Neuer Santana Cajal Geländewagen: Endlich wieder ein bezahlbarer Offroader

Neuer Santana Cajal Geländewagen
Endlich wieder ein bezahlbarer Offroader

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.07.2026
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Die etablierten Hersteller haben es längst aufgegeben, anständige Geländewagen zu anständigen Preisen in Europa anzubieten. Pajero, Frontera, Wrangler, Land Cruiser, Defender und wie sie alle hießen: Entweder einfach eingestellt, zum zweiradgetriebenen SUV verschlimmert oder immer weiter so verteuert, dass man auch gleich zum Mercedes-Händler gehen kann. Das könnte sich jetzt ändern. Der spanische Hersteller Santana will diese große Lücke wieder schließen.

Offroad, aber bezahlbar?

Mit dem Cajal bringt Santana erstmals seit der Schließung des Werks in Linares im Jahr 2011 wieder einen klassischen Geländewagen auf den Markt. Der Fünftürer kommt mit fast schon vergessener Geländekompetenz: Leiterrahmen, Geländeuntersetzung und drei Differenzialsperren. Gleichzeitig verspricht der Spanier den Komfort und die Assistenzsysteme eines modernen SUV.

Nach der Insolvenz im Jahr 2011 schien das Kapitel Santana beendet. Die 1956 gegründete Marke hatte zunächst Land Rover in Lizenz gebaut und später mit Modellen wie dem PS-10 oder dem militärisch genutzten Hanibal selbst robuste Geländewagen entwickelt. Erst 2025 kündigte Santana die Rückkehr an. Gemeinsam mit chinesischen Industriepartnern wird seitdem wieder im traditionsreichen Werk in Linares produziert. Nach dem Pickup Santana 400 ist der Cajal das zweite Modell der Wiederauferstehung.

Seinen Namen verdankt der Geländewagen nicht etwa einem Schminkstift, sondern dem spanischen Mediziner und Nobelpreisträger Santiago Ramón y Cajal. Künftig sollen weitere Santana-Modelle Namen tragen, die an bedeutende Persönlichkeiten, Regionen oder historische Orte Spaniens erinnern.

BAIC-Technik unter spanischem Logo

Technisch basiert der Santana Cajal auf dem chinesischen BAIC BJ40 Pro. Die Fahrzeuge werden als Bausätze nach Spanien geliefert und im Werk Linares montiert. Mit 4,79 Metern Länge, 1,94 Metern Breite und einem Radstand von 2,76 Metern gehört der Cajal zu den größeren Vertretern seiner Klasse. Die kantige Karosserie, gerader Front, außenliegendem Reserverad, kurzen Überhängen und nahezu senkrechter Heckklappe entspricht klassischem Geländewagenbau. Hinzu kommen rahmenlose Seitenfenster, elektrisch ausfahrbare Trittstufen sowie eine zweigeteilte Heckklappe, deren oberes Fenster separat geöffnet werden kann.

Die Karosserie sitzt auf einem Leiterrahmen. Vorne arbeitet eine Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern, hinten kombiniert BAIC eine Starrachse mit Mehrlenkerführung und Schraubenfedern. Diese Konstruktion soll hohe Verschränkung und Belastbarkeit im Gelände mit einem im Alltag brauchbaren Fahrkomfort verbinden.

Zwei Turbomotoren zum Marktstart

Zum Verkaufsstart stehen zwei Vierzylinder mit jeweils zwei Litern Hubraum bereit. Der Benziner entwickelt 245 PS (180 kW) und 386 Nm Drehmoment. Alternativ bietet Santana einen Turbodiesel mit 163 PS (120 kW) und 390 Nm an. Beide Motoren arbeiten mit einer Achtgang-Automatik zusammen. Später soll die Baureihe um eine Variante mit Range-Extender-Antrieb erweitert werden.

Das Allradsystem bietet mehrere Betriebsarten. Neben Hinterradantrieb stehen ein automatisch geregelter Allradmodus sowie ein gesperrter 50:50 Allrad mit und ohne Geländeuntersetzung zur Verfügung. Ergänzt wird das System durch Sperren an Vorder- und Hinterachse. Außerdem stehen mehrere Fahrprogramme zur Verfügung, die den Antrieb an unterschiedliche Untergründe wie Sand, Schlamm, Felsen oder Wasserdurchfahrten anpassen. Zusätzlich gehören Berganfahrhilfe, Kriechmodus sowie ein kamerabasiertes System mit transparenter Unterbodenansicht zur Ausstattung.

Auch die Geländewerte können sich sehen lassen. Die Bodenfreiheit beträgt mindestens 220 Millimeter. Beim Diesel nennt Santana einen Böschungswinkel von 37 Grad vorne und 32 Grad hinten sowie eine Wattiefe von 800 Millimetern. Der Benziner erreicht 36 beziehungsweise 31 Grad und 750 Millimeter Wattiefe. Die Anhängelast liegt bei bis zu 2,5 Tonnen.

Moderner Innenraum

Im Innenraum zeigt sich der Cajal, typisch für die chinesischen Hersteller, deutlich moderner als viele klassische Geländewagen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 10,25 Zoll großes Digitalcockpit, ergänzt durch einen 12,8 Zoll großen Touchscreen. Hinzu kommt ein weiteres 12,8-Zoll-Display für den Beifahrer. Dieses zeigt unter anderem Geländedaten wie Fahrzeugneigung, Kompass, Wattiefe sowie den Status von Allradantrieb und Differenzialsperren an.

Zur Ausstattung gehören außerdem elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze mit Belüftung, ein beheizbares Lenkrad, ein Panorama-Glasdach, ein Soundsystem mit zehn Lautsprechern und Subwoofer, kabelloses Laden mit bis zu 50 Watt sowie zahlreiche Stromanschlüsse, einschließlich eines 400-Watt-Wechselrichters. Bei umgeklappter Rückbank wächst das Ladevolumen auf bis zu 945 Liter.

Auch bei den Assistenzsystemen orientiert sich der Cajal eher an modernen SUV als an traditionellen Geländewagen. Serienmäßig sind unter anderem adaptiver Tempomat, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Totwinkelüberwachung, Querverkehrswarner, Notbremsassistent, Stauassistent, Verkehrszeichenerkennung, 360-Grad-Kamerasystem sowie ein automatischer Parkassistent an Bord.

Der Preis wird heiß

Der Marktstart in Spanien ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Offizielle Preise nennt Santana bislang nicht, nach Angaben des Herstellers soll der Cajal jedoch weniger als 40.000 Euro kosten. Zum Vergleich: Die letzten offiziell in Deutschland verfügbaren Jeep Wrangler starten bei rund 71.000 Euro, der aktuelle Toyota Land Cruiser bei 91.990 Euro. Da kann man sich nur wünschen, dass Santana den Wagen auch auf den Weg nach Deutschland schickt. Alternativ kann man sich ja einen aus dem Spanien-Urlaub mitnehmen.

Fazit