Mercedes-Benz 307E T1 (1980) Mercedes-Benz
Mercedes-Benz 307E T1 (1980)
Mercedes-Benz 307E T1 (1980)
Mercedes-Benz 307E T1 (1980) 4 Bilder

Mercedes-Benz 307E Elektro-Van

Strom für 65 Kilometer

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Vor 40 Jahren testete Mercedes einen Elektro-Transporter. Der 307E kam 65 Kilometer weit. Es war nicht der erste Versuch.

Bis 1979 hatte eine kleine Flotte von elektrischen Mercedes-Transportern schon 900.000 Kilometer zurückgelegt. Insgesamt 60 LE 306 hatte Mercedes ab 1972 gebaut und getestet. Ein Ergebnis der Versuche ist auch heute noch interessant: Zumindest im Stadtverkehr konnte auf die "unter anderem erprobte Batteriewechseltechnik" verzichtet werden – selbst bei den damals noch deutlich schwächeren Akkus.

Als Basis für den neuen Elektro-Transporter nutzt Mercedes-Benz die drei Jahre zuvor präsentierte Baureihe T1 – den direkten Vorläufer des Sprinter. Das Versuchsfahrzeug steht Mitte Februar auf der Envitec in Düsseldorf und im Oktober auf der Electric '80 in London. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) fördert das Projekt.

Akkus zwischen den Achsen

Wichtig sind damals geringe Abweichungen zur Serie, um die Kosten zu reduzieren. Von außen ist dem gelben Versuchsfahrzeug tatsächlich nichts anzusehen – nur Schriftzüge weisen auf den Versuch hin. Unterhalb des Fahrzeugbodens zwischen Vorder- und Hinterachse sitzen zwei Batteriereihen mit jeweils 90 Volt Spannung. Sie können jeweils mit Hebeeinrichtungen in einer Werkstatt ausgebaut werden.

Alternative Antriebe Mercedes-Benz Citybus Wasserstoff Elektro-Transporter W123 Methanol
Mercedes-Benz
Mercedes erprobt in den 70er-Jahren unter anderem einen kleinen Bus mit Wasserstoffantrieb, einen Elektro-Transporter und eine Limousine der Baureihe W123, deren Motor auch mit Methanol läuft.

Der Laderaum ist nicht eingeschränkt, die Nutzlast liegt bei 1,45 Tonnen. Das genügt laut Mercedes für den städtischen Verteilervekehr – genauso wie die Reichweite von 65 Kilometern. Während des Versuchs werden unterschiedliche Antriebe erprobt; zum Beispiel die Kombination mit einem hydrodynamischen Drehmomentwandler.

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307E in zwei Großversuchen in Bonn und Berlin

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Den Antrieb besorgt ein Gleichstrom-Nebenschlussmotor mit 30 kW Leistung – das sind 41 PS. Damit fährt der 307E bis zu 70 km/h schnell und Steigungen bis 20 Prozent hinauf. Mercedes baut 32 Elektro-Transporter, die zwischen 1981 und bis Ende 1983 in zwei Großversuchen laufen. Das Bundesministerium erprobt in Berlin zehn 307E im Rahmen eines Forschungsvorhabens mit dem Namen "Alternative Energien für den Straßenverkehr". In einem zweiten Großversuch nutzt die deutsche Bundespost 22 Elektro-Transporter fünf Jahre lang im Zustelldienst in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Das Ergebnis ist laut Daimler, "dass in Ballungszentren Transportaufgaben von Elektrofahrzeugen übernommen werden können."

Fazit

Schon damals hält der Elektro-Transporter dem Vergleich mit Verbrennern stand. Allerdings, so die Pressemitteilung vom Oktober 1980 selbstkritisch zur damaligen Batterietechnik: "Ist ihre Reichweite für die Aufgabenstellung im Innenstadtbereich ausreichend, so führt der hohe Wartungsaufwand und die nicht befriedigende Lebensdauer der Blei-Säure-Batterien zu unverhältnismäßig hohen Betriebskosten"

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