Ferrari Dino 246 GTS Umbau: Nicht serienmäßig, aber teurer als ein Original?

Ferrari Dino 246 GTS Umbau
Nicht serienmäßig, aber teurer als ein Original?

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.06.2026
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Der Ferrari Dino 246 GTS ist ein Auto für Puristen. Serienmäßig trägt er ein V6 im Heck, Bring a Trailer versteigert gerade ein Exemplar, das statt der 2,4-Liter-Maschine einen 3,6-Liter-V8 hinter der Passagierkabine hat. Zusätzlich punktet das Modell mit prominentem Vorbesitz. Die Online-Auktion endet am 25. Juni 2026.

Der Dino mit der Fahrgestellnummer 04886 rollte 1972 aus der Produktion. Rund 45 Jahre später griff Moto Technique im englischen Surrey tief in die Substanz ein. Zwischen 2017 und 2018 ließ der US-Unternehmer und Ferrari-Sammler David Lee den 246 GTS dort komplett überarbeiten und technisch neu aufstellen. Jetzt taucht das Auto als Händler-Angebot in Newbury Park, Kalifornien, wieder auf. Auf dem Tacho stehen 8.500 Meilen (13.679 km) – im Listing mit dem Hinweis "TMU" (True Mileage Unknown), also ohne bestätigte Gesamtlaufleistung.

3,6‑Liter-V8 mit Einzeldrosseln und MoTec-Steuerung

Kern des Umbaus ist ein Tipo 105C/F105C V8 mit Aluminiumblock. Moto Technique bohrte den Motor auf 3,6 Liter auf und überarbeitete die Aluminium-Zylinderköpfe. Ein Einspritzsystem mit Einzeldrosselklappen (ITBs) und Ansaugtrichtern übernimmt die Gemischaufbereitung, die Drosselklappen steuert das System per Drive-by-Wire. Die Motorsteuerung stammt von MoTec. Moto Technique nennt eine Leistung von rund 400 hp (405 PS).

Für die Kühlung verbauten die Techniker einen Aluminiumkühler samt zwei elektrischen Lüftern. Die Kraft leitet ein Fünfgang-Handschaltgetriebe aus dem Ferrari 328 im Dogleg-Schema (1. Gang hinten links) an die Hinterräder.

Moto Technique griff auch bei Fahrwerk und Bremsen ein. Der Dino hat ein Gewindefahrwerk und Stabilisatoren vorn wie hinten, die Radführung erfolgt über Querlenker mit ungleicher Länge. Eine nachgerüstete elektrische Servolenkung ergänzt das Paket.

Bei den Bremsen setzt der Umbau auf Brembo-Komponenten aus dem Ferrari 360: vorne quergebohrte und belüftete Scheiben, hinten geschlitzte und belüftete Rotoren. Speziell gegossene 17‑Zoll-Leichtmetallräder im Campagnolo-Stil orientieren sich laut Inserat an den originalen 14‑Zoll-Felgen. Aufgezogen sind Michelin Pilot Sport 4S in 225/45ZR17; ein Ersatzrad liegt im Vorderfach und trägt Pirelli-Bereifung.

Schwarzer Neuaufbau und verbreiterte Kotflügel

Das Team zerlegte die Karosserie komplett. Danach erhielt der Dino eine Lackierung in Schwarz und Kotflügelverbreiterungen. Dazu bekommt er Plexiglas-Scheinwerferabdeckungen ohne sichtbare Befestigungselemente, eine maßgefertigte Motorabdeckung mit erhöhtem, perforiertem Mittelteil sowie vier SNAP-Auspuffauslässe. Bring a Trailer weist außerdem auf Oberflächen-Unvollkommenheiten hin.

Innenraum mit Daytona-Sitzen, Klima und Feuerlöschanlage

Im Interieur erhält der Dino neu bezogene Sitze im Daytona-Stil in rotem Leder mit schwarzen Akzenten. Türverkleidungen und hinteres Schott tragen ebenfalls rotes Leder, der Teppich bleibt konsequent rot. Eine schwarze Armaturenbrettverkleidung ergänzt den Look. Zur Ausstattung zählen eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ein Soundsystem mit iPod-Anschluss und ein Feuerlöschsystem. Vor dem Fahrer sitzen Veglia-Borletti-Instrumente mit 170‑mph-Tacho (272 km/h), 10.000‑U/min-Drehzahlmesser sowie Zusatzanzeigen für Öl- und Kühlmitteltemperatur, Öldruck und Tankfüllstand.

Die Gebote standen am 23. Juni, also zwei Tage vor Auktionsende, bei 900.000 US-Dollar. Das entspricht umgerechnet 792.720 Euro. Classic Analytics beziffert den Wert eines 246 GTS auf dem deutschen Markt in gepflegtem Zustand aktuell mit 365.500 bis 494.500 Euro, was deutlich unter dem Preis dieses nicht originalen Umbaus liegt.

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