Erlkönig Nissan Navanra Stefan Baldauf
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Nissan Navara / Frontier (2021) Erlkönig

Zwei neue Pickups kommen

Nissan richtet sich neu für den Weltmarkt aus. Ein Teaser kündigt zwei neue Pickups an, darunter eine Überarbeitung des Navara. Der wird aber künftig nicht mehr in Europa gebaut. Ein Vorserienfahrzeug wurde jetzt erstmals von unserem Erlkönig-Jäger erwischt.

Unruhige Zeiten bei Nissan: Mit einem Rekordverlust von umgerechnet rund 5,65 Milliarden Euro für das im März abgelaufene Geschäftsjahr stehen dem Renault-Partnerunternehmen gravierende Einschnitte bevor. Wie Nissan-Chef Makoto Uchida am 28. Mai 2020 auf der Bilanz-Pressekonferenz in Japan mitteilte, will Nissan das weltweite Produktportfolio erheblich straffen, einzelne Werke schließen und sich künftig besonders auf einzelne Märkte konzentrieren, zu denen Europa nur noch nachrangig gehören wird.

Nissan Navara Facelift noch in diesem Jahr?

Gleichzeitig zeigte das Unternehmen in einem Teaser-Video als Ankündigung zwei neue Midsize-Pickup-Modelle der Eintonnen-Klasse. Der aktuell in den USA, einem der künftigen Kernmärkte, verkaufte Nissan Frontier Pickup basiert nach wie vor auf der 15 Jahre alten Plattform des D40-Pickups und ist entsprechend weit hinter den Wettbewerb zurückgefallen. Im Rest der Welt wurde der mittelgroße Pickup bereits ab 2014 durch den (auch bei uns verkauften) aktuellen D23-Navara ersetzt.

Dementsprechend besteht ganz besonders beim US-Modell dringender Aktualisierungsbedarf, aber auch die Modelle für den europäischen und asiatischen Markt sind allmählich reif für eine Überarbeitung.

Viel erkennen lässt sich in dem Teaser-Video, in dem die dargestellten Fahrzeuge nur als Schatten durch die Landschaft huschen, derzeit noch nicht. Allerdings ist in der abschließenden Übersicht der verschiedenen Modelle klar erkennbar, dass zwei unterschiedliche Midsize-Pickups in der Reihe stehen; der Fullsize-Pickup Titan ist in der Aufreihung nicht zu entdecken. Anhand des ebenfalls in der Übersicht gezeigten Nissan Armada/Patrol, einem 5,30-Meter-Dickschiff mit V8-Antrieb, lässt sich erkennen, dass der daneben stehende Pickup sichtbar schmaler und niedriger ausfällt. Hierbei dürfe es sich entsprechend um den neuen Frontier handeln.

Der US-Pickup Frontier bleibt eigenständig

Gleichzeitig fährt in dem Video ein Pickup durchs Bild, bei dem es sich ausweislich des charakteristischen Knicks in der hinteren Tür und der ebenfalls bekannten Dachlinie um die Facelift-Version des bei uns verkauften Nissan Navara handelt. Der Navara kam in Europa 2015 auf den Markt, eine gründliche Modellpflege liegt damit für das Modelljahr 2021 2020 im Plan.

Die Zweiteilung von Pickup-Modellen für den US-Markt und den Rest der Welt ergibt Sinn. Nissan baut den betagten aktuellen Frontier direkt vor Ort in den USA (in Canton, Mississippi) und konnte dort 2019 trotz des beachtlichen Alters fast 70.000 Fahrzeuge verkaufen. Der US-Frontier bekam erst kürzlich einen neuen, 310 PS starken V6-Benziner mit 3,8 Liter Hubraum verpasst, der auch im neuen Modell Einzug halten wird.

Der neue Frontier wird sich mit einem inzwischen deutlich gewachsenen Konkurrenzumfeld beschäftigen müssen, nachdem auch Ford (mit dem Ranger) und Jeep (mit dem Gladiator) dieses Feld beackern. Toyota baut trotz des weltweit meistverkauften Midsize-Pickup Hilux in den USA eine eigene Variante in diesem Segment, den Tacoma. Der nun "abgeschossene" Erlkönig des kommenden Nissan Frontier (siehe Bildergalerie) lässt auch Rückschlüsse auf eine neue Cockpit-Gestaltung des Navara zu.

Nissan schließt Werk in Barcelona

Für den europäischen Markt wird die überarbeitete Version des Navara allerdings künftig vermutlich aus dem Werk in Thailand geliefert werden. Im Rahmen der eingangs erwähnten Pressekonferenz gab Nissan auch bekannt, das Produktionswerk im spanischen Barcelona zu schließen. Dort wurden bislang die EU-Modelle des Navara, aber auch der baugleiche Renault Alaskan und die inzwischen aus dem Programm genommene X-Klasse von Mercedes gefertigt. Nissan will sich künftig in erster Linie auf die Märkte in den USA, Japan und China konzentrieren.

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Nissan schließt das Werk in Barcelona, wo der Pickup Navara für Europa gebaut wird. Das zu erwartende Facelift wird entsprechend künftig wohl aus Thailand kommen. Für den US-Markt kündigt sich gleichzeitig eine komplett neue Generation des Midsize-Pickup Frontier an, der dort bereits seit 16 Jahren auf dem Markt ist. Folgerichtig wird Nissan auch künftig wie bisher schon einen separaten Eintonner-Pickup für den wichtigen US-Markt sowie ein weiteres Modell für den Rest der Welt anbieten. Einer der Gründe ist die Motorisierung: In den USA werden Benziner favorisiert, in anderen Märkten sind diese Fahrzeuge mit Dieselmotor gefragt.

Nissan Navara
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