Riesen-Facelift für den Lada Niva: Mehr Leistung, mehr Luxus und sogar ein Airbag

Riesen-Facelift für den Lada Niva
Mehr Leistung, mehr Luxus und sogar ein Airbag

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.07.2026
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Bei einem Auto, dessen Evolutionsstufen in Jahrzehnten gemessen wird, kommt die Renovierung des Lada Niva Legend einer Revolution gleich. Der seit 49 Jahren gebaute Niva bekam in seinem langen Leben zwar schon etliche Updates verpasst, doch keines fiel so umfassend aus wie diesmal. Sogar das seit Beginn der Baureihe zelebrierte Zweischlüssel-System wird abgeschafft, künftig gibt es nur noch einen für Zündschloss und Türen. Wer den Niva schon länger kennt, kann diese spektakuläre Neuerung einschätzen. Tatsächlich sind jedoch jenseits aller Nostalgie andere Dinge entscheidend.

Jetzt mit 90-PS-Motor

Die wichtigste Neuerung betrifft den Antrieb. An die Stelle des bisherigen 1,7-Liter-Benzinmotors tritt ein neuer 1,8-Liter-Vierzylinder mit acht Ventilen, der bereits im Lada Niva Travel eingesetzt wird. Während der Vorgänger je nach Ausführung zwischen 80 und 83 PS leistete, steigt die Motorleistung nun auf 90 PS. Das maximale Drehmoment wächst von bisher 129 auf 153 Newtonmeter. Besonders für den Geländeeinsatz wurde die Charakteristik des Motors verändert. Rund 80 Prozent des maximalen Drehmoments stehen bereits ab einer Motordrehzahl von 1.000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung.

Auch die Fahrleistungen verbessern sich. Für den "Sprint" von 0 auf 100 km/h werden nun rund 15 Sekunden angegeben, womit der Niva etwa zwei Sekunden schneller beschleunigt als bisher. Gleichzeitig sinkt der kombinierte Normverbrauch von 9,9 auf 9,0 Liter je 100 Kilometer. Nach Herstellerangaben fällt die Verbrauchsreduzierung in bestimmten Last- und Betriebsbereichen noch deutlicher aus.

Verstärkter Antrieb

Um die höhere Motorleistung dauerhaft verkraften zu können, wurde der Antriebsstrang verstärkt. Dazu gehören überarbeitete Zahnräder der Radantriebswellen, neue Ausgleichsräder im Differenzial, verstärkte Achswellen in der Hinterachse sowie ein robuster ausgeführtes Zahnrad für den fünften Gang. Auch das Verteilergetriebe wurde überarbeitet. Statt zweier Hebel erfolgt die Bedienung künftig über einen einzelnen Schalthebel, die nächste Revolution seit fast 50 Jahren. Zusätzlich erhielt das Verteilergetriebe eine dritte Lagerung, die Schwingungen und Vibrationen reduzieren soll.

Neben dem Antrieb wurde auch das Fahrwerk weiterentwickelt. An der Vorderachse kommen neue Federn und geänderte Aufnahmen zum Einsatz. Der Stabilisator wurde weiter nach vorn verlegt. Diese Änderungen sollen die Richtungsstabilität verbessern, die Lenkpräzision erhöhen und gleichzeitig den Federungskomfort steigern. Bei aller Überarbeitung bleibt der permanente Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und zentraler Differenzialsperre erhalten.

Besserer Rostschutz

Es wird noch heftiger: Beim Korrosionsschutz setzt Lada erstmals teilweise auf beidseitig verzinkte Karosserieteile. Dazu zählen unter anderem Motorhaube, Dach, Frontpartie, hintere Türen sowie weitere besonders korrosionsgefährdete Bereiche. Die Rosterei im Zeitraffer dürfte damit eingedämmt werden, die Karosserie besteht jedoch weiterhin nicht vollständig aus verzinktem Stahl.

Noch eine Premiere, der Lada Niva Legend erhält erstmals einen Airbag. Zwar nur für den Fahrer, doch alleine das ist bereits ein gewaltiger Fortschritt. Dafür musste die Frontstruktur angepasst werden, unter anderem wegen des weiterhin unter der Motorhaube untergebrachten Reserverads, diese Tradition bleibt also erhalten. Gleichzeitig wurde die Integration der Lenksäule überarbeitet und die Struktur des Vorderwagens neu abgestimmt. An der Bremsanlage kommen künftig innenbelüftete Bremsscheiben an der Vorderachse zum Einsatz. Hinten setzt der Hersteller AvtoVAZ weiterhin auf Trommelbremsen.

Komfort-Updates

Im Innenraum konzentrieren sich die Änderungen vor allem auf Ergonomie und Bedienkomfort. Das Lenkrad stammt künftig aus dem Lada Granta und lässt sich erstmals in der Höhe verstellen. Das Zündschloss wandert auf die rechte Seite der Lenksäule. Der Schalthebel sitzt näher am Fahrer, wodurch sich die Bedienung vereinfachen soll. Durch die neue Gestaltung der Mittelkonsole entsteht zusätzlich eine kleine Ablagefläche. Auf Becherhalter in diesem Bereich muss jedoch verzichtet werden. Darüber hinaus arbeitete AvtoVAZ an der Geräuschdämmung. Eine durchgehende Dämmung der Motorhaube, größere Schalldämpfer sowie ein überarbeiteter Abgasstrang sollen die Geräuschentwicklung im Innenraum reduzieren.

Zur Komfortausstattung gehören außerdem eine modernisierte Heizungs- und Klimaanlage, ein Pollenfilter, eine Zentralverriegelung sowie der eingangs erwähnte einheitliche Schlüssel für Türen und Zündung. Ein leiser arbeitender Gebläsemotor soll ebenfalls zum höheren Alltagskomfort beitragen.

Die Optik bleibt

Äußerlich fallen die Änderungen vergleichsweise dezent aus. Ein neues Erkennungsmerkmal ist die neue Luftansaugöffnung auf der Motorhaube. Hinzu kommen neue zweifarbige 16-Zoll-Leichtmetallräder. Für verschiedene Ausstattungsvarianten kündigt AvtoVAZ unter anderem die Version Urban sowie ein Sondermodell Black an. Detaillierte Ausstattungslisten wurden bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.

Auch zum Preis hält sich der Hersteller noch bedeckt. Nach bisherigen Angaben soll der Niva Legend weiterhin unterhalb des größeren Niva Travel positioniert werden und damit die Rolle des günstigsten Allrad-Autos im russischen Markt behalten. Russische Medien rechnen mit einem Einstiegspreis von rund 1,2 Millionen Rubel, das sind umgerechnet rund 13.500 Euro. Den symbolischen Produktionsstart hatte AvtoVAZ auf den 20. Juli gelegt, dem 60-jährigen Jubiläum der Marke.

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