09/2021, Nissan Terrano auf Basis Dacia Duster in Russland Indien etc. Nissan Russland
Nissan Terrano
09/2021, Nissan Terrano auf Basis Dacia Duster in Russland Indien etc.
Dacia Duster dCi 110 4x4, Frontansicht
09/2021, Nissan Terrano auf Basis Dacia Duster in Russland Indien etc. 16 Bilder
SUV

Nissan Terrano aus Dacia-Duster-Basis in Russland, Indien etc.

Nissan Terrano in Russland, Indien etc. Das Doppelleben des alten Dacia Duster

In Deutschland ist der Nissan Terrano längst tot. In Russland und einigen asiatischen Märkten ist er jedoch quicklebendig – als rüstiger Rentner auf Dacia-Basis.

Ach ja, der Nissan Terrano. Tief ins Bewusstsein hat sich die Baureihe nicht eingebrannt. Kein Wunder: In den späten Achtzigerjahren gehörte das Modell, das in seiner ersten Generation auf dem für den US-Markt bestimmten Pathfinder basierte, zwar zu den Pionieren unter den kompakten SUV. Aber zum Bestseller wurde der Terrano nicht. Auch nicht in seiner europäisch geprägten, ab 1993 angebotenen Gestalt, in der er fast baugleich mit dem damaligen Ford Maverick war. 2001 folgte ihm der X-Trail, woraufhin der Nissan Terrano schnell aus unserem Gedächtnis verschwand.

Nissan Terrano
Nissan
So kennen wir den Nissan Terrano - als Zwilling des parallel vertriebenen Ford Maverick.

Nicht aber von anderen Märkten, wo der SUV seitdem weiter angeboten wird (manche würden sagen: sein Unwesen treibt). In Japan existierte der Terrano bis weit hinein in die 2000er-Jahre, und zwar als Nachfahre des Ur-Modells. Und der Maverick-Zwilling überzeugte in Süd- und Osteuropa immer noch genug Käufer von sich, sodass Nissan ihn dort sogar – immer wieder leicht aufgefrischt – bis 2007 im Portfolio behielt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dachte man, die Tage des Terrano sind gezählt. Bis er 2013 in Indien und ein Jahr später in Russland aus der Versenkung auftauchte.

In Wahrheit ein alter Dacia Duster

Obwohl der Terrano nun wahrlich nichts mehr mit den früheren Generationen zu tun hatte, präsentierte er doch ein gewohntes Erscheinungsbild. Kurz gegrübelt und gefragt: Kann das wirklich sein? Ja, es stimmt, der Eindruck täuscht nicht: Hier fuhr der damalige Dacia Duster vor, allerdings mit Nissan-Logos sowie geänderter Front und umgestaltetem Heck. Auf dem russischen Markt hält sich der Terrano, regelmäßig modellgepflegt, bis heute. Das letzte große Facelift gab es im Frühjahr 2017. Zwei Jahre später brachte ihm eine weitere Auffrischung unter anderem Smartphone-Konnektivität per Android Auto und Apple Carplay.

Dacia Duster dCi 110 4x4, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
So kennen wir den ersten Dacia Duster; hier die 2013 gefaceliftete Modellversion.

Wer verstehen möchte, wie aus einem Dacia Duster ein Nissan Terrano werden kann, muss die internationalen Verquickungen in der Autoindustrie kennen. Die rumänische Marke Dacia gehört heute zum Renault-Konzern, der seit 1999 mit Nissan eine Allianz bildet; drei Jahre später entstand daraus sogar eine gemeinsame Kapitalgesellschaft. Im Rahmen der Partnerschaft nutzen die Franzosen fröhlich die Plattformen sowie Antriebe der Japaner und umgekehrt. Die Partner betreiben manchmal auch ganz schlichtes "Badge Engineering", kleben also das Emblem der einen Allianz-Marke auf das Produkt der anderen – wie eben jenes von Nissan auf den Dacia Duster der ersten Generation.

"Zuverlässige und praxiserprobte Motoren"

Dass ein konstruktiv derart altes Auto – die Plattform existiert seit 2004, der Deutschland-Start fand im Frühjahr 2010 statt – nicht von den allermodernsten Triebwerke des Konzerns angetrieben wird, liegt auf der Hand. Nissan Russland nennt die beiden Vierzylinder-Saugbenziner mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum "zuverlässige und praxiserprobte Motoren". Der kleinere Vertreter des Duos liefert 114 PS und maximal 156 Newtonmeter. Der Topmotor leistet 143 PS und bringt es auf höchstens 195 Newtonmeter. Mit Allradantrieb gibt es beide; für den Zweiliter ist sogar ein Automatikgetriebe erhältlich.

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Nissan Russland
Im Innenraum geht es robust und praktisch, allerdings nicht besonders schön zu.

Terrano-Käufer sollten keinen allzu hochwertig ausstaffierten Innenraum erwarten. "Das Interieur des Autos wurde unter Berücksichtigung der örtlichen Betriebsbedingungen und der Anforderungen der russischen Käufer modifiziert", heißt es dazu vonseiten des Herstellers. Bedeutet: Robustheit und Langlebigkeit wiegen stärker als ein hübsches Design oder tolle Materialien. Der Kofferraum fasst zwischen 408 (Allradversion) und 1.636 Liter (Frontantriebs-Variante), bietet beim umgeklappter Rücksitzlehne aber keinen ebenen Ladeboden.

Gar nicht mal so billig

Wer glaubt, ein alter Dacia Duster müsste selbst unter Nissan-Flagge ein Neuwagen-Schnäppchen sein, sieht sich von der Realität eines Besseren belehrt. Der Grundpreis des Terrano liegt in Russland aktuell bei 1.134.000 Rubel, umgerechnet gut 13.300 Euro. Zum Vergleich: Die aktuelle, wenn auch noch nicht facegeliftete Version des echten Duster kostet in Putins Reich derzeit mindestens 1.017.000 Rubel (knapp 12.000 Euro). Der fährt übrigens mit Renault-Logo über die russischen Straßen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

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Fazit

Lebt denn der alte Duster noch? Ja, er lebt noch! Und zwar als Nissan Terrano auf dem russischen Markt. Ein Ende ist vorerst nicht abzusehen, denn bisher hat der dortige Importeur noch stets alle nötigen Anstrengungen unternommen, um den Kompakt-SUV modern genug zu halten, um ihn dort verkaufen zu können. Mal sehen, wie lange Nissan das Spiel treibt. Das passende Vorbild kann man sich schließlich vor Ort anschauen: Der Lada Niva alias Taiga aka 4x4 lebt schließlich auch noch – und stirbt nicht.

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