacken, die vorne im Format 265/30 ZR20 und hinten in der Dimension 345/30 ZR21 in den Radhäusern rotieren. Die Größe der Felgen: 9x20 Zoll vorne und 12,5x21 Zoll hinten. Auch bei den Bremsen kommt XXL-Material zum Einsatz: Vorne messen die Scheiben 398 Millimeter und hinten kommen 380er-Pendants zum Einsatz.

Wann genau Ferrari die Produktion des Daytona SP3 starten, was das Auto kosten und auf wie viele Exemplare es limitiert sein wird, hat der Hersteller bislang nicht verraten. Trotzdem dürfte es bereits vergriffen gewesen sein, als in Mugello das Tuch von der Karosserie gezogen wurde.

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Fazit

Mit dem Daytona SP3 wächst Ferraris Icona-Serie vom Zweiteiler zur Trilogie. Wie bei den bisher vorgestellten Vertretern Monza SP1 und SP2 dient der 6,5-Liter-V12 aus dem Ferrari 812 als Antriebsquelle – allerdings wurde er direkt abgeleitet vom Competizione-Modell. Auch sonst präsentiert der Daytona SP3 die typische Ferrari-Rezeptur: Begehrenswerte Formen, hocheffiziente Aerodynamik, ausgeklügelte Elektronik und minimale Verfügbarkeit zu vermutlich maximalem Preis.

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