11/2019, McLaren Elva Super Series McLaren Automotive
11/2019, McLaren Elva Super Series
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11/2019, McLaren Elva Super Series 8 Bilder

McLaren Elva (2020)

Luftiger Extrem-Roadster

Kein Dach, keine Scheiben, aber viel Leistung und Hightech: Mit dem 1,7 Millionen Euro teuren Elva stellt McLaren den nächsten Vertreter der Ultimate Series vor.

Ob P1, Senna oder Speedtail: McLarens Ultimate Series strotzt nur so vor illustren Sportwagen. Nur ein offener Vertreter fand sich darin noch nie. Zumindest bis jetzt, denn nun rollt der McLaren Elva vor. Und der ist so offen, wie ein Auto nur sein kann (Extremisten à la Ariel Atom oder Caterham Seven zählen jetzt mal nicht). Der Elva verzichtet nicht nämlich nur auf ein Dach, sondern auch auf eine Windschutzscheibe sowie Seitenfenster.

Kohlefaser-Karosserie mit intelligenter Luftführung

Der Neuling zeigt sich nicht nur namentlich, sondern auch optisch von Bruce McLarens Kundensport-Renn und -sportwagen aus den Sechzigerjahren inspiriert. Geschwungene Linien zeichnen hier wie da die Formgebung aus, genau wie typische Mittelmotor-Proportionen. Auch die markanten Lufteinlässe auf Hüft- und B-Säulen-Höhe ähneln sich. Allerdings präsentiert der neue Elva eine deutlich aggressivere Front mit den sichelförmigen Scheinwerfern, die für die Marke exemplarisch sind. Und derart viele Sicken, Falze und Charakterlinien, dass sich an fast jeder Karosserieecke irgendwo das Licht bricht.

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Der neue Elva zeigt sich von den gleichnamigen Boliden inspiriert, die Bruce McLaren in den 60ern fertigen ließ.

Die Außenhaut besteht aus Kohlefaser und stülpt sich, wie bei McLaren üblich, über ein Chassis aus demselben Material. In ihr verstecken sich nicht nur im Ernstfall blitzschnell ausfahrende Überrollbügel, sondern auch das „Active Air Management System“ (AAMS). Stark vereinfacht leitet die Technik den Fahrtwind durch diverse Kanäle so intelligent durch den Vorderwagen sowie vor und neben dem Cockpit wieder hinaus, dass in diesem eine „Blase der Ruhe“ entsteht. Allerdings nicht bei Stadttempo, sondern nur bei höheren Geschwindigkeiten – und da lässt es sich vom Fahrer deaktivieren. Dank AAMS soll sich der McLaren Elva auch ohne Helme entspannt fahren lassen. Wer der Hightech nicht vertraut, kann auf bestimmten Märkten aber auch eine feste Windschutzscheibe ordern.

Vierliter-Biturbo-V8 mit 815 PS

Ist AAMS inaktiv, werden mit der kanalisierten Frischluft übrigens die beiden vor den Vorderrädern installierten Niedrig-Temperatur-Kühler gespeist. Diese temperieren nicht nur das Öl des Sieben-Gang-Schaltgetriebes, sondern senken auch die Ladeluft-Temperatur. Schließlich muss der aus dem McLaren Senna übernommene, doppelt aufgeladene Vierliter-V8 im Elva auf 815 PS (und damit 15 PS mehr als beim Senna) gebracht werden. Beim maximalen Drehmoment – 800 Newtonmeter – sind sich beide Modelle einig. Tempo 100 soll der Roadster aus dem Stand in weniger als drei Sekunden erreichen, von Null auf 200 km/h geht es in 6,7 Sekunden.

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Die Auspuff-Endrohre ragen weit nach innen und etwas nach oben versetzt aus der Karosserie.

Die beiden Endrohre des aus Titan und Inconel gefertigten Auspuffs ragen weit nach innen und etwas nach oben versetzt aus der Karosserie. Die Lenkung arbeitet elektrohydraulisch und das Fahrwerk mit hydraulischen, aktiven Dämpfern, die nicht nur blitzschnell auf die Fahrsituation reagieren, sondern auch die Grundabstimmungen Komfort, Sport und Track erlaubt. McLaren rüstet den Elva darüber hinaus nicht nur mit einer einstellbaren Stabilitäts-, sondern auch mit einer variablen Driftkontrolle aus.

Hightech in allen Bereichen

Die Aerodynamik des McLaren Elva zeigt sich natürlich ebenfalls ausgefeilt. Bis zur Hinterachse verfügt der Extrem-Roadster über einen völlig flachen Unterboden, der an dieser Stelle in den Diffusor übergeht. Dessen vertikale „Zäune“ sollen in Verbindung mit dem aktiven Heckspoiler das Elva-Hinterteil stabilisieren. Die für McLaren typische Airbrake kommt im Neuling selbstverständlich ebenfalls zum Einsatz. Die eigentliche Bremsanlage agiert mit speziell bearbeiteten und dadurch sehr leichten 390-Millimeter-Scheiben, die jeweils von Titan-Sattelkolben in die Zange genommen werden.

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Das digitale Kombiinstrument sitzt auf der Lenksäule und bewegt sich mit, wenn diese verstellt wird.

Ex- und Interieur bilden beim McLaren Elva eine Einheit; Ersteres geht in Zweiteres über. So fließen die oberen Abschnitte der Türen ebenso bis in die Kabine wie die hinter den Sitzen platzierten Höcker, deren Verlängerung als Mittelkonsole und Armlehne fungiert sowie den Motor-Startknopf und die Tasten für's Getriebe beherbergen. Das Armaturenbrett verläuft über die Türen um die Passagiere herum, deren Sitze sich in Kohlefaser-Konsolen befinden. Das Kombiinstrument befindet sich auf der Lenksäule und bewegt sich mit, wenn das Volant verstellt wird. Dieses wiederum verfügt selbstverständlich über Schaltwippen. Der zentral montierte Acht-Zoll-Touchscreen mit seitlich angebrachtem Bedienrad dient als Schnittstelle zum Infotainmentsystem.

399 Exemplare für mindestens 1,7 Millionen Euro

Eine Audioanlage ist in der Basisausstattung aus Gewichtsgründen nicht enthalten, kann aber kostenfrei dazu bestellt werden. Ebenfalls gratis können die serienmäßigen Zehnspeichen-Felgen gegen ultraleichte Fünfspeichen-Pendants und die Pirelli P Zero-Sportreifen gegen deren Corsa-Variante getauscht werden. Wer möchte, kann sich auch ein Lift-System für die Karosserie aufpreisfrei installieren lassen.

Teuer dürften dagegen die vielen Material- und Farboptionen für den Innenraum und die unzähligen anderen Sonderausstattungen werden, welche die hauseigene Individualisierungsabteilung McLaren Special Operations anbietet. Wobei der Begriff „teuer“ relativ ist bei einem Auto, das inklusive deutscher Mehrwertsteuer mindestens 1.695.000 Euro kostet. Ab Ende 2020 sollen die ersten der maximal 399 gefertigten Exemplare ausgeliefert werden.

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Der McLaren Elva ist ...
... ein Wahnsinnsauto. Ich krieg' mich gar nicht mehr ein, so toll ist der.
... ein weiteres Supercar, das kein Mensch braucht. Lässt mich völlig kalt.

Fazit

Mit dem Elva ist McLaren eine echte Überraschung gelungen. Es war nicht unbedingt davon auszugehen, dass die Briten als nächsten Vertreter der Ultimate Series einen derart kompromisslosen Open-Air-Boliden auf die Räder stellen. Möglich, dass der Elva hart an der Grenze zum „Over-Engineering“ wandelt, aber irgendwie muss die Aerodynamik- und Technik-Kompetenz aus der Formel 1 ja in die Straßenautos übertragen werden. Schließlich lässt sich McLaren den Aufwand auch teuer bezahlen.

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