Mercedes-AMG A 45 4Matic+ (2019) Daimler

Mercedes-AMG A 45 4MATIC+ (2019)

Hot-Hatch-Star mit über 400 PS

Der neue Mercedes-AMG A 45 leistet künftig deutlich über 400 PS – zumindest in der S-Variante. Denn wie bei den größeren V8-Modellen gibt es zwei Leistungsstufen. Alle Infos zum neuen Hot Hatch der Affalterbacher.

Mit dem A 35 hat Mercedes bereits seit einigen Monaten ein AMG-Modell der A-Klasse im Angebot. Es leistet 306 PS und wildert daher im Revier von Golf R, Audi S3 oder BMW M140i. Jetzt legt der Hersteller mit dem neuen Top-Modell A 45 nach.

Während der Zweiliter-Turbomotor des A 35 in seiner Grundkonstruktion aus den zivilen Baureihen-Brüdern A 220 und A250 stammt, bekommt der neue A 45 wieder ein echtes Affalterbacher Herz getreu der „one man, one engine“-Tradition. Und zwar in zwei verfügbaren Leistungsstufen. Schon das A 45-Basismodell übertrifft mit 387 PS und 480 Nm die Leistungsdaten des Vorgängers (381 PS, 475 Nm). Beim S-Modell geht AMG noch weiter: 421 PS und 500 Nm maximales Drehmoment. Der A 45 S sprengt somit die bei den Serien-Hot-Hatches bislang noch unerreichte 400-PS-Marke mehr als deutlich.

Mercedes-AMG will mit dem neu entwickelten Motor das weltweit stärkste Vierzylinder-Turbotriebwerk in einem Großserienmodell gebaut haben. Über die weiteren Besonderheiten des Triebwerks, wie etwa die geänderte Einbaulage, den besonders hohen Maximal-Ladedruck von 2,1 bar, die Saugmotor-ähnliche Kraftentfaltung sowie alle technischen Daten haben wir bereits hier berichtet.

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Fahrwerte eines echten Sportwagens

Auch bei der Beschleunigung stößt der A 45 in neue Dimensionen vor. Im Vorgänger vergingen beim Null-auf-hundert-Sprint laut Werksangabe noch mindestens 4,2 Sekunden. Dem neuen A 45 S soll der Standardsprint in 3,9 Sekunden gelingen, nur eine Zehntelsekunde langsamer ist die Herstellerangabe für das Basismodell. Gravierender sind die Unterschiede bei der Höchstgeschwindigkeit: Das S-Modell wird erst bei 270 km/h abgeregelt, im Basismodell ist werksseitig bei Tempo 250 Schluss. Wer schneller fahren möchte, ordert das optionale AMG Driver's Package.

Um die maximal möglichen Beschleunigungswerte aus dem Stand zu erreichen, ist das serienmäßige Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (AMG-Speedshift) mit einer Race-Start-Funktion ausgestattet. Maximale Traktion liefert wie gehabt der Allradantrieb. Für mehr Agilität und höhere Kurvengeschwindigkeiten ist dieser zudem mit einem neuen Hinterachsgetriebe ausgestattet, sodass die Antriebskraft nicht nur zwischen den Vorder- und Hinterrädern, sondern auch radselektiv zwischen dem linken und dem rechten Hinterrad verteilt wird. Möglich wird damit auch der im aktuellen AMG E 63 eingeführte Driftmodus, der kontrolliertes Übersteuern zulässt. Bei den S-Modellen ist er serienmäßig, für die Basisversion als Teil des optionalen AMG Dynamic Plus-Pakets verfügbar.

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In 3,9 Sekunden geht es im A 45 S von Null auf Tempo 100.

Für die Verzögerung sind im Basismodell an der Vorderachse 350 x 34 Millimeter große Bremsscheiben mit 4-Kolben-Festsätteln, an der Hinterachse 330 x 22 Millimeter große Bremsscheiben mit 1-Kolben-Sättel zuständig. Den S-Modellen spendiert AMG an der Vorderachse 360 x 36 Millimeter große Bremsscheiben mit 6-Kolben-Festsätteln. In beiden Modellen sind die Scheiben jeweils innen belüftet und gelocht.

Agiler, aber auch komfortabler

Das überarbeitete Fahrwerk mit McPherson-Konstruktion an der Vorderachse und einer Vierlenker-Hinterachse ist mit neuen, frequenzselektiven Stoßdämpfern ausgestattet und soll damit gegenüber dem Vorgänger einen stabileren Geradeauslauf und geringere Wankneigungen bei gleichzeitig gesteigertem Komfort garantieren. Über die drei Modi der adaptiven Verstelldämpfung (Option) kann der Fahrer außerdem das Ansprechverhalten der Dämpfer beeinflussen – zwischen komfortbetont bis sportlich-hart.

Mit dem AMG Dynamic Select stehen dem Fahrer zudem sechs Fahrprogramme (Glätte, Comfort, Sport, Sport +, Individual, Race) und damit weitere Einstellungsmöglichkeiten der Fahrzeugcharakteristik zur Verfügung. Somit lassen sich unter anderem die Gaspedalkennlinie, Schaltzeiten und -zeitpunkte, Lenkungskennlinie, ESP oder auch die Abgasanlage ansteuern und an die eigenen Vorlieben anpassen.

Eigenständigeres Design

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Gelbe Akzente kennzeichnen den Innenraum des S-Modells. In der Basisvariante sind diese in Rot ausgeführt.

Beim Außendesign tritt das Topmodell der A-Klasse nun noch eigenständiger auf als bisher. Auffälligstes Merkmal ist der breite Kühlergrill mit den vertikalen Streben wie bei den größeren AMG-Modellen. Die Vorderachse und die vorderen Kotflügel sind breiter als in den zivilen A-Modellen. Um die Torsionssteifigkeit zu erhöhen, hat AMG hinter dem Motor eine Leichtbauplatte aus Aluminium verschraubt. Hinzu kommen eine Domstrebe zwischen den vorderen Federbeinen sowie weitere Diagonalstreben am Unterboden.

Optional stehen mit dem Aerodynamik-Paket weitere Anbauteile, wie etwa die seitlichen Flics oder der größere Heckflügel, zur Verfügung. Während das S-Modell serienmäßig auf 19-Zoll-Alurädern steht, kosten diese für die Basisvariante Aufpreis (Serie: 18 Zoll).

Im Innenraum unterscheiden sich die beiden Modelle anhand der Applikationen – Basis: rot, S-Modell: gelb. Der A 45 S ist serienmäßig mit einem Sportlenkrad inklusive 12-Uhr-Markierung ausgestattet. In der Mittelkonsole beider Modelle finden sich zusätzliche Schalter zur Bedienung des 3-stufigen ESP, des adaptiven Fahrwerks sowie der Abgasanlage. Eine weitere Besonderheit sind die drei AMG-spezifischen Anzeigenstile im digitalen Kombiinstrument. Im Modus „Supersport“ wird der Drehzahlmesser mittig dargestellt, der Tachometer reicht bis 300 km/h.

Preise nennt AMG bis dato noch nicht. Der A 35 steht aktuell mit 47.796 Euro in der Preisliste, der A 45 auf Basis der Vorgänger-Generation kostete zuletzt 51.527 Euro.

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Fazit

Das Wettrüsten in der Klasse der Kompaktsportler gewinnt mit dem neuen Mercedes-AMG A 45 4Matic+ erneut an Dramatik. Mit 421 PS sprengt die Top-Variante A 45 S die 400-PS-Marke deutlich und stellt damit den weltweit leistungsstärksten Vierzylinder-Motor in einem Großserienmodell. Etwas schwächer, aber keineswegs schwachbrüstig geht die Basisverison mit 387 PS an den Start. Zusammen mit dem A 35 (ab 47.796 Euro) hat Mercedes künftig also drei Performance-Varianten der A-Klasse im Angebot. Ein echtes AMG-Triebwerk befeuert allerdings nur die 45er-Modelle. Hinzu kommen weitreichende Optimierungen an Aerodynamik und Fahrwerk. Das dürfte sich sowohl in den Fahrleistungen als auch beim Preis wiederspiegeln.

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