Dieser Cizeta-Moroder V16T gehörte Giorgio Moroder selbst

Cizeta-Moroder V16T (1988) Auktion
Krasser Keil mit 16-Zylinder

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.07.2026
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Treffen sich ein Lamborghini-Schrauber und ein Musikproduzent. Fängt an wie ein Witz, ist aber ernsthaft passiert: Claudio Zampolli zog in den 1980er-Jahren nach Los Angeles, verdiente sein Geld mit Wartungsarbeiten an exotischen Autos und träumte vom Bau seines eigenen Supersportwagens.

Einer seiner Kunden hatte für die Idee das nötige Geld übrig: Giorgio Moroder hatte seine Arbeit als Musikproduzent neben drei Academy Awards, vier Grammys und dem Spitznamen "Father of Disco" gewisse finanzielle Spielräume verschafft. Moroder tat sich mit Zampolli zusammen und beide bauten den ultimativen Supersportwagen der 80er-Jahre: Den V16T. Das nüchterne Kürzel steht für die wilde Idee, einen 16-Zylindermotor in V-Form quer (transversale) vor die Hinterachse zu bauen.

Ein Auto wie ein Remix

Der breite Motor führte zu einem recht breiten Kreuz. Horizontale Streben wie beim Ferrari Testarossa verkleiden die gewaltigen Lufteinlässe vor den schrägen Radläufen. Das Heck endet in einem optischen Mix aus Lotus-Elise-Rückleuchten und Lamborghini Countach. Musikalisch wäre der Cizeta-Moroder ein Remix.

Was ist noch typisch für Sportwagen der 80er-Jahre? Klappscheinwerfer. Der Cizeta-Moroder hat gleich vier davon. Doppelstöckig angeordnet. Moroder wird es irgendwann zu viel: nach dem Bau des ersten Prototypen verzögert sich das Projekt, er steigt aus und lässt seinen Namen von den später gefertigten Autos entfernen. Nur auf dem einen Prototypen mit der Chassisnummer 001 steht Cizeta-Moroder.

Moroder-Song zur Premiere: "A car is born”

Cizeta Moroder V16T (1988)
Karissa Hosek/RM Sotheby's

Die Premiere am 5. Dezember 1988 in Los Angeles moderierte Jay Leno. Giorgio Moroder hatte extra für die Veranstaltung einen Song mit dem Titel "A car is born" komponiert. Im Jahr darauf zog Chassis Nummer 001 weiter zum Genfer Auto Salon und zur Los Angeles Auto Show. Das Auto blieb schließlich in Moroders Besitz und wurde bei den kalifornischen Sportwagen-Spezialisten von Canepa restauriert. Dabei nahm die Werkstatt einige Verbesserungen vor: Zum Beispiel bekamen die Benzintanks zusätzliche Hitzeschilder und das gesamte Auto wurde mechanisch überprüft.

Einige innere und äußere Details unterscheiden den Prototypen von den späteren Serienautos: Größere Lufteinlässe zum Beispiel oder eine diagonale Linie von den Schwellern zum hinteren Stoßfänger. Auch die Blinker, Nebellampen und Außenspiegel waren in der Serie anders. Innen unterscheiden sich Armaturenbrett, Mitteltunnel, Lenkrad, Türverkleidungen und Sitze von den Kundenautos.

2022 für 1,2 Millionen Euro verkauft

Anfang 2022 verkaufte RM Sotheby's den Cizeta-Moroder für umgerechnet 1,2 Millionen Euro bei einer Auktion in Phonix (USA). Mitte August 2026 kommt das Auto erneut bei RM Sotheby's unter den Hammer. Der Schätzpreis liegt diesmal bei 1,4 bis 1,8 Millionen US-Dollar, umgerechnet 1,2 bis 1,55 Millionen Euro. Zum Auto gehört ein NFT (Non-Fungible Token, digitales Zertifikat) mit einer Musikdatei von Giorgio Moroder, einem 3D-Rendering des Künstlers Jeremy Ian Thomas, einem 3D-Scan des Autos und einem digitalisierten Herkunftsnachweis.

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