Lange Zeit dominierten Automatikgetriebe das Segment der extremsten Sportwagen. Sie schalten schnell, effizient und komfortabel. Doch seit einiger Zeit bieten manche Hersteller ihre Supersportwagen wieder mit manuellem Getriebe, oder zumindest der Option auf ein solches an. Zu diesem noch kleinen Kreis zählt jetzt auch John Hennessey mit seinem Team. Die neueste Kreation, der Venom F5-M, ist eine Hommage an das analoge Fahren. Das Herzstück dieser Kreation thront prominent in der Mittelkonsole: eine offene Schaltkulisse aus gefrästem Aluminium.
Das neu entwickelte Sechsgang-Schaltgetriebe stellt den Fahrer in den Mittelpunkt. Ein kurzer Schalthebel aus Billet-Aluminium bewegt sich durch die offene Kulisse und soll laut Hennessey bei jedem Gangwechsel ein klares, mechanisches Feedback geben. Um diese fahrerorientierte Auslegung zu ermöglichen, gestaltete der Hersteller das gesamte Cockpit neu. Die Positionierung des Schalthebels und die Ergonomie der Mittelkonsole sind vollständig auf den manuellen Schaltvorgang abgestimmt. Nathan Malinick, Designdirektor bei Hennessey, erläutert dazu: "Der F5-M ist nicht einfach ein F5 mit manuellem Getriebe – er ist eine komplette Designantwort auf eine ganz andere Art der Fahrerbeteiligung."
Neues Getriebe, bekannter Motor
Die technische Herausforderung lag darin, das manuelle Getriebe mit dem bekannten Antriebsstrang zu koppeln. Im Heck des F5-M arbeitet weiterhin der 6,6-Liter-Biturbo-V8 mit dem internen Namen "Fury". Seine Leistung bleibt mit 1.515 kW (2.059 PS) unverändert. Die gesamte Kraft wird ausschließlich an die Hinterräder geleitet. Um diese Leistung für den Fahrer kontrollierbar zu machen, passte Hennessey die Traktionskontrolle und das Motormanagement speziell auf die manuelle Kraftübertragung an. Ziel ist eine lineare und präzise dosierbare Leistungsabgabe in jedem Gang.
Als Basis für den F5-M dient der offene Venom F5 Roadster. Das manuelle Modell erhält jedoch ein neues Kohlefaser-Chassis und eine überarbeitete Karosserie mit eigenständigen aerodynamischen Elementen. Das auffälligste Merkmal ist eine 1,40 Meter lange Heckfinne, die sich vom Lufteinlass auf dem Dach bis zur Abrisskante des Hecks zieht. Sie dient nicht nur als visuelles Erkennungsmerkmal, sondern soll auch die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten verbessern. Eine integrierte Dachhutze führt dem Motorraum zusätzlich kühle Luft zu.
Weltpremiere in Goodwood
Das erste produzierte Fahrzeug, das auf dem Goodwood Festival of Speed (9. bis 12. Juli) seine Weltpremiere feiert, zeigt die Individualisierungsmöglichkeiten. Der britische Besitzer nutzte Hennesseys Maverick-Abteilung für spezielle Kundenwünsche. Das Fahrzeug ist in sichtbarem, lila eingefärbtem Carbon mit goldeloxierten Akzenten ausgeführt. Zu den Details gehören ein Emblem aus 24-karätigem Gold und der eingestickte Familienname des Besitzers im Innenraum.
Hennessey wird die Produktion des Venom F5-M Roadster auf 12 Exemplare limitieren. Der Grundpreis liegt bei 2,65 Millionen US-Dollar (2,32 Millionen Euro). Der Hersteller kündigte jedoch an, dass das manuelle Sechsgang-Getriebe nach seiner Einführung auch als Option für die gesamte F5-Modellreihe verfügbar sein wird.












