10/2019, Vanderhall Carmel Vanderhall
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10/2019, Vanderhall Carmel 11 Bilder

Vanderhall Carmel

200-PS-Dreirad zum Sparpreis

Vanderhall Motor Works aus den USA hat sich auf dreirädrige Spaßgeräte spezialisiert. Mit dem Carmel bringt die Firma jetzt ein neues Modell auf den Markt.

In Utah gibt es kaum Alkohol, kein Nachtleben und generell ist das Leben dort nicht sehr unterhaltsam? Mag alles sein, mehr oder weniger. Aber selbst im Mormonenstaat der USA gibt es Menschen, deren Anliegen es ist, ein Ausbrechen aus dem möglicherweise etwas tristen Leben in Utah zu ermöglichen. Vanderhall Motor Works zum Beispiel. Die in Provo, einer südlich von Salt Lake City gelegenen Stadt ansässige Firma hat sich auf die Konstruktion und Produktion von kleinen dreirädrigen Spaßgeräten spezialisiert – und bringt nun mit dem Carmel ein neues Modell auf den Markt.

Drei Räder an einem Aluminium-Monocoque

Das folgt grundsätzlich dem Vorbild der anderen Vanderhall-Kreationen. Nicht nur namentlich, denn die Amerikaner benennen ihre Kreationen vorzugsweise nach Städten an der kalifornischen Atlantikküste: Es gibt bereits die Modelle Venice und Laguna, und Carmel ist jener Nobelort, in dem Hollywood-Legende Clint Eastwood lebt und auch schon mal Bürgermeister war. Das Grundkonzept mit zwei freistehenden Rädern vorne und einem hinten gleicht sich sowieso, auch optisch ähneln sich die Vanderhall-Produkte stark.

10/2019, Vanderhall Carmel
Vanderhall
Die Karosserie bricht vor dem einzelnen Hinterrad einfach ab.

Die vorne schon recht schlanke Karosserie, die auf einem Aluminium-Monocoque sitzt, verjüngt sich nach hinten und bricht vor dem Hinterrad einfach ab. Der Begriff „Windschutzscheibe“ dürfte beim Vanderhall Carmel etwas übertrieben sein – hoffentlich im Gegensatz zu den beiden bogenförmigen Überrollbügeln hinter den Sitzen. Die vorderen LED-Leuchten sitzen hinter dem vergitterten Kühlergrill und hängen hinten unter der Abrisskante. Das Alleinstellungsmerkmal des Carmel sind seine weiter nach oben gezogenen Flanken, in denen im Selbstmörder-Stil öffnende Türen sitzen.

1,5-Liter-Vierzylinder mit 203 PS

Beim Carmel verwendet Vanderhall einen neuen Motor: Der vorne platzierte 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit doppelter Nockenwelle und variabler Ventilsteuerung leistet 203 PS, liefert ein maximales Drehmoment von 271 Newtonmetern und bläst seine Abgase über Edelstahl-Sidepipes in die Umgebung. Um die Kraftübertragung kümmert sich ein Sechsgang-Getriebe, das optional automatisch schaltet und per Lenkradwippen bedient werden kann. Vorne kommt eine Pushrod-Aufhängung mit Spiralfedern zum Einsatz, während das hintere Rad an einer rechts platzierten Schwinge hängt – und mitlenkt. Räderseitig verwendet Vanderhall vorne 8,5 x 19 und hinten 11 x 19 Zoll große Felgen, die mit Reifen der Dimension 235/35 ZR19 und 275/35 ZR19 ummantelt sind.

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Airbag-freies Sportlenkrad und analoge Rundinstrumente: Im Carmel-Cockpit geht es spartanisch, aber nicht unkomfortabel zu.

Die Fahrhilfen beschränken sich auf eine elektrische Servolenkung und Traktionskontrolle sowie ABS für die Brembo-Bremsanlage. Das Fahrerlebnis soll eben möglichst ungefiltert sein, wozu auch das niedrige Gewicht von 723 Kilogramm seinen Beitrag leisten dürfte. Die geringe Masse bedeutet aber nicht, dass die beiden Insassen auf jeglichen Komfort verzichten müssen. Eine Heizung gibt es ebenso wie dreistufig beheizte Ledersitze, die auf den Fotos ganz gut aufgepolstert aussehen und auch einen ordentlichen Seitenhalt bieten dürften. Der Fahrer blickt durch ein offensichtlich Airbag-freies Dreispeichen-Sportlenkrad auf fünf Rundinstrumente, bei denen ganz Porsche-like der Drehzahlmesser in der Mitte sitzt. Die Bedienung funktioniert mit Schaltern, die stark den Toggles von Mini ähneln. Auch ein 200 Watt starkes Bluetooth-Soundsystem gibt es.

2020 landen die ersten Exemplare in Deutschland

Die Preise starten bei 34.950 Dollar, was aktuell knapp 32.000 Euro entspricht, für das Basismodell Blackjack, das allerdings nur über 18-Zoll-Räder und Schaltgetriebe verfügt. Der Standard-Carmel mit Automatik, Tempomat, 19-Zoll-Felgen, Holzlenkrad und eigenwillig gestaltetem, aber abnehmbaren Hardtop kostet 39.950 Dollar (etwa 36.400 Euro). Das 43.950 Dollar (gut 40.000 Euro) teure Topmodell Carmel GT bringt zusätzlich eine Ladedruck- und Schaltanzeige, ein braunes Leder-Interieur sowie Design-Akzente in Glanzschwarz und Pedalerie sowie Fußstützen in Edelstahl mit.

Noch dauert es ein bisschen, bis Vanderhall die Produktion seines neuen Modells beginnt. Aber für eine Anzahlung von 1.000 Dollar kann man sich bereits ein Exemplar sichern.

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Völlig überflüssig. Und die Kiste hat mindestens ein Rad zu wenig.

Fazit

In Utah geht es ja eher bergig zu; entsprechend schöne und kurvige Straßen finden sich im US-Mormonenstaat. Diese dürften genau das Terrain ein, in dem sich der Vanderhall Carmel am wohlsten fühlt. Seit diesem Jahr können die Dreiräder übrigens auch offiziell von Deutschland aus bestellt werden. Ausgeliefert werden sie allerdings erst ab 2020.

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