09/2020, Radical SR10 Radical Sportscars
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09/2020, Radical SR10 9 Bilder

Radical SR10

Neuer Hardcore-Sportwagen leistet 431 PS

Der Kleinserien-Hersteller aus Großbritannien toppt mit einem neuen Modell seine SR-Baureihe. Renneinsätze gegen GT- und LMP-Autos sollen damit kein Problem sein.

Wenn eine Firma Radical Sportscars heißt, dann weiß die Kundschaft ziemlich genau, was diese anbietet. Genau richtig: radikale Sportwagen. Für diese Art von Autos sind die Briten seit 20 Jahren bekannt. Und nachdem sie sich zuletzt mit dem Rapture ein wenig in die komfortable Richtung orientiert haben (mit der Betonung auf: ein wenig), bewegen sie sich mit ihrem neuen Modell SR10 wieder ins andere Extrem und legen ihren bisher stärksten Leichtbau-Sportwagen auf.

Auf Basis der bisherigen SR-Modelle

Der Hersteller baut ihn auf der technischen Basis der bisherigen SR-Modelle (aktuell bietet er den SR1, SR3 XX und SR8 an) auf, will diese aber auf ein neues Niveau heben. Das soll vor allem über den Antriebsstrang gelingen. Dessen Herzstück stellt, wie schon beim Rapture, der bekannte 2,3-Liter-Vierzylinder-Benziner aus dem Ford-Regal dar. Allerdings umfangreich modifiziert von der hauseigenen Tuning-Abteilung, weshalb das Triebwerk im Radical SR10 satte 431 PS leistet und maximal 515 Newtonmeter liefert.

Der Kleinserien-Hersteller rüstet den Großserien-Motor nicht nur mit geschmiedeten Kolben und Pleuel auf, sondern auch mit einer Trockensumpfschmierung und einem neuen Garrett-Turbolader der G-Serie. Auch die Ansaug-Architektur und das Motormanagement zeigen sich optimiert, während der Rennsportauspuff den Abgasen ihren Weg in die Freiheit recht ungehindert weisen dürfte. Ein sequenzielles und per Schaltwippen kommandiertes Sechsgang-Getriebe von Hewland leitet die Power auf die Hinterräder. Diese wird dort von einem WaveTrac ATB-Differenzial bestmöglich portioniert.

Der Radical SR10 wiegt nur 725 Kilogramm

Beim SR10-Fahrwerk setzt Radical auf sein bewährtes Rezept aus doppelten Querlenkern, dreifach einstellbaren Pushrod-Stoßdämpfern und Stabilisatoren. Die Zentralverschluss-Felgen messen vorne 8 x 15 und hinten 10,5 x 16 Zoll und lassen sich mit Wunschreifen in Trocken- oder Nass-Spezifikation bespannen. Die Bremsanlage arbeitet rundum mit Vierkolben-Sätteln und 300 Millimeter großen Scheiben.

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Die üppig dimensionierten Kühler in den Seitenkästen stillen den Frischluftbedarf des Mittelmotors.

Die Karosserie aus Verbundwerkstoff spannt sich über ein Spaceframe-Chassis, das über eine Sicherheitszelle samt Crash-Struktur nach FIA-Vorgaben verfügt. Der Radical SR10 ist natürlich auf maximalen Abtrieb ausgelegt, weshalb er sowohl über einen mächtigen Heckflügel als auch einen üppig bemessenen Diffusor verfügt. Obwohl der Dynamiker gar nicht mal so klein ist (4,08 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,09 Meter hoch), wiegt er lediglich 725 Kilogramm.

LCD-Display im Lenkrad

Der Radical SR10 ist klar als Track Tool konzipiert. Er soll sowohl bei der Jagd nach der besten Rundenzeit der ideale Begleiter sein als auch bei Langstrecken-Rennen gegen GT- und LMP-Fahrzeuge. Das Paket soll sich aber auch durch hohe Zuverlässigkeit und Einfachheit in der Handhabung auszeichnen. "Vergessen Sie langwierige Prozeduren vor der Fahrt, häufige Ausfälle des Antriebsstrangs und komplizierte Einstellungen: Den SR10 lassen sie einfach an, wärmen ihn auf und fahren damit", heißt es in einer Mitteilung des Herstellers.

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Innen verfügt der Radical SR10 über einen LCD-Monitor im Lenkrad.

Das heißt aber nicht, dass beim neuen Radical keine Abstimmungsarbeit möglich ist. Im SR10 gibt es einige Bedienelemente, mit denen der Fahrer auf Tastendruck auf das Motor- und Getriebe-Mapping sowie die Konfiguration der Servolenkung und die Bremskraftverteilung einwirken kann. Die nötigen Informationen transportiert ein mehrseitiges, auf dem Lenkrad untergebrachtes LCD-Display. Der SR10 ist grundsätzlich ein Zweisitzer, kann aber auch nur mit einem Rennsitz ausgerüstet werden. Umfassendes Data-Looging ist optional ebenso möglich wie das Beobachten von allen möglichen Drücken und Temperaturen dank der entsprechenden Sensoren.

Bereits im Oktober will Radical die ersten SR10-Exemplare ausliefern. Treue Freunde der Firma werden dabei bevorzugt behandelt; erst danach kommen jene Neukunden zum Zuge, die bereits Anzahlungen auf dem Radical-Firmenkonto hinterlegt haben. Preisangaben machen die Briten bisher allerdings nicht.

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Fazit

Die britischen Fahrdynamik-Fetischisten von Radical sind ihrem Rezept treu geblieben und haben ein weiteres kompromissloses und leichtgewichtiges Sportgerät auf die Räder gestellt. Mit seinem Vierzylinder-Turbo toppt der SR10 sogar die Power des V8-Bruders SR8.

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